Das Betreuungsangebot für Kinder in Waldshut-Tiengen, die noch nicht zur Schule gehen, schneidet, je nach Stadtteil unterschiedlich gut ab. Während es in Waldshut aktuell genügend Kita- (für die unter Dreijährigen) und Kindergarten-Plätze (für alle über Dreijährigen) gibt, klafft in Tiengen eine Lücke.

Dies zeigen die neuesten Zahlen des Kindergarten-Bedarfsplans, den Stephanie Meyer, in der Stadtverwaltung unter anderem verantwortlich für Schulen und Kindergärten, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorstellte. Naturnahe Einrichtungen wie beispielsweise ein Waldkindergarten, könnten das Angebot schnell verbessern.

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Grundsätzlich so Meyer, zeige die Erhebung zwei klare Trends. Zum einen eine „allgemein steigende Anfrage nach Krippenplätzen“. In den vergangenen zehn Jahren seien in der Stadt deshalb mehr als 100 Krippenplätze geschaffen worden, um dem Betreuungsbedarf gerecht zu werden. Mit der Neueinrichtung einer Krippengruppe in Eschbach sowie den neuen Einrichtungen der Stoll-Vita-Stiftung und der geplanten Kita auf dem neuen Feuerwehrhaus „ist der Bedarf an Krippenplätzen im Bereich Waldshut und Ortsteilen gut abgedeckt“, urteilt Stephanie Meyer. Nicht gedeckt sei hingegen der Bedarf an Krippenplätzen in Tiengen.

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Der zweite Trend betrifft die Betreuungsformen für Kinder ab drei Jahren. Stephanie Meyer: „Der Trend geht deutlich hin zum Betreuungsangebot ohne Mittagsunterbrechung.“ Aktuell stehen lauf Meyer (Stand 1. September 2021) 32 Kinder auf der Warteliste für einen Krippenplatz und 77 Kinder auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz. Deshalb dürften bestehende Plätze auf gar keinen Fall wegfallen. Eine kurzfristige Lösungsansatz für Tiengen sieht die Fachfrau der Verwaltung in einem Wald- oder Naturkindergarten, da eine solche Einrichtung schnell realisiert werden könne.

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CDU-Stadträtin Natalie Rindt sieht in dem Bedarfsplan einen guten Arbeitsplan „wie wir weitermachen können“ und regte gleichzeitig an, Gurtweil bei den weiteren Planungen nicht zu vergessen. Im Zuge der Erweiterung der Grund- und Werkrealschule könnten sich durchaus Synergien zum Ausbau der Kinderbetreuung ergeben. Die Angebotslücke mit einem Waldkindergarten zu schließen, bewertete Grünen-Sprecherin Petra Thyen positiv, auch die Idee von Ratskollegin Rindt, den Blick auch nach Gurtweil zu richten.

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Ein ausreichendes Betreuungsangebot sei für Frauen unverzichtbar um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Die Idee von Ulrike Linke (Grüne), Eltern mit einem Taxidienst zu unterstützen, wenn diese für ihre Kinder nur in einem anderen Stadtteil einen Betreuungsplatz finden, befand Hauptamtsleiterin Ingrid Eble als schwer umsetzbar. Für Krenkinger Kinder habe man einen solchen Dienst eingerichtet, er sei aber „unheimlich schwierig, die zu organisieren“. Ulrike Linke fordert daraufhin private Fahrgemeinschaften finanziell zu unterstützen.