Das Fahrrad ist heute nicht nur Freizeit- und Sportgerät, sondern hat dank E-Bike auch wieder eine wachsende Bedeutung als Fortbewegungsmittel im Alltag. Zwar sind die Verkaufsräume der Fachgeschäfte wegen der Corona-Krise derzeit geschlossen. Wer jedoch sein Velo zur Reparatur oder zum Kundenservice bringen möchte, kann bei Händlern im Raum Waldshut-Tiengen telefonisch einen Werkstatt-Termin vereinbaren. Auch eine Kaufberatung per Telefon oder Internet ist möglich.

Auch die Fahrradhändler sind von der Pandemie schwer getroffen worden. Denn im Frühling startet die Hauptsaison für die Zweiräder und damit normalerweise auch der Hochbetrieb der Händler. Michael Schäuble, Inhaber eines Fachgeschäfts in Gurtweil, kommentiert: „Eine Punktlandung im schlechtesten Sinne. Als wenn das Virus einen Hass auf Fahrradläden hätte.“ Wie andere Händler bietet Schäuble nach wie vor seinen Reparaturservice an, Kunden können telefonisch einen Termin vereinbaren und ihr Fahrrad vorbeibringen. Ebenso per Telefon sind Beratungen zu Neuanschaffungen möglich, was allerdings laut Schäuble nur einen eingeschränkten Nutzen hat. Denn Probefahrten sind ebensowenig möglich wie ausführliche persönliche Einweisungen am neuen Rad. Dies sei insbesondere bei Pedelecs ein wichtiger Gesichtspunkt. Der Fahrradhändler: „Da wollen die Leute genau wissen, wie es geht.“ Seine Werkstatt hat übrigens ein rundes Dutzend Fahrräder auf Vordermann gebracht, die entnervte Grenzgänger wieder ausgemottet hatten. Damit umkurbeln sie jetzt die massiven Staus, die derzeit wegen der Grenzschließung plagen, und fahren dann von der Schweiz aus mit dem Zug zur Arbeit.

„Der Ladenverkauf fehlt völlig“, bedauert auch Paul Martin, Inhaber des Fahrradfachgeschäfts in der Nachbargemeinde Dogern. Auch er bietet nach wie vor Reparaturen an, etwa sechs bis acht Anfragen dazu gebe es täglich. Wie bei anderen Händlern steht dabei im Vordergrund, das Velo zu überholen und fit für die neue Saison zu machen. Insbesondere die Inhaber von Pedelecs, mit denen nicht selten Streckenleistungen von 4000 bis zu 5000 Kilometern jährlich absolviert würden, legten Wert auf kompetente Wartung. Hinzu kämen ebenfalls per Telefon zwei bis drei Beratungen pro Tag zu Neuanschaffungen.

Ausschließlich E-Bikes und Pedelecs verkauft das Geschäft eKone in Tiengen, repariert werden jedoch auch konventionelle Räder. Der Betrieb bietet ebenfalls nach wie vor mit telefonischer Vereinbarung einen Werkstattservice an. Verkaufsleiter Dirk Obst zur komplexeren Technik elektrisch unterstützter Fahrräder: „Ich würde keinem Laien empfehlen, selbst am Motor herumzuschrauben.“ Auch bei eKone können sich Interessenten telefonisch bei Neukäufen beraten lassen.

Reparaturen nach Vereinbarung und Kaufberatungen per Telefon bietet auch das Fahrradfachgeschäft Hupfer in Lauchringen an. Inhaber Werner Hupfer zum gegenwärtigen Betrieb in der Werkstatt: „Wir haben das normale Programm. Es wird wärmer, die Leute holen das Rad aus dem Keller.“ Der Händler hebt einen aktuellen Vorzug der pedalgetriebenen Fortbewegung an frischer Luft hervor: „Radfahren wird jetzt empfohlen, weil es die Lungen stärkt.“

Das E-Bike heißt eigentlich Pedelec

Bei vielen Fahrradhändlern dominiert die elektrisch unterstützte Variante inzwischen das Angebot. Es gibt auch Läden, die Velos ohne Motor gar nicht mehr führen. Zu unterscheiden sind zwei Varianten.

Das Pedelec (Abkürzung steht für Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt während des Tretens und nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Wie stark der Motor eingreift, kann in mehreren Stufen geregelt werden. Diese Variante macht den Großteil des Markts aus. Die schnellere Pedelec-Klasse (S-Pedelec) mit stärkeren Motoren gehört nicht mehr zu den Fahrrädern, sondern zu den Kleinkrafträdern. Die Motorunterstützung wird erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet. Diese Räder benötigen ein Versicherungskennzeichen wie etwa beim Mofa. Der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM haben („Mofa-Führerschein“). Auch muss er einen Helm benutzen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Pedelec-Arten meistens als E-Bike bezeichnet. E-Bikes im engeren Sinn sind jedoch mit einem Elektromofa zu vergleichen und lassen sich fahren, auch ohne dabei in die Pedale zu treten. Auch hier sind ein Versicherungskennzeichen und mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich.

Quelle: Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC)

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