In Herrischried gibt es einen dritten Bürgermeisterkandidaten. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt hat am Freitag um 11 Uhr Jörg-Michael Bähr seine Bewerbungsunterlagen eingereicht. Der parteilose 60-jährige Diplom-Verwaltungswirt aus dem Münstertal ist geschieden und Vater einer Tochter.

Kommunalpolitische Erfahrung kann Bähr durch zwei Bewerbungen 2019 als Bürgermeister vorweisen. Vergangenen Sommer kandidierte er in Lottstetten. Wie jetzt in Herrischried auch hatte sich dort der Amtsinhaber um keine weitere mehr Amtszeit beworben. Gegen drei Mitbewerber erzielte Bähr damals bei der ersten Wahl am 7. Juli 18,7 Prozent, bei der zweiten Wahl am 21. Juli dann 11,3 Prozent.

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In Lottstetten hatte Bähr erklärt, eines seiner Anliegen sei der Ausbau der sozialen Infrastruktur. „Hierzu zählen bedarfsgerechte Öffnungszeiten des Kindergartens, Sicherstellung der ärztlichen Betreuung, eventuell auch durch Orts-Sprechstunden benachbarter Ärzte in geeigneten Räumlichkeiten oder Fahrdienste zu Ärzten in der Umgebung.“ Aber auch das Angebot für Kinder und Jugendliche wollte Bähr erweitern und regte die Bildung eines Jugendgemeinderats an. In Bürgerversammlungen, Bürgermeistersprechstunden und Arbeitsgruppen für interessierte Bürger wollte Bähr Modelle für altersgerechtes Wohnen und Mehrgenerationenprojekte vorantreiben.

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Eine weitere Kandidatur unternahm Bähr vergangenes Jahr in Steinhausen an der Rottum im Landkreis Biberach. Auch hier stand der langjährige Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl. Bähr zog seine Bewerbung allerdings wieder zurück, weil er sich nach Informationen unserer Zeitung als Evangelischer in der römisch-katholisch geprägten Gemeinde nur geringe Chancen ausrechnete, und weil er die dortige Lokalzeitung für voreingenommen hielt und sich keinen fairen Wahlkampf ausrechnete. Da Bähr seine Kandidatur erst zurücknahm, als der Wahlausschuss bereits über die Zulassung der Bewerber entschieden hatte, blieb er auf dem Stimmzettel aufgeführt. Bei der Wahl am 27. Oktober kam er gegen zwei weitere Mitbewerber auf 0,8 Prozent.

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Herrischried wählt seinen neuen Bürgermeister am 26. April. Vor Bähr hatten zwei Bewerber ihre Kandidatur erklärt: Der 41-jährige SAP-Berater und Herrischrieder Gemeinderat Christian Dröse (CDU) sowie der 49-jährige Kaufmann und Wehrer Stadtrat Vito Doria (Grüne) wollen Amtsinhaber Christof Berger (60) beerben, der nicht mehr antritt. Die Bewerbungsfrist endet am 30. März.