Die Beruflichen Schulen in Bad Säckingen waren die Ersten, die ihren Schülern eine Corona-Impfung angeboten haben. Dazu hat sich das Mobile Impfteam (MIT) des Kreisimpfzentrum auf den Weg nach Bad Säckingen gemacht. 54 Schüler ab 16 Jahren haben am Freitag ihre erste Impfung erhalten.

Ein Teil der Schüler wurde bereits geimpft

Auf den ersten Blick mag die Zahl bei rund 1200 Schülern auf dem Campus gering erscheinen. „Manche Schüler sind bereits geimpft und warten auf ihre zweite Impfung“, erklärt Erika Breiling, Schulleiterin der Rudolf-Eberle-Schule. Das gilt vor allem für die Schüler der Berufsschulen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit über den Arbeitgeber geimpft worden seien.

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Es habe aber auch viele Schüler gegeben, die noch unentschlossen waren. „Vor allem die Mädchen über 18 Jahre, die gehört haben, dass die erste Impfung mit Astrazeneca sein wird „, erklärt die Schulleiterin weiter. „Denn viele Mädchen nehmen die Pille.“

Die Schüler über 18 Jahre habe das Serum von Astrazeneca erhalten und bekommen bei der zweiten Impfung in der Schule am 26. Juli den Wirkstoff von Biontech (Kreuzimpfung). Die Schüler unter 18 Jahre haben den Impfstoff von Biontech erhalten. Der ärztliche Berater des Mobilen Impfteams, Dr. Georg Picha, beruhigt die Schüler: „Junge Leute erkranken zwar, doch ist der Verlauf oft nicht so schwer“, erklärt er. „Er ist eigentlich nicht messbar.“

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Dass sich die Schüler impfen lassen, sei für die Schulen „eine enorme Erleichterung“. „Die Schüler die geimpft sind, müssen wir nicht mehr testen“, sagt Erika Breiling. Denn immer noch müssen die Schüler wöchentlich getestet werden. „Wir testen am Montag und Mittwoch und die Berufsschüler am Dienstag, Donnerstag und Freitag.“ Für die Tests der Schüler werden jeweils zwei Lehrkräfte abgezogen. „Das Testen bindet Ressourcen“, erklärt die Schulleiterin. Denn bis alle Schüler getestet seien und die Tests bestätigt sind, vergehe ein ganzer Vormittag.

Umfangreiche Informationen vor der Impfung

Bevor das Mobile Impfteam am Freitag anrücken konnte, wurden Schüler und Eltern über das Vorhaben informiert. Während die Schüler über 18 Jahren selbst entscheiden konnten, ob sie sich impfen lassen wollten, war von den Schüler unter 18 Jahren die Unterschrift der Eltern notwendig. Außerdem mussten vorab die Formulare ausgefüllt werden, die bei der Impfung vorgelegt worden sind. „Darum war es auch nicht mehr möglich, dass sich die Schüler kurzfristig für eine Impfung entscheiden“, erklärt Breiling weiter.

Konzentriert und auf den Tropfen genau musste Derek Rothstein vom Mobilen Impfteam die Spritzen mit dem Impfstoff aufziehen.
Konzentriert und auf den Tropfen genau musste Derek Rothstein vom Mobilen Impfteam die Spritzen mit dem Impfstoff aufziehen. | Bild: Susanne Eschbach

Während sich die Schüler vor dem Impfraum zu ihren bestellten Zeiten einfanden, war das Mobile Impfteam mit den Vorbereitungen beschäftigt. Derek Rothstein und Ueli Brehmer waren die beiden Verantwortlichen für die Vorbereitungen. Sie mussten die Spritzen für die Impfung bereitstellen. „Dabei ist Präzision gefragt“, erklärt Derek Rothstein. Denn das Aufziehen der Spritze musste auf den Tropfen genau sein, damit die Dosen auch wirklich aufgehen.

Bevor Sinsa Wassmer (links) ihre Impfung erhalten hatte, musste sie sich bei Lisa-Marie Kunze vom Mobilen Impfteam anmelden. Dort bekam sie auch den Vermerk in ihrem Impfpass.
Bevor Sinsa Wassmer (links) ihre Impfung erhalten hatte, musste sie sich bei Lisa-Marie Kunze vom Mobilen Impfteam anmelden. Dort bekam sie auch den Vermerk in ihrem Impfpass. | Bild: Susanne Eschbach

Die 19-jährige Sina Wassmer besucht derzeit das Wirtschaftsgymnasium. Sie hat sich für die Impfung entschieden. „Die Impfung dient der Sicherheit meiner Familie und meiner Freunde“, sagt sie. „Ich möchte einfach wieder freier sein und mich mit meinen Freunden treffen.“

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