Das Schweizer Städtchen Eglisau ist ein Nadelöhr, das den Verkehr aus dem östlichen Kreisgebiet schlucken muss, wenn täglich rund 20.000 Fahrzeuge über die alte Rheinbrücke in Richtung Zürich fahren.

Nach der Grenzöffnung ist am Zollamt Rafz/Lottstetten-Solgen am Wochenende wieder der Alltag eingekehrt.
Nach der Grenzöffnung ist am Zollamt Rafz/Lottstetten-Solgen am Wochenende wieder der Alltag eingekehrt. | Bild: Thomas Güntert

Aufgrund der Einkaufstouristen, die nach der Grenzöffnung erstmals wieder zum Wochenendeinkauf in den Jestetter Zipfel durften, bewegten sich am Samstag lange Autokolonnen zum Grenzübergang Rafz-Solgen/Lottstetten. Besonders die Anwohner der Eglisauer Durchgangstrasse störten sich daran, dass am freien Samstag mehr Fahrzeuge durch das Städtchen fuhren als im täglichen Berufsverkehr.

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Der bekannte Eglisauer Kulturschaffende Christoph Hagedorn mahnte die Einkaufstouristen vor dem Kreisverkehr am östlichen Ortsausgang zur Umkehr. Damit wollte er darauf aufmerksam machen, dass es nicht loyal ist, in der Schweiz einen hohen Lohn zu beziehen und die Einkäufe im billigen Ausland zu tätigen. Das sei unsolidarisch und zerstöre das regionale Gewerbe, sagte Hagedorn, der selbstständiger Unternehmer im Dekorationsbereich ist.

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Er ist zudem der Meinung, dass sich die günstigen Preise neutralisieren, wenn man Aufwand, Wartezeiten und Fahrtkosten berücksichtige. Hagedorn rechnete durch die Wertschätzung des regionalen Gewerbes während der Grenzschliessung mit mehr Nachhaltigkeit. Nun tragen sie das Geld, das sie von uns Steuerzahler in Form von Hilfspaketen oder Kurzarbeitergeld erhalten haben, ins Ausland, schimpfte zudem eine Eglisauer Gewerbetreibende.

Der Einkaufstourismus ist unsolidarisch und zerstört das regionale Gewerbe, Christoph Hagedorn, Initiant der Aktion.
Der Einkaufstourismus ist unsolidarisch und zerstört das regionale Gewerbe, Christoph Hagedorn, Initiant der Aktion. | Bild: privat

Christoph Hagedorn betonte, dass er die Aktion privat organisierte und dies nichts mit seiner Tätigkeit als Präsident des Eglisauer Kulturvereins Viva zu tun habe. Außerdem ist er bereit, allfällige Konsequenzen für die unbewilligte Aktion selbst zu tragen.