Für die Wutöschinger gibt es eine gute Nachricht: Der einzige noch in Wutöschingen praktizierende Arzt Volker Hildebrand hat mit Stefanie Ruch eine Nachfolgerin gefunden. „Ich bin sehr erleichtert und freue mich, dass die Praxis, wenn ich in den Ruhestand gehe, übergangslos weitergeführt wird“, sagt der 64-jährige Landarzt. Seit 33 Jahren ist der gebürtige Wutöschinger hier der Dorfarzt, bereits sein Vater betreute hier jahrzehntelang seine Patienten.

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„Für mich ist es vor allem eine wahnsinnige Erleichterung, dass meine Patienten weiterhin vor Ort medizinisch betreut und versorgt werden, und weil ich weiß, dass sie in guten Händen sein werden“, sagt er. Angesichts des großen Ärztemangels auf dem Land, scheint jetzt die rund 7000 Einwohner zählende Gemeinde Wutöschingen zukünftig gut aufgestellt zu sein. Mit dem Bau des Ärztehauses in der Dorfmitte und der dortigen Eröffnung einer Arztpraxis voraussichtlich Anfang kommenden Jahres wird es dann zwei Arztpraxen für Allgemeinmedizin geben.

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Aber vorerst bleibt in der einzigen Arztpraxis in der Mangenstraße 6 alles beim Alten: viele Patienten und viel Arbeit. Denn die Übergabe erfolgt erst im Jahr 2021, wenn Stefanie Ruch ihre Prüfung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin absolviert hat. Sowohl die Patienten als auch die neue Dorfärztin hatten schon die Gelegenheit, sich kennenzulernen, denn Stefanie Ruch arbeitet hier nach ihrem in Freiburg absolvierten Medizinstudium als Weiterbildungsassistentin. Die gebürtige Blumbergerin lebt mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern in Ofteringen. Vor ihrem Studium absolvierte sie die Ausbildung zur Pharmazeutisch Technischen Assistentin und arbeitete vier Jahre lang in ihrem Beruf, bevor sie das Medizinstudium begann.

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„Der Schritt in die Selbstständigkeit mit einer eigenen Praxis erfordert schon Mut, aber ich habe mich nach reiflicher Überlegung für diesen Schritt entschieden. Ich sehe es als Chance und Privileg an“, sagt die 40-Jährige. Als Mutter von zwei kleinen Kindern komme die Arbeit als selbstständige Ärztin ihr zeitlich viel besser entgegen. Die Arbeitszeiten mit den Schichtdiensten im Krankenhaus mit einem Familienleben zu vereinbaren, sei ungleich schwieriger, so lautet ihre Erfahrung.

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Umso mehr freue sie sich nun auf ihre eigene Praxis, auch wenn es bis dahin noch ein bisschen dauert. Volker Hildebrand wird seine Nachfolgerin auch nach der Praxisübergabe im Jahr 2021 tatkräftig unterstützen. Und, je nachdem, wie es seine Zeit als Ruheständler erlaubt, ein oder zwei Tage die Woche in der Praxis mitarbeiten. „Allerdings ist sie dann der Chef“, freut er sich, und: „ich bleibe solange, wie sie glaubt, mich zu brauchen.“ Auch Bürgermeister Georg Eble fällt ein Stein vom Herzen: „Das ist ein Sechser im Lotto, Frau Ruch rennt bei der Gemeinde Wutöschingen offene Türen ein.“

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