Seit Freitag ist klar, dass bundesweit alle Schulen bis nach den Osterferien geschlossen bleiben. Das Coronavirus (SARS-CoV-2) stellt nun auch Lehrer und Schüler vor außergewöhnliche Herausforderungen. An der Wutöschinger Alemannenschule (ASW) herrschte am Montag noch rege Betriebsamkeit und eine gewisse Gelassenheit vor. Rektor Stefan Ruppaner gibt sich entspannt, lässt keine Panik aufkommen und beantwortet die Fragen der Schüler unaufgeregt.

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Homeoffice für Schüler

An der Gemeinschaftsschule im Wutachtal setzte man mit der digitalen Lernplattform „DiLer“ schon vor Jahren einen Meilenstein. Der Unterricht an der Schule fällt zwar aus, dank der digitalen Ausrichtung der Alemannenschule wird nun aber via Internet mit den Kindern und Jugendlichen kommuniziert. „Das ist wie Homeoffice“, erklärt Ruppaner.

Schüler und Lehrer bleiben über die Plattform Diler in Kontakt.
Schüler und Lehrer bleiben über die Plattform Diler in Kontakt. | Bild: Gerald Edinger

Auf dieser Plattform werden alle Lerninhalte zur Verfügung gestellt. „Das Material reicht für Jahre“, versichert der Rektor. Die verbale Verbindung mit den Kindern und Jugendlichen hält Ruppaner für wichtig. „So können auftretende Fragen von den Lernbegleitern schnell beantwortet werden“, betont der Schulleiter. Allerdings weiß er schon jetzt, dass nicht nur ihm „der unmittelbare persönliche Kontakt schon fehlen werde“.

Falls Schüler (Lernpartner) in der „schulfreien Zeit“ bis Ostern einen Test schreiben wollen, sei auch das organisatorisch kein Problem. „Dann vereinbaren wir einen Termin und der Test kann in der fast völlig leeren Schule geschrieben werden“, erklärt Stefan Ruppaner. Am Montag war er noch mit vielen Detailfragen zum Online-Unterricht konfrontiert. Schüler können sich online untereinander wie auf dem Marktplatz bin der Schule zum gemeinsamen Lernen verabreden und, falls notwendig, mit einem Lernbegleiter (Lehrer) Kontakt aufnehmen.

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Auf dem Bildschirm erscheinen dann alle Teilnehmer und können an dieser „Videokonferenz“ teilnehmen. Die Kommunikation mit den Schülern finde, anders als bei freien Anbietern, im geschützten, nicht öffentlichen Bereich des Lernprogramms statt, betont Ruppaner die Sicherheit von „DiLer“. Für die Kommunikation gelten feste Zeiten, die am Dienstag den Schülern via Lernplattform mitgeteilt werden.

Ein Schüler der Alemannenschule hält mit Rektor Stefan Ruppaner (im Bildschirm unten rechts) und seinen Mitschülern über das iPad Kontakt.
Ein Schüler der Alemannenschule hält mit Rektor Stefan Ruppaner (im Bildschirm unten rechts) und seinen Mitschülern über das iPad Kontakt. | Bild: Gerald Edinger

Was für die Alemannenschule zum Alltag gehört, sei nicht an allen Schulen möglich, weiß der Wutöschinger Schulleiter. Aus diesem Grund hätte er sich gewünscht, dass „DiLer“ landeweit als Lernplattform eingeführt worden wäre. „Das ist eine verlässliche Lernplattform, die funktioniert. Das hätte das Land von uns sogar umsonst haben können“, beton Ruppaner. Die Zahl von 145 Neuanmeldungen für das neue Schuljahr, das nach den Sommerferien beginnt, nimmt Stefan Ruppaner als Indiz dafür, dass viele Eltern aus der Region offenbar auch die digitale Ausrichtung der Wutöschinger Gemeinschaftsschule zu schätzen wissen.

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Obwohl die Schule geschlossen bleibt, seien die meisten der 70 Lernbegleiter täglich vor Ort. Zudem wurde eine Not-Betreuung für Schüler organisiert.