Ein gemütlicher Abend mit Freunden beim Billard und Tischkicker spielen im Jugend-Pub. Oder einen Nachmittag gemeinsam mit Gleichaltrigen bei Sportveranstaltungen, Kursen und Workshops. All das gibt es in Waldshut-Tiengen mit dem Jugendzentrum (JuZ), das regelmäßige Treffen für Kinder und Jugendliche, sowie Projekte, Konzerte und Workshops organisiert. In der Gemeinde Wutöschingen fehlt eine solche Jugendeinrichtung mit fest organisierten Jugendtreffen. Die Jugendlichen, die zwischen 15 und 19 Jahre alt sind, treffen sich deshalb in Sport- oder Musikvereinen, beim Deutschen Roten Kreuz, in der Kirche und organisieren sich ihre Treffen und Treffpunkte selbst.

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Musik- und Sportvereine

In jedem Ortsteil der Gemeinde Wutöschingen gibt es einen Musikverein, teilweise zusätzlich eine Guggenmusik sowie unterschiedliche Sportvereine. In den wöchentlichen Trainingseinheiten und Proben entsteht häufig ein guter Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen, auch wenn es, wie bei den Musikvereinen, keine einzelnen Jugendgruppen gibt. „Die Jugendlichen treffen sich neben dem Training auch privat“, so Dirk Büche, Vorsitzender des Judo-Zentrums. Außerdem engagieren sich die Jugendlichen so auch bei Aktionen und Projekten wie Altpapiersammlungen, Sommerfreizeiten und Zeltlagern.

Kirchliche Jugendtreffs

Besonders die evangelische Kirche Wutachtal ist im Bereich Jugendarbeit sehr aktiv. Es gibt regelmäßige Jugendtreffs sowie Ausflüge und Gottesdienste für Jugendliche. Und dieses Angebot wird von vielen Jugendlichen genutzt. „Die Kirche ist modern, ich treffe hier meine Freunde und es gibt bei den Treffen auch meistens was zu essen und Musik, das ist ganz cool“, sagt Sarah Umrath, die sich im Jugendausschuss der Kirche engagiert.

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In der katholischen Kirche gibt es momentan nur die Ministranten als Jugendgruppe, eine Katholische Junge Gemeinde (KJG) gibt es nicht mehr. Deshalb organisieren auch die Ministranten immer wieder Ausflüge und Aktionen, so Bianca Bächle, eine Ministrantin aus Wutöschingen.

Bauwägen

Die Bauwägen werden von Jugendlichen selbst organisiert. In der Gemeinde gibt es in Wutöschingen, Schwerzen und Degernau Bauwägen, teilweise sogar mehrere pro Ortschaft. Die Jugendlichen treffen sich dort, um Zeit miteinander zu verbringen, abends zu feiern und neue Leute kennenzulernen. Die Bauwägen werden meist von einer kleinen Gruppe Jugendlicher organisiert, die auch die Bar und das Gelände betreuen. Dabei sollten die Bauwägen nicht immer mit Alkohol in Verbindung gebracht werden, so Lara Fischer. „Wir haben uns auch schon mit dem Verein oder der Familie am Bauwagen getroffen und gegrillt.“

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An Aktionen speziell für Jugendliche würden trotzdem die meisten der befragten Jugendlichen teilnehmen. „Zu Veranstaltungen oder Workshops zu interessanten Themen würde ich sicher gehen“, so Lara Fischer. Und auch Johannes Schlegel sagt: „Bei Aktionen wie Politik und Pizza wäre ich auf jeden Fall dabei.“

Die meisten sehen keinen Bedarf für ein Jugendzentrum

Fehlt den Jugendlichen ein fester Jugendtreff, der von der Gemeinde organisiert und betreut wird? „Nein“, das ist die Antwort, die viele der von uns befragten Jugendliche geben.

  • „Ich würde sowieso nicht hingehen, denn ich bin mit meinen Vereinen zufrieden und habe keine Zeit für ein Jugendzentrum“, sagt Johannes Schlegel. So geht es vielen Jugendlichen. Neben der Schule sind sie Mitglied in einem Sportverein und einem Musikverein, einige engagieren sich dort oder in der Kirche zusätzlich ehrenamtlich. Deshalb fehlt vielen die Zeit, um das regelmäßige Angebot in einem Jugendzentrum zu nutzen.
Johannes Schlegel: „Ich bin mit meinen Vereinen zufrieden und habe keine Zeit für ein Jugendzentrum.“
Johannes Schlegel: „Ich bin mit meinen Vereinen zufrieden und habe keine Zeit für ein Jugendzentrum.“ | Bild: Katharina Schlegel
  • „Zu regelmäßigen Treffen würde ich wahrscheinlich nicht gehen, aber bei Workshops oder Kursen zu einzelnen Themen wäre ich dabei“, sagt Konda Daza, die sich in der evangelischen Kirche Wutöschingen engagiert. Dort habe sie ihre Gruppe gefunden. Doch ein Jugendzentrum, das nicht nur die Musiker oder die Sportler, sondern alle Jugendlichen anspricht, hält sie trotzdem für eine gute Idee.
Konda Daza: „Bei Workshops und Kursen zu einzelnen Themen wäre ich dabei.“
Konda Daza: „Bei Workshops und Kursen zu einzelnen Themen wäre ich dabei.“ | Bild: Chikondano Daza
  • Auch Lara Fischer teilt diese Meinung: „Ich würde das Angebot eines Jugendzentrums eher nicht wahrnehmen, weil ich regelmäßig zum Bauwagen gehe. Ich bin mit der Situation jetzt zufrieden. Für Jüngere, zwischen 15 und 17 Jahre, wäre ein Jugendzentrum aber sicher eine gute Idee.“ Außerdem kennt Laura den Grund, wieso es in der Gemeinde so viele Bauwägen gibt: „Wir Jugendlichen wollen uns auch mal fern von Zuhause treffen. Ein Jugendzentrum wäre da sicher eine Alternative.“
Lara Fischer: „Mir fehlt kein Jugendzentrum in Wutöschingen, weil ich regelmäßig am Bauwagen bin. Dort treffe ich meine Freunde und wir verbringen den Mittag oder auch mal einen Abend gemeinsam.“
Lara Fischer: „Mir fehlt kein Jugendzentrum in Wutöschingen, weil ich regelmäßig am Bauwagen bin. Dort treffe ich meine Freunde und wir verbringen den Mittag oder auch mal einen Abend gemeinsam.“ | Bild: Lara Fischer
  • Für Alina Jäger vom Musikverein Wutöschingen sind Musikverein und Kirche eine Art Jugendtreff: „Ich brauche deshalb eigentlich kein Jugendzentrum. Trotzdem denke ich, dass ein Jugendzentrum angenommen werden würde, vor allem von Jugendlichen, die in keinen Vereinen sind.“
Alina Jäger: „Für mich ist der Musikverein und die Kirche eine Art Jugendtreff. Ich brauche deshalb kein Jugendzentrum.“
Alina Jäger: „Für mich ist der Musikverein und die Kirche eine Art Jugendtreff. Ich brauche deshalb kein Jugendzentrum.“ | Bild: Alina Jäger