Es mag die Kraft des Wassers der Wutach sein, die die Menschen in der Gemeinde Wutöschingen mit Schwung und Initiativen versorgt oder die Lage der Gemeinde oder die Bevölkerung selbst, die mit kreativem Denken die Kommune nach vorn bringt. Wutöschingen wächst und gedeiht, nicht nur im Bereich der Wohnansiedlungen, sondern auch im Bereich der Industrie und des Gewerbes.

<strong>Wichtig:</strong> Der Ortsmittelpunkt ist geprägt durch das moderne Industriegebäude der Wutöschinger Aluminiumwerke AWW.
Wichtig: Der Ortsmittelpunkt ist geprägt durch das moderne Industriegebäude der Wutöschinger Aluminiumwerke AWW. | Bild: Heidrun Glaser

Den Mittelpunkt des Kernorts der Gemeinde bildet ein moderner Gebäudekomplex der Firma AWW, die Aluminiumwerke Wutöschingen. Mit mehr als 500 Mitarbeitern ist das Unternehmen einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Gemeinde und im Wutachtal. Die Wohnansiedlungen sind quasi um das große Industrieunternehmen herum gewachsen.

Lange Geschichte

Im Jahr 1110 wurde das Dorf erstmals unter der Grundherrschaft der Herren von Krenkingen erwähnt. Doch Wutöschingen war bereits vor dem zwölften Jahrhundert als Siedlung interessant. Urgeschichtliche Funde verdeutlichen, dass schon während der Steinzeit Menschen im heutigen Ortsgebiet gelebt haben und auch die Alemannen sich dort heimisch niedergelassen hatten.

<strong>Traditionell: </strong>Die Trotte ist eines der ältesten Gebäude in Wutöschingen. Sie ist Vereinsheim und Veranstaltungsraum.
Traditionell: Die Trotte ist eines der ältesten Gebäude in Wutöschingen. Sie ist Vereinsheim und Veranstaltungsraum. | Bild: Heidrun Glaser

Eines der ältesten, noch überaus gut erhaltenen Gebäude ist die Trotte aus dem Jahr 1564. Dieses in der heutigen Hauptstraße gelegene Haus wird äußerst rege von verschiedenen Vereinen genutzt. Der Gewölbekeller wurde vom Narrenverein Frösche als närrisches Domizil ausgebaut und neben dem Musikverein, dem Männergesangverein und der Band Soundstoff haben auch der Siedlerverein und der DRK-Ortsverband seine Räume in diesem geräumigen Gebäude gefunden.

Bürger treffen sich und nutzen Medien

Schräg gegenüber befindet sich mit der Mediothek eine weitere wichtige Einrichtung, die ebenso häufig frequentiert wird. Hier finden die Bürger umfangreiches Lesematerial sowie Kunst und Kultur für Jung und Alt. Der Platz vor der Einrichtung zieht in den Sommermonaten viele Gäste zum Verweilen an, ein Café rundet die gemütliche Atmosphäre ab und auch die Dorfwirtschaft „Zum Ochsen“ vis-a-vis sorgt für ländlich idyllisches Flair.

<strong>Praktisch:</strong> Der Milch- und Bauernladenautomat bietet den Bürgern rund um die Uhr Versorgung mit frischen Landprodukten.
Praktisch: Der Milch- und Bauernladenautomat bietet den Bürgern rund um die Uhr Versorgung mit frischen Landprodukten. | Bild: Heidrun Glaser

Ein Bauernhof mit einem 24-Stunden-Serviceautomat für Milch und Landprodukte zeigt die Fortschrittlichkeit auch in der Provinz. Wutöschingen ist in einigen Bereichen überaus innovativ und setzt auch mit seinem Schulkonzept weit über die Region hinaus Signale. „Wer nicht bereit ist, in die Jugend und Bildung zu investieren, gräbt sein eigenes Grab“, ist Bürgermeister Georg Eble überzeugt. Er hat nach diesem Grundsatz viel in die Alemannenschule investiert. Die Schule geht als Gemeinschaftsschule mit ihrem Lernkonzept bis zum Ende der Sekundarstufe I neue Wege. Mit modernen Medien werden die Kinder auf die Anforderungen der digitalisierten Arbeitswelt vorbereitet.

<strong>Gesellig: </strong>Der Lindenplatz ist ein äußerst beliebter Treffpunkt. Hier wird Boule gespielt oder auch einfach nur ein Schwätzchen gehalten.
Gesellig: Der Lindenplatz ist ein äußerst beliebter Treffpunkt. Hier wird Boule gespielt oder auch einfach nur ein Schwätzchen gehalten. | Bild: Heidrun Glaser

Das Gemeindeleben ist geprägt von einem Vereinswesen, das sich der alemannischen Kultur wie auch der Musik, der Kunst und dem Sport verschrieben hat. Als einer der beliebtesten Treffpunkte gilt der Platz bei der alten Linde, hier wird gerne Boule gespielt oder auch nur gemütlich beisammen gesessen, denn zum miteinander Reden nehmen sich die Wutöschinger gerne Zeit, um über Gott und die Welt zu philosophieren. Auch der 1595 geborene, bisher berühmteste Sohn des Dorfes, Pater Stanislaus Saurbeck, bekannt als „Apostel des Bregenzer Waldes“, wusste die Macht der Worte als Kapuzinermönch erfolgreich einzusetzen.

Hemmnisse für Ideen

Bürgermeister Georg Eble zweifelt gelegentlich an der Wirkung vieler Worte, besonders, wenn der bürokratische Wildwuchs die Ideenkraft im Rathaus bremst. „Es ist absolut sinnlos, ich habe mir schon den Mund fusselig geredet“, hört man den Rathauschef dann im Gemeinderat klagen.