Abkühlung von den bevorstehenden heißen Tagen können Besucher in den Freibädern von Waldshut und Tiengen finden. Der Gemeinderat der Doppelstadt sprach sich in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit dafür aus, die Freizeiteinrichtungen ab dem morgigen Mittwoch, 24. Juni, zu öffnen. „Es wird ein anderes Baden sein“, sagte Oberbürgermeister Philipp Frank, der sich bei der Abstimmung enthielt, angesichts der gesetzlich vorgegebenen Abstands- und Hygienemaßnahmen, die den Badebetrieb in dieser Saison erheblich einschränken werden. Am Eröffnungstag gilt in beiden Freibädern freier Eintritt.

Ein Großteil der Ein- und Ausstiege aus dem Becken bleibt gesperrt.
Ein Großteil der Ein- und Ausstiege aus dem Becken bleibt gesperrt. | Bild: Juliane Schlichter

„Weder Badegäste noch Mitarbeiter dürfen durch das Virus zu Schaden kommen“, betonte Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Pflüger, der im Gemeinderat das mit dem Gesundheitsamt abgestimmte Betriebskonzept vorstellte. Dieses sieht unter anderem vor, dass sich vorerst – bis zu einer möglichen Lockerung – zeitgleich maximal 114 Gäste im Freibad Waldshut sowie 130 Gäste im Freibad Tiengen aufhalten dürfen.

Diese Regeln gelten in den Freibädern von Waldshut und Tiengen

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Wasserfläche in Waldshut wird halbiert

„In Waldshut kommt erschwerend die Chlorung hinzu“, sagte der Stadtwerke-Chef. Die veraltete Filtertechnik des sanierungsbedürftigen Waldshuter Bades habe zur Folge, dass nicht das komplette Becken gechlort wird und die Wasserfläche um die Hälfte reduziert werden muss.

Weil die Chlorung im sanierungsbedürftigen Waldshuter Freibad nicht hundertprozentig funktioniert, bleibt die Hälfte der Wasserfläche gesperrt.
Weil die Chlorung im sanierungsbedürftigen Waldshuter Freibad nicht hundertprozentig funktioniert, bleibt die Hälfte der Wasserfläche gesperrt. | Bild: Juliane Schlichter

Drei Zeitfenster pro Tag gibt es für die Besucher, die sich vorab über die Webseite der Stadtwerke online registrieren müssen. Die FDP-Stadträtin Anette Klaas befürchtete bei dieser Regelung einen Nachteil für Menschen ohne Internetzugang. Siegfried Pflüger sagte auf ihre Anmerkung: „Sofern die Kapazität nicht erreicht ist, können diese trotzdem ins Bad.“ Voraussetzung sei, dass sie sich an der Kasse mit ihren Kontaktdaten registrieren.

CDU-Stadtrat Philipp Studinger dankte den Stadtwerken für die Öffnung der Bäder unter erschwerten Bedingungen. Dies ermögliche „einen Urlaub zu Hause für den kleinen Geldbeutel“, so Studinger.

1,50 Meter Abstand gelten auf den Liegewiesen der Freibäder.
1,50 Meter Abstand gelten auf den Liegewiesen der Freibäder. | Bild: Juliane Schlichter

Zu den weiteren Einschränkungen zählen ein Mindestabstand von fünf Metern in den Schwimmerbecken sowie eine Einbahnstraßenregelung im Wasser und auf dem Gelände. Die Gäste müssen „wie Entenfamilien hintereinander her schwimmen“, sagte Pflüger. Die Sammelumkleidekabinen und die Innenduschen bleiben geschlossen, außerdem ein Großteil der Attraktionen wie der Sprungturm und die Wellenrutsche im frisch sanierten Tiengener Bad.

„Wir sind sehr froh, dass überhaupt geöffnet wird“, sagte Christiane Maier, Vorsitzende von Pro Freibad Waldshut, auf Nachfrage dieser Zeitung. Der Verein hätte sich jedoch laut ihrer Aussage gewünscht, wenn die Stadtwerke einige seiner Vorschläge umgesetzt hätten. Pro Freibad hatte bei einem Gespräch mit den Stadtwerken unter anderem eine Zugangskontrolle an den Becken durch Jetons oder Bälle vorgeschlagen. „Die Idee ist grundsätzlich gut“, sagte Pflüger auf Nachfrage. Man wolle aber zunächst schauen, wie das Konzept der Stadtwerke sich in der Praxis bewährt.

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