„Das war nur heiße Luft“, sagt Bertram Amann über den Schienengipfel, der im August in Waldshut stattfand und bei dem Vertreter der Deutsche Bahn im Laufe des Septembers Verbesserungen auf der Hochrheinstrecke angekündigt hatten. „Das Ergebnis spiegelt nicht das wider, was die Bahn versprochen hat“, ärgert sich der Stühlinger, der seit 18 Jahren mit dem Zug zwischen Erzingen und Bad Säckingen pendelt.

Regelmäßig verfasst er während seiner Zugfahrten Protokolle darüber, was alles schief läuft. Seine Liste der Monate September und Oktober hat er an die Redaktion geschickt. „Die Verzögerungen unter fünf Minuten habe ich erst gar nicht notiert“, fügt Amann erklärend hinzu.

Montag, 3. September

Die Fahrgastanzeige in Erzingen am Gleis 1 ist defekt. Morgens wird nur ein Zugteil (ausnahmsweise der Baureihe 641) eingesetzt. Dieser ist total überfüllt. Eine jüngere Frau bekommt massive Kreislaufbeschwerden und muss in Bad Säckingen ärztlich versorgt werden.

Dienstag, 4. September

Die Fahrgastanzeige in Erzingen ist noch immer defekt. Abends sieben Minuten verspätete Abfahrt in Bad Säckingen.

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Mittwoch, 5. September

Die Fahrgastanzeige ist noch immer defekt. Dies wird auch die folgenden Tage bis einschließlich 13. September so bleiben.

Mittwoch, 12. September

Morgens fährt der Zug sechs Minuten verspätet in Erzingen ab.

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Donnerstag, 13. September

Morgens gibt es unterwegs Probleme mit einer Tür. Diese wird dann gesperrt. Wie am Vortag hat der Zug sechs Minuten Verspätung.

Dienstag, 18. September

Morgens kommt der Zug mit acht Minuten Verspätung in Bad Säckingen an. Ursache sind zum einen ein verspäteter Gegenzug, zum anderen anschließend unterwegs eine Bahnübergangsstörung.

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Mittwoch, 19. September

Morgens fährt der Zug zehn Minuten später ab wegen einer Bahnübergangsstörung. Dann kommt es unterwegs immer wieder zu Verzögerungen wegen vorausfahrenden Regionalbahnen.

Donnerstag, 20. September

Abends kommt der Zug mit zehn Minuten Verspätung in Erzingen an.

Freitag, 28. September

Morgens hat der Gegenzug wegen technischer Probleme zehn Minuten Verspätung. Somit muss der Zug immer wieder auf der Strecke anhalten und kommt zehn Minuten zu spät in Bad Säckingen an.

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Montag, 1. Oktober

Morgens zehn Minuten verspätete Abfahrt wegen einer Störung. Im Betriebsablauf kommt es dann in Lauchringen zu einem Stopp wegen einer Zugkreuzung. Bad Säckingen erreicht der Zug mit 25 Minuten Verspätung. Abends um 17 Uhr ist der einzige Zugteil völlig überfüllt.

Donnerstag, 11. Oktober

Morgens fährt der Zug 13 Minuten später in Erzingen ab. Es gibt keine Ansage weshalb. Später stoppt der Zug in Lauchringen, anschließend wartet er fünf Minuten in Tiengen und drei Minuten in Waldshut. Die Verspätung summiert sich auf 25 Minuten, mit der er in Bad Säckingen ankommt. Abends gibt es nur ein Zugteil und nur Stehplätze bis Waldshut. Die Klimaanlage ist defekt und der Zug total überhitzt.

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Freitag, 12. Oktober

Morgens verspätete Abfahrt um zwölf Minuten in Erzingen, der Grund wird nicht genannt. Dann wieder Stopp vor Lauchringen, kurze Weiterfahrt, anschließend Stopp am Bahnhof Lauchringen. Ankunft in Bad Säckingen 25 Minuten später als im Fahrplan angegeben.

Montag, 15. Oktober

Morgens um zehn Minuten verspätete Abfahrt, anschließend Stopp zwischen Erzingen und Lauchringen. Im Zug keine Durchsage warum. Dann folgt wegen Zugkreuzung in Lauchringen ein Stopp; insgesamt 25 Minuten verspätete Ankunft in Bad Säckingen.

Dienstag, 16. Oktober

Der Zug verkehrt mit nur einem Zugteil. Ab Tiengen gibt es nur noch Stehplätze. Abends um 17 Uhr fällt der Zug ganz aus.

Um 17.56 Uhr sollte der IRE aus Basel am 25. Oktober eigentlich in Singen ankommen. Oben rechts auf der Anzeige steht die tatsächliche Uhrzeit: 19.43 Uhr. Die Verspätung von rund zwei Stunden wird auf dem Bildschirm nicht an die Fahrgäste kommuniziert.
Um 17.56 Uhr sollte der IRE aus Basel am 25. Oktober eigentlich in Singen ankommen. Oben rechts auf der Anzeige steht die tatsächliche Uhrzeit: 19.43 Uhr. Die Verspätung von rund zwei Stunden wird auf dem Bildschirm nicht an die Fahrgäste kommuniziert. | Bild: Laura Marinovic

Donnerstag, 25. Oktober

Abends kommt zunächst die Ansage, dass der Zug fünf Minuten Verspätung hat, dann zehn Minuten Verspätung, und dann fällt der Zug um 17 Uhr komplett aus.

Montag, 29. Oktober

Beim Zug um 16 Uhr ist ein Ausgang nicht benutzbar.

Mittwoch, 31. Oktober

Im Zug morgens um 6.25 Uhr gibt es nur ein Zugteil ab Tiengen und deshalb nur noch Stehplätze. Abends auf der Rückfahrt um 17 Uhr die gleiche Situation.

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