Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben entschieden, dass bestimmten Personengruppen eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 angeboten wird. Zu diesem Personenkreis gehören insbesondere Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Das Seniorenzentrum Wutöschingen gehörte zu Beginn des Jahres zu den Einrichtungen, die früh Bewohnern und Mitarbeitern eine Impfung anbieten konnten.

Martina Meier, Leiterin des Seniorenzentrums Wutöschingen.
Martina Meier, Leiterin des Seniorenzentrums Wutöschingen. | Bild: privat/Meier

Am 2. Februar haben 46 Bewohner und 54 Mitarbeiter die zweite Dosis bekommen. Nun stand am Mittwoch das Team des Kreis-Impfzentrums Tiengen bereit, um Impfwilligen aus dem Pflegeheim sowie aus der benachbarten Wohnanlage für Senioren die sogenannte Booster-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer zu verabreichen.

Die Impfquote

Von den 50 Bewohnern im voll ausgelasteten Pflegeheim ließen oder lassen sich 48 zum dritten Mal impfen. Allerdings seien einige erst später an der Reihe, weil sie erst im Laufe des Jahres in die Pflegeeinrichtung eingezogen sind, erklärt die Leiterin, Martina Meier. Von den 70 Mitarbeitern sind inzwischen 67 geimpft, 35 bekamen nun die dritte Impfung. Auch in diesem Fall kommen einige erst später dran, weil die empfohlene Wartezeit von sechs Monaten noch nicht verstrichen ist. „Manche haben ihre Antikörper bestimmen lassen und dementsprechende Entscheidungen für die dritte Impfung getroffen“, erklärt die Leiterin des Seniorenzentrums. Silke Bittner vom Team der Betreuerinnen nutzte das Angebot, sich den dritten Piks verabreichen zu lassen: „Für mich ist das ein Privileg und gibt mir mehr Sicherheit. Und weil ich im Pflegebereich arbeite, bringt es auch für die alten Menschen etwas.“

Silke Bitter, Betreuerin im Pflegeheim „Sonnengarten“ in Wutöschingen.
Silke Bitter, Betreuerin im Pflegeheim „Sonnengarten“ in Wutöschingen. | Bild: Gerald Edinger

Wie Martina Meier berichtet, wurden von Anfang an die Mitarbeiter informiert und mit einbezogen. „Vor der ersten Impfung hatten die Unentschlossenen die Möglichkeit, vorher ausführlich mit einer jungen Ärztin zu sprechen. Das hat einen Schub gegeben. Man muss aber auch sagen, dass sich 30 Prozent der Mitarbeiter erst im Verlauf des Jahres zu einer Impfung entschlossen haben“, berichtet die Leiterin.

Herbert Gerlach, Bewohner des Seniorenzentrums Wutöschingen
Herbert Gerlach, Bewohner des Seniorenzentrums Wutöschingen | Bild: Gerald Edinger

Das Impfteam kam diesmal nicht aus Freiburg, wie bei den ersten beiden Terminen, sondern direkt vom Kreisimpfzentrum (KIZ) in Tiengen. Am Vormittag wurden die Bewohner des Pflegeheims von Pflegekräften in den Warteraum im Erdgeschoss gebracht. Kurze Zeit später kam nach Erledigung der Formalitäten Impfarzt Volker Roth mit der Spritze. Nach und nach kamen Mitarbeiter und Bewohner des betreuten Wohnens an die Reihe. Für Herbert Gerlach war die dritte Impfung eine Selbstverständlichkeit: „Ich hatte schon bei den ersten beiden Impfungen keinerlei Nachwirkungen gespürt und dachte schon, die wirken nicht. Mit der dritten Impfung weiß ich, dass ich über den Winter sicher bin.“

„Wir versprechen uns verstärkten Schutz“

Martina Meier, Leiterin des Seniorenzentrums „Sonnengarten“, sieht die Einrichtung beim Impfen gegen Covid-19 in einer privilegierten Situation.

Frau Meier, was versprechen Sie sich von der dritten Impfung im Pflegeheim und Bewohnern des betreuten Wohnens?

Wir versprechen uns einen Booster, also einen verstärkten Schutz. Wir waren am 2. Februar 2021 mit eine der ersten Pflegeeinrichtungen, in der Bewohner und Pflegekräfte vollständig geimpft waren. Also sehr privilegiert. Nach sechs Monaten gibt es eine Empfehlung, die Impfung gegen Covid-19 für die älteren Menschen ab 60 und das Pflegepersonal aufzufrischen.

Wer hat die Initiative ergriffen, als das Angebot für die dritte Impfung kam?

Wir haben sofort selbst die Initiative ergriffen und uns bei der Heimaufsicht angemeldet. Von dort geht bei dieser dritten Runde auch die Organisation aus. Um alles strukturiert durchzuführen und auch, um die Hausärzte zu entlasten, haben wir uns für diesen Schritt entschieden. Wir haben das Impfen vor Ort jetzt schon zwei Mal durch und so langsam bekommt man Routine.

Wie hat Ihre Einrichtung die Pandemie bisher überstanden?

Wir haben alles sehr gut überstanden und hatten in dieser langen Zeit keine Corona-Ausbrüche.

Wie erklären Sie sich diesen glücklichen Umstand?

Man kann sagen, dass wir immer sofort alle empfohlenen Maßnahmen wie FFP-2-Masken, Schulungen der Mitarbeiter oder Testungen durchgeführt haben. Vielleicht war auch Glück dabei, aber vor allem viel Engagement und Einsatz aller Mitarbeiter. Auch der Großteil der Angehörigen hat bei allen Maßnahmen immer gut mitgemacht.