„Die Ortsumfahrung Oberlauchringen ist eines der Highlights in meiner gesamten Dienstzeit von über 20 Jahren. Sie hat einen großen Wert für die Menschen in der Region“, ist sich Thomas Schäuble, Lauchringens Bürgermeister, sicher. „Ein Bürger, der direkt am Ortseingang wohnt, meinte mal zu mir, mit der Umfahrung ist es jetzt eine himmlische Situation für ihn.“

Bürgermeister Schäuble: „Entlastung höher als erwartet“

Bisher habe der Bürgermeister „nur positive Rückmeldungen“ erhalten, sagt er. Aber es geht noch besser: Die Verkehrsentlastung sei höher als ursprünglich angenommen. „Wir möchten auf jeden Fall noch Messgeräte aufstellen, um tatsächliche Zahlen zum jetzigen Verkehrsaufkommen in Lauchringen zu bekommen und diese mit Zahlen vor der Eröffnung der Umfahrung vergleichen.“

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Schäuble kann sich aber auch vorstellen, dass nicht jeder glücklich über die Ortsumfahrung sei. Weniger Verkehr durch die Gemeinde könne beispielsweise für die Tankstelle in Oberlauchringen auch weniger Umsatz bedeuten. Aus Sicht der Gemeinde würden aber die positiven Effekte überwiegen. „Die Umfahrung ist ein riesiger Gewinn und für den Großteil der Bürger positiv. Wir haben alles richtig gemacht“, ist sich der Bürgermeister sicher.

Einen weiteren erfreulichen Punkt sieht er in der Verringerung der Lärmbelastung. „Es ist enorm wichtig für uns, dass der Schwerlastverkehr nicht mehr durch den Ort fährt.“ Die richtige Verkehrspolitik sei ihm in seiner Gemeinde schon immer wichtig gewesen: „Die Infrastruktur muss gemeinsam mit der Gemeinde wachsen“, sagt der Rathaus-Chef der 8000-Seelen-Gemeinde.

Thomas Schäuble, Lauchringens Bürgermeister, ist überwältigt von den positiven Effekten der Ortsumfahrung.
Thomas Schäuble, Lauchringens Bürgermeister, ist überwältigt von den positiven Effekten der Ortsumfahrung. | Bild: Nico Talenta

Erfreulich sei, dass anfängliche Befürchtungen nicht eingetroffen seien: „Anfangs dachten manche noch, es könnte in der lang gezogenen Kurve durch Überholmanöver öfter zu Unfällen kommen. Das ist aber nicht der Fall.“ Bisher habe es nur einen Unfall gegeben, an der Abzweigung nach Oberlauchringen. Eine Frage aber steht noch immer offen: „Wir müssen uns noch überlegen, wie wir die Straßenschilder richtig beschreiben.“ Bisher stehe auf drei Schildern für die Abbiegespur lediglich der Ort Lauchringen. „Das kann verwirren. Vielleicht wäre Lauchringen-West, Lauchringen-Zentrum und Lauchringen-Ost besser.“

„Zeit sparen vor allem die Klettgauer“

Thomas Schäuble fasst zusammen: „Die Profiteure in Sachen Lärm sind die Lauchringer. Die Profiteure in Sachen Zeitersparnis sind die Klettgauer.“ So ähnlich sieht das auch Viktor Kaiser aus Riedern am Sand. Mit seiner historischen BMW 50.2, Baujahr 1963, inklusive Seitenwagen, war er einer der ersten, die am 24. November 2021 über die neue Straße fuhren.

„Ich habe auch noch andere Kollegen gefragt, ob sie mit ihren Maschinen mitfahren wollen. Aber denen war es zu kalt“, schmunzelt er. Nur zwei Kollegen seien bereit gewesen, mitzufahren. Einer im Seitenwagen zusammen mit Kaiser und in weiterer separat mit seinem VW Käfer, Baujahr 1969: „Wir sind dann vorneweg gefahren und die ganzen wichtigen Menschen hinter uns her.“

Archivbild: Viktor Kaiser fährt mit seiner BMW 50.2 und Seitenwagen als einer der ersten über die neue Straße.
Archivbild: Viktor Kaiser fährt mit seiner BMW 50.2 und Seitenwagen als einer der ersten über die neue Straße. | Bild: Juliane Schlichter

Jungfernfahrt auf der Umfahrung eine besondere Ehre

Wie es dazu kam, dass Viktor Schäuble als einer der ersten die Ortsumfahrung Oberlauchringen einweihte? Kaiser war damals noch Vorstand der Klettgau-Kanoniere, die mit der Genehmigung vom Regierungspräsidium Freiburg an der Eröffnung der Umfahrung schießen durften.

Von der neuen Straße ist er jedenfalls überzeugt: „Gefühlt dauert es nur noch halb so lang nach Waldshut-Tiengen.“ Aber: „Es hat einfach zu lange gedauert, bis der kurze Straßenabschnitt endlich umgesetzt wurde. Unsere Region ist schon etwas abgehängt. Solche Angelegenheiten werden oft Jahrzehnte aufgeschoben.“

Viktor Kaiser auf seiner BMW 50.2. Mit dieser Maschine ist er zur Eröffnung über die Ortsumfahrung Oberlauchringen gefahren.
Viktor Kaiser auf seiner BMW 50.2. Mit dieser Maschine ist er zur Eröffnung über die Ortsumfahrung Oberlauchringen gefahren. | Bild: Nico Talenta

Die Ortsumfahrung Oberlauchringen bedeutet für den Riederner, einfach und stressfrei nach Waldshut-Tiengen zu kommen. „Ich muss aus dem östlichen Landkreis kommend nicht mehr durch Lauchringen und Tiengen fahren. Das spart Nerven und Zeit. Ich habe jedenfalls noch keine negativen Stimmen gehört.“

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