Hoch über dem Tal rollen die mit Holz beladenen Wagen auf dem Viadukt. Gezogen von einer Lok. Dort, wo normalerweise die Sauschwänzlebahn von Weizen hinüber nach Blumberg dampft. Ein ungewohntes, gleichfalls imposantes Bild, das sich dem Betrachter des Probetransports Ende Juni bot.

Mit der Bahn statt mit dem Lastwagen

Holz von Weizen zum Bahnhof Zollhaus mit der Bahn statt mit dem Lastwagen transportieren? Der Test ist geglückt, und wenn es nach der Bahnbetriebsgesellschaft Blumberg geht, sollen weitere derartige Holztransporte folgen.

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„Bahnbetrieblich ist alles wirklich gut gelaufen. Auch die Verladung vom Lastwagen auf die Bahnwaggons hat gut funktioniert“, sagt Christian Brinkmann, Leiter der Bahnbetriebe Blumberg auf Nachfrage. Entgegen eines Augenzeugenberichts, der von Problemen berichtete. „So können wir uns das vorstellen, mit vielleicht noch einem Wagen mehr“, sagt Brinkmann. Er spricht von ein, zwei Zügen wöchentlich.

240 Tonnen Fracht auf zehn Waggons

Die Jungfernfahrt hat bewiesen, dass es geht. Die Baumstämme wurden in Weizen verladen. Die Lok zog zehn Waggons mit 240 Tonnen Fracht, so viel wie etwa 40 Elefanten wiegen, in rund 50 Minuten hinüber nach Blumberg. Obwohl das Wetter nicht ideal war. Für die Fuhre hätten zwölf Lastwagen fahren müssen. Der Verkehr auf der B314 würde auf diesem Abschnitt erheblich entlastet.

25 Kilometer mit stetigem Anstieg

Die Steigung sei nicht sehr extrem. Brinkmann spricht von einem Prozent. „Aber sie ist sehr lang. Die Strecke steigt über die 25 Kilometer stetig an, da kommen manche Motoren schon an ihre Leistungsgrenze“, beschreibt er.

Lastwagen fahren bislang mit dem Holz auf dem Rücken nach Immendingen, wo das Holz verladen und mit der Bahn zu großen Teilen ins Allgäu transportiert wird. Die Idee war, die Transportstrecke rückwärts bis nach Weizen zu verlängern, um den Verkehr auf der Straße zu entlasten.

Interesse für Bahntransport besteht

Es könnte ein Modell für die Zukunft sein. Nach dem gelungenen Testlauf gibt es laut Brinkmann im Moment jedoch keine konkreten Aussichten für weitere Holztransporte. Die Blumberger Bahnbetriebsgesellschaft sei in Verhandlungen mit Transportunternehmen. „Es besteht ein Interesse daran, Holz mit der Bahn zu transportieren“, sagt der Eisenbahnbetriebsleiter.

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Alles sei eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Brinkmann: „Eine ganze Transportkette ist beteiligt. Es muss sich für alle lohnen.“ Zum Zeitpunkt des Telefongesprächs sei noch Holz in Weizen gelegen, das der Forst von Lastwagen zu Lastwagen habe verladen lassen.

Viel Holz geht in den Allgäu. Brinkmann weiß, dass auch China viel Holz aus der Region kauft.

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