Ihre Gnadenhochzeit feiern am heutigen Dienstag in Degernau Alfred und Hannelore Schröter, geborene Ludwig. Geboren und aufgewachsen sind beide in Dachwig/Thüringen, lernten sich dort bei einer Tanzveranstaltung kennen „Es war Liebe auf den ersten Blick“ verrät Alfred Schröter und seine Frau bestätigt lächelnd: „Ja, es hat gleich gefunkt“.

Kein einfaches Los

Gerade 18 war die junge Braut Hannelore Schröter, als sie auf den Hof ihres damals 23-jährigen Ehemannes in Dachwig zog. Kein einfaches Los, denn ihre Schwiegermutter war kurze Zeit vorher verstorben, und hinterließ einen Vier-Männer-Haushalt, dessen Führung fortan der jungen Frau auferlegt war. Für die Landwirtschaft war es natürlich ein Segen wieder eine Frau im Haus zu haben und schon bald durfte sich die Familie an weiterem Zuwachs erfreuen. Tochter Brigitte erblickte das Licht der Welt, fünf Jahre später machte Tochter Uta das Familienglück komplett. Diesen schönen Jahren folgte eine schwere Zeit.

Verlust der Heimat

Die Zwangsenteignung im Jahre 1960 nahm der Familie in der Heimat jegliche Perspektive. Am 3. Dezember 1960 verließen der damals 31-jährige Familienvater und seine fünf Jahre jüngere Frau mit ihren kleinen Töchtern den heimischen Hof. „Wir sind gegangen, mit dem was wir am Leib trugen und jeweils einem Schlafanzug für unsere Töchter in der Handtasche“ erinnert sich Hannelore Schröter. „Am selben Tag verließen drei weitere Familien unser kleines Dorf. Wir haben in der Heimat alle keine Zukunft mehr für uns gesehen“. Auffanglager in Berlin und Frankfurt waren Stationen der Familie Schröter, bevor sie nach Waldshut kamen. Ein halbes Jahr lebte die Familie in einem Zimmer in einem Auffanglager in der Liedermatte, dann endlich konnten sie eine Wohnung in der Wutöschinger Silberwiese beziehen. Alfred Schröter fand Arbeit in Beznau, seine Ehefrau in der Lauffenmühle. Alfred Schröters Vater folgte der Familie in den Westen und kümmerte sich liebevoll um seine Enkelkinder.

Schicksalschläge

Mit viel Eigenleistung erbaute das Ehepaar Schröter sein schönes Eigenheim in Degernau, in dem es bis heute lebt. Nach der Pensionierung hat das rüstige Paar das Reisen für sich entdeckt. Bis zum Nordkap sind die unternehmungslustigen Senioren gekommen und haben dabei jeden Ferientag genossen. Auch ihre fünf Enkelkinder und die vier Urenkel bereiten dem Paar große Freude. Doch sie erlebten auch sehr schwere Zeiten. Beide Töchter und eine Enkelin erkrankten an Krebs, Tochter Uta und Enkelin Corina haben den Kampf gegen die schwere Krankheit verloren.

Feier im engsten Familienkreis

Trotz aller Schicksalsschläge ist das Ehepaar dankbar, das Geschenk der Gnadenhochzeit gemeinsam erleben zu dürfen. Mit Unterstützung leben beide heute noch im eigenen Haus.

Die goldene und diamantene Hochzeit hat das Ehepaar groß gefeiert. Inzwischen sind Hannelore und Alfred Schröter gesundheitlich eingeschränkt, deshalb wird die Gnadenhochzeit im engsten Familienkreis gefeiert.