Die Waldshuter Junggesellen hätten diesen Sommer so richtig Glück gehabt. Auf der Suche nach einem geeigneten Chilbibock hätten sie nicht, wie vor zwei Jahren, bis nach Kassel reisen müssen. Nein. Eine kurze Fahrt nach Gaiß hätte ausgereicht. Denn dort reift der Nachkomme von „Florian der Zunftübergreifende“, der Jubiläumsbock von 2018, zu einem stattlichen Schafbock heran.

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Da die Chilbi wegen der Corona-Pandemie nur im Kleinformat stattfindet, muss sich der gut einjährige Joachim noch ein wenig gedulden. Läuft alles nach Plan, soll er aber 2021 zum Symboltier des großen Heimatfestes auserkoren werden – sehr zur Freude von Joachim Ebi, Bockgewinner der 550. Chilbi, und Bockhotelier Joachim Auer.

Als Joachim Ebi den Jubiläumsbock vor zwei Jahren gewann, hat er „Florian der Zunftübergreifende“ nicht nur gleich in die Arme, sondern vor allem in sein Herz geschlossen. So blieb ihm das Schicksal vieler vormaliger Chilbiböcke erspart, die der Tradition folgend beim Bockessen verspeist wurden. Bock Florian blieb bei Bockhotelier Joachim Auer in Gaiß und vor allem am Leben. Und im Stall und auf den Wiesen von Auer genießt das Tier sein Dasein in vollen Zügen und hat inzwischen bereits 15 Nachkommen gezeugt. Neun im vergangenen, sechs in diesem Jahr. Und einer davon sollte in diesem Sommer groß rauskommen.

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Der etwa 15 Monate alte Joachim, so haben Joachim Ebi und Joachim Auer das Tier mit den schon prächtigen Hörnern kurzerhand getauft, sollte das Symboltier der 552. Waldshuter Chilbi werden. Doch wegen der Corona-Pandemie wird daraus nun nichts. Klein-Joachim muss sich also noch ein wenig in Geduld üben. Nicht immer einfach für einen stürmischen Jungbock. Aber nur fürs Erste nicht. Sollten im kommenden Jahr Großveranstaltungen wieder erlaubt sein, käme er endlich zum Zug und wäre somit nach vielen Jahren wieder einmal ein Chilbibock aus einem heimischen Stall.

Bocksohn: Jungbock Joachim, Sohn von „Florian dem Zunftübergreifenden“, kam 2019 auf die Welt und wäre unter normalen Umständen in diesem Sommer Bock der 552. Waldshuter Chilbi geworden.
Bocksohn: Jungbock Joachim, Sohn von „Florian dem Zunftübergreifenden“, kam 2019 auf die Welt und wäre unter normalen Umständen in diesem Sommer Bock der 552. Waldshuter Chilbi geworden. | Bild: Oldenburg, Kai

„Im nächsten Jahr wäre er immer noch im richtigen Alter für seine Auftritte“, ist Joachim Auer überzeugt. Ob dies gegebenenfalls nach einem weiteren Jahr in der Warteschleife, also 2022 noch der Fall wäre, glaubt Auer nicht wirklich. Dann wäre er vermutlich zu alt und damit zu bockig, um beim Festumzug sicher über die Kaiserstraße geführt werden zu können. Aber kein Problem. Denn im Februar dieses Jahres erblickte ein weiterer Sohn von „Florian der Zunftübergreifende“ das Licht der Welt. Er wäre sowohl im kommenden, wie auch im übernächsten Jahr im richtigen Alter für die Waldshuter Chilbi.

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Das sieht auch Marc Jacobshagen, Zunftmeister der Junggesellenschaft Waldshut 1468. Deshalb werde Timon Schmidt, zweiter Ladenmeister, immer mal wieder in Gaiß vorbei schauen, um die Entwicklung der beiden Jungböcke im Auge zu behalten. Bereits zum festen Ritual sind Besuche in Gaiß für Joachim Ebi geworden.

Chilbibock knüpft Freundschaften

Und meistens hat er, wie am Montagabend auch, gesunde Leckerli für die Nachkommen seines Chilbibocks dabei. Ebi: „Jackson, so hieß Florian der Zunftübergreifende früher, ist längst ein richtiges Mitglied der Familien Ebi und Auer geworden.“ Und nicht nur das. Durch den „Prachtkerl“ (Joachim Ebi) hat sich auch zwischen den beiden Familien längst eine enge Bande geknüpft.

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