Herr Schlett, ist der Alkoholkonsum an Fasnacht gestiegen?

Alkohol an Fasnacht war schon immer ein Problem. Ich denke, der Konsum ist relativ konstant geblieben. Dies gilt auch für die Zahlen bei der Hoorigen Mess': Bis zu zehn Patienten aller Altersgruppen bringen wir jedes Jahr ins Krankenhaus, rund fünf behalten wir zum Ausnüchtern bei uns in der Unfallhilfestelle in der Molkereistraße und zusätzlich behandeln wir etliche kleinere Verletzungen wie Schnittwunden, die oft im Zuge von zu viel Alkohol entstehen.

Haben Sie es in letzter Zeit auch verstärkt mit anderen Drogen wie zum Beispiel K.O.-Tropfen zu tun?

Es ist sehr schwierig festzustellen, was jemand alles zu sich genommen hat. Manchmal haben wir schon den Verdacht, dass K.O.-Tropfen im Spiel sein könnten und verständigen dann die Polizei. Was dann dabei heraus kommt, bekommen wir nicht mit.

Was ist das Wichtigste, um bei Großveranstaltungen Schlimmeres im Zuge von übermäßigem Alkoholkonsum zu verhindern?

Das Wichtigste ist, sich umeinander zu kümmern und aufeinander aufzupassen. Die Leute sollen die Fasnacht genießen und Spaß haben, dabei aber nicht nur das eigene Verhalten, sondern auch das von anderen im Blick haben. Jemand kann beispielsweise mal sagen, jetzt ist genug. Und bei Verdacht, dass etwas mit jemandem nicht stimmt, sollte sofort die Notrufnummer 110 oder 112 gewählt werden.