In der Lobby des Hotels "Goldener Knopf" sieht es aktuell noch immer so aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hat. Nach Beginn der Aufräum- und Renovierungsarbeiten habe sich außerdem schnell gezeigt, dass gerade durch Rußablagerungen und Wasser erhebliche Probleme entstanden seien, die auf den ersten Blick nach dem Brand gar nicht zu erwarten waren. Das erklärt Geschäftsführer Christian Herzog im exklusiven Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Viel zu tun: Mitarbeiter der Firma SDG sind im Keller mit grundlegenden Reinigungsarbeiten beschäftigt. Vielerorts wurden während der Renovierungsarbeiten Rußablagerungen entdeckt, die für erhebliche Probleme sorgen. Bilder: Markus Baier
Viel zu tun: Mitarbeiter der Firma SDG sind im Keller mit grundlegenden Reinigungsarbeiten beschäftigt. Vielerorts wurden während der Renovierungsarbeiten Rußablagerungen entdeckt, die für erhebliche Probleme sorgen. Bilder: Markus Baier | Bild: Baier, Markus

Zuversicht ist groß

Doch es herrscht allenthalben Zuversicht bei Herzog und seinen Mitarbeitern, versichtert der Geschäftsführer des Hotels: "Schlimmer kann es ja auch nicht mehr kommen." Außerdem seien die beauftragten Handwerksbetriebe mit großem Eifer bei der Sache. Daher habe er auch keine Bedenken, dass der sportliche Zeitplan eingehalten werden kann: "In der zweiten Aprilwoche müssen wir mit allem fertig sein", sagt Herzog. Dann beginne die Hauptsaison und das Haus sei ausgebucht.

Keinen Hehl macht Herzog indes auch daraus, dass die ersten Wochen nach dem Brand vor allem von Tiefschlägen geprägt waren: "Im Eingangsbereich wurde während der Aufräumarbeiten auch noch ein Wasserrohrbruch festgestellt, dort sind Teile der Decke heruntergebrochen."

Aus diesem Schacht im 1. OG schlugen die Flammen mit Wucht heraus.
Aus diesem Schacht im 1. OG schlugen die Flammen mit Wucht heraus. | Bild: Baier, Markus

Handwerker arbeiten bis zu zwölf Stunden täglich

Überall wo die aktuell zehn Mitarbeiter der Spezialfirma SDG, die zehn bis zwölf Stunden am Tag im "Knopf" an der Arbeit sind, Abdeckungen geöffnet oder Schächte untersucht haben, seien Rußablagerungen festgestellt worden, die gravierende Bauarbeiten erforderten.

Die Folge: Im gesamten Eingangsbereich wie auch in Teilen des Kellers wurden die Decken- und Wandverkleidungen bis aufs blanke Mauerwerk mit Presslufthämmern heruntergespitzt. Der Bereich rund um die Rezeption gleicht immer noch einem Trümmerfeld.

Rußablagerungen werden zum Problem

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Dazu mussten Isolierungen, Strom- und EDV-Kabel, Schächte und Räume systematisch von den Rückständen des Brandes gereinigt werden. 13 Zimmer sind derzeit nicht bewohnbar. Seit vier Wochen seien Elektriker im Haus tätig, schildert Herzog. Am kommenden Montag soll der Gipser seine Arbeit beginnen.

Erleichtert werden die Arbeiten dadurch, dass vorwiegend Unternehmen aus der Region mit den Arbeiten beauftragt wurden. "Diese kennen unser Haus größtenteils, außerdem sind die Wege kurz und die Flexibilität groß", sagt Christian Herzog.

Brandursache steht fest

Immerhin: An der Brandursache gab es nichts zu rütteln, wie Polizeisprecher Mathias Albicker auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. Es habe sich um einen Kabelbrand infolge eines technischen Defekts gehandelt: "Die Spurenlage war so eindeutig, dass wir nicht einmal einen Gutachter hinzugezogen haben." Insofern komme es auch nicht zu Schwierigkeiten mit den Versicherungen.

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Und dass nun Fortschritte erkennbar seien, sorge bei ihm wie auch bei der Knopf-Crew für Zuversicht, dass bis in drei Wochen tatsächlich alle Nachwirkungen des Brandes beseitigt seien, so Herzog.

Bild: Baier, Markus

Massive Probleme im Betriebsablauf

Denn aktuell komme es zu massiven Behinderungen im Betriebsablauf und zu zahlreichen Reklamationen seitens der Gäste, die erhebliche Beeinträchtigungen hinnehmen müssten: "Das Verständnis für unsere aktuellen Probleme hält sich leider bei vielen sehr in Grenzen", bedauert der Geschäftsführer.

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Ein großes Lob zollt er derweil seinen Mitarbeitern: "In der gegenwärtigen Situation bietet jeder Tag ein neues Abenteuer, das es flexibel zu bewältigen gilt." Eben dies werde von allen mit Bravour getan.

"Wir schaffen das!": Vier Wochen nach dem Brand gibt es im Hotel "Goldener Knopf" noch eine Menge zu tun. Geschäftsführer Christian Herzog bleibt aber zuversichtlich.
"Wir schaffen das!": Vier Wochen nach dem Brand gibt es im Hotel "Goldener Knopf" noch eine Menge zu tun. Geschäftsführer Christian Herzog bleibt aber zuversichtlich. | Bild: Baier, Markus

"Die Unterstützung ist sehr groß", so Herzog. All das trage auch bei ihm dazu bei, sich eine positive Grundstimmung und die Gewissheit zu bewahren, dass das Hotel "Goldener Knopf" nach all den Problemen der vergangenen Wochen schon bald in neuem Glanz erstrahlen werde.