Wie kann es sein, dass im Jahr 2018 eine so inakzeptable Situation auf der Hochrheinstrecke vorliegt? Gerade die Landkreise Waldshut und Lörrach entlang der Hochrheinstrecke sollten wissen, wie wichtig diese Strecke für Pendler ist. Schließlich ist die Region Basel wirtschaftlich attraktiv und zieht hochqualifizierte Arbeitskräfte an, von denen eine Vielzahl, mich eingeschlossen, Grenzgänger sind, den Lebensmittelpunkt in der Region haben und in Deutschland Steuern zahlen.

Es besteht somit eine signifikante Win-Win-Situation: Für pendelnde Grenzgänger, da es in der Region Basel sehr gut bezahlte und hochqualifizierte Arbeitsplätze gibt und für die Landkreise, weil diese Grenzgänger eine markante Kaufkraft mit sich bringen, welche die Strukturen der Landkreise stützen und stärken und die Grenzgänger schlussendlich in Deutschland Steuern zahlen, was ganz Deutschland zu Gute kommt.

Warum lässt sich dann eine Region wie der Hochrhein verkehrsmäßig bezüglich des öffentlichen Verkehrs so abhängen, wo doch die vorstehend genannten Probleme seit sehr, sehr langer Zeit hinreichend bekannt sind? Und dass das Auto nun wirklich keine Alternative zum Pendeln von Waldshut nach Basel ist, sollte jedem klar sein.

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Am 21. August 2018 ist in Waldshut ein sogenannter Schienengipfel geplant. Dass diese Veranstaltung schon um 14 Uhr stattfindet, ist für mich mehr als befremdlich, da die Veranstaltung mitten in der Kernarbeitszeit von normalen Firmen liegt und sicher die wenigtsen bereit sind, sich für diese Uhrzeit freizunehmen. Es scheint gerade so, dass gar nicht gewünscht ist, dass eine Vielzahl der Betroffenen am Schienengipfel teilnimmt, wobei dies meines Erachtens um so wichtiger wäre, Meinungen aus erster Hand zu hören und Lösungsansätze mit Betroffenen zu diskutieren.

Ich erwarte, dass am Schienengipgfel nicht wertvolle Zeit für Bestandsaufnahmen der Situation und der Probleme auf der Hochrheinstrecke verschwendet wird. Sämtliche Probleme sind hinreichend und seit langer Zeit bekannt und müssen nicht weiter aufgearbeitet werden.

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Hingegen erwarte ich vom Schienengipfel, dass Folgendes diskutiert und verbindliche Antworten dazu vorgeschlagen werden:

1. Welche konkreten und umsetzbaren Maßnahmen gibt es, um die Situation auf der Hochrheinstrecke in den nächsten vier Wochen zu verbessern?

2. Welche konkreten und umsetzbaren Maßnahmen gibt es, um die Situation auf der Hochrheinstrecke in den nächsten drei Monaten zu verbessern?

3. Welche konkreten und umsetzbaren Maßnahmen gibt es, um die Situation auf der Hochrheinstrecke im nächsten halben Jahr zu verbessern?

4. Welche konkreten und umsetzbaren Maßnahmen gibt es, um die Situation auf der Hochrheinstrecke innnerhalb eines Jahres zu verbessern?

5. Wie realistisch ist die Elektrifizierung und der generelle Gleisausbau der Hochrheinstrecke bis zum Jahr 2025?

6. Falls die Elektrifizierung und der generelle Gleisausbau der Hochrheinstrecke bis zum Jahr 2025 nicht realisierbar ist, welches Jahr wäre dann realistisch und wann genau beginnen dann die Planungen und die Bauarbeiten?

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Für mich persönlich und für meine Familie sind Antworten auf diese Fragen sehr wichtig, da wir sehr unter der gesamten Situation leiden und dies ein tiefer Einschnitt in die Work-Life-Balance darstellt. Sollten sich in absehbarer Zeit keine signifikanten Verbesserungen auf der Hochrheinstrecke zeigen, erwägen wir ernsthaft, die Hochrheinregion zu verlassen, da wir uns nicht mehr in der Lage sehen, derartige Situation länger zu dulden und zu ertragen.

Ich hoffe deshalb auf einen konstruktiven Schienengipfel.

Thomas E. Berner, Waldshut-Tiengen