Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt hat Anfang dieser Woche seine eigene Corona-App gestartet. Mit der Covid-Care-App sollen Covid-19-Patienten in Isolation daheim und Kontaktpersonen während der Quarantäne betreut werden.

Was kann die Covid-Care-App?

Die App bietet direkte Kontaktmöglichkeiten zur kantonalen Gesundheitsbehörde, sowie den täglichen Fragebogen zum eigenen Gesundheitszustand: Was in Basel bislang vor allem telefonisch ablief, kann nun direkt über das Smartphone erfolgen.

Einblick in die App des Kantons Basel-Stadt.
Einblick in die App des Kantons Basel-Stadt. | Bild: Screenshot Kanton Basel-Stadt

Dazu sagte Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger: „Die Covid-Care-App ist ein großer Schritt in Richtung kundenfreundliche Begleitung der Personen in Isolation und Quarantäne. Sie ist ein wichtiges und unterstützendes Hilfsmittel in der nun folgenden Zeit, in der wir uns in unserem Alltag an das Coronavirus gewöhnen müssen.“

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Wer kann die App nutzen?

Die Nutzung der App ist auf Einwohner des Kanton Basel-Stadt beschränkt, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder Kontaktperson einer positiv getesteten Person sind. Das Verwenden der App ist freiwillig. Stand 5. Mai waren im Kanton Basel-Stadt 16 an Covid-19 erkrankte Personen in Isolation und 14 Kontaktpersonen in Quarantäne, wo sie für mindestens zehn Tage bleiben müssen. In der Schweiz zählen Haushaltsangehörige und Intimkontakte zu den sogenannt engen Kontaktpersonen.

Was kann die Basler App nicht?

Die neue App in Basel verfügt über keine Trackingfunktion und ist keine Bewegungs-App. Sie stellt lediglich eine einfachere und modernere Kommunikation sicher zwischen dem betreuenden Team des Kantons und den erkrankten Personen.

Einblick in die App des Kantons Basel-Stadt.
Einblick in die App des Kantons Basel-Stadt. | Bild: Screenshot Kanton Basel-Stadt

Im Gegensatz dazu kann eine App mit Tracking-Funktion jene Kontakte ermitteln, die von der positiv getesteten Person nicht benannt werden können. Solche Corona-Apps sollen helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgangsbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind – und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten, beispielsweise im öffentlichen Verkehr oder an Orten, an denen die Abstandsregeln nicht optimal eingehalten werden können.

Haben auch andere Kantone eigene Apps?

Schweizweit habe Basel-Stadt mit der Covid-Care-App Pionier-Arbeit geleistet und die App stoße auch außerhalb der Landesgrenzen auf großes Interesse, so das Gesundheitsdepartement. Die neue Basler App wurde gemeinsam mit der Firma KPMG entwickelt und könne bei Interesse weiteren Kantonen zur Verfügung gestellt werden, informiert der Kanton.

Wie weit ist die Schweiz mit der Einführung einer bundesweiten Corona-Tracking-App?

Eigentlich sollte die von den Eidgenössichen Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL) mitentwickelte Tracking-App des Bundes bereits ab Mitte Mai verfügbar sein. Das kündigte EPFL-Professor Marcel Salathé, Leiter der Expertengruppe „Digital epidemiology“, am Freitag vergangener Woche in einer Pressekonferenz an. Es gehe nur noch darum, dass Google und Apple grünes Licht geben und die App zum Download bereitstellen, so Salathé damals.

Doch diese Woche hat das Schweizer Parlament beschlossen, dass es für die breite Lancierung der App zunächst einer gesetzlichen Grundlage bedarf. Die App wird daher voraussichtlich frühestens im Juli auf den Markt kommen, denn das fehlende Gesetz soll im Juni von den eidgenössischen Räten verabschiedet werden. Die App wird aber bereits vorher als Testversion zum Einsatz kommen. Damit die Tracking-App Wirkung zeigt, muss sie laut Entwicklern von mindestens 60 Prozent der Bevölkerung auf dem Smartphone installiert werden.

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Wie sieht das in Deutschland aus?

Wann eine Corona-App mit Tracking-Funktion in Deutschland eingeführt werden kann, ist bislang unklar. Ende April wurde darüber informiert, dass SAP die technische Plattform stellen soll und die Telekom für alles zuständig ist, was mit Netzwerk und Mobilfunk zu tun hat. Apple und Google als Anbieter der beiden gängigen Smartphone-Plattformen wollen im Mai eine erste Version von Schnittstellen für Entwickler solcher Apps freischalten.

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