Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Atemnot: Keine Anzeichen einer Erkrankung, sondern gewöhnliches Lampenfieber gab es für zahlreiche Musiker im Wutachtal am Sonntagabend um 18 Uhr. Denn alle waren dem Internet-Aufruf „Musiker*innen für Deutschland“ gefolgt und hatten vom Fenster aus oder auf dem Balkon Musik gemacht, um ein Zeichen zu setzen für Solidarität in Zeiten der Corona-Pandemie.

Mit Übung: Eigentlich wollte die Vorsitzende Jugend des Musikvereins Horheim Yvonne Würth nur ihre Jungmusiker zum Üben motivieren und rief per WhatsApp dazu auf, bei Musiker*innen für Deutschland mitzumachen. Die große Teilnahme freuten die freie Mitarbeiterin im Wutachtal so sehr, dass sie beschloss, diese in der Zeitung (mit Einverständnis) zu veröffentlichen.
Mit Übung: Eigentlich wollte die Vorsitzende Jugend des Musikvereins Horheim Yvonne Würth nur ihre Jungmusiker zum Üben motivieren und rief per WhatsApp dazu auf, bei Musiker*innen für Deutschland mitzumachen. Die große Teilnahme freuten die freie Mitarbeiterin im Wutachtal so sehr, dass sie beschloss, diese in der Zeitung (mit Einverständnis) zu veröffentlichen. | Bild: Liriel Würth

Familien greifen zum Instrument

Besonders erfreulich ist es, wenn in der Familie alle dem musikalischen Hobby frönen. Selbstverständlich für Familie Armbruster mit Silke (Altsaxophon), Matthias (Trompete) und den Töchtern Laura (Querflöte) und Hannah (Waldhorn) aus Stühlingen war der gemeinsame mehrstimmige Auftritt. Eigens für seine Tochter Selina (Querflöte) übte sich Alex Noll aus Horheim im Blockflötenspiel und kreierte eine eigene Stimme, begleitet wurden die beiden von der jüngsten Tochter Sibell auf dem Tambourin, Mutter Silke hielt das Konzert im Bild fest.

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Die Geschwister Alessia (Querflöte) und Fabiana (Klarinette) Forgione aus Horheim sowie Marie (Klarinette) und Jacob (Tenorhorn) Büche aus Wutöschingen spielten gemeinsam, Jenna Kaiser (Musikverein Grimmelshofen), Johanne Genswein, Lea Sachse, Leonard Fox, Melina Dannull, Sarah Weissenberger und Sophie Stoll (alle Horheim) zwar alleine, wurden aber alle von ihren Familien unterstützt.

Mit Balkon: Familie Noll aus Horheim musizierte gemeinsam am Sonntagabend vor dem Fenster und machte beim Flashmob Musiker*innen für Deutschland mit. Bereits Tage vorher übten die drei gemeinsam: Papa Alex (von links) mit einer eigenen Stimme auf der Blockflöte, Selina auf der Querflöte und Sibell auf dem Tambourin, während Mutter Silke filmte und fotografierte.
Mit Balkon: Familie Noll aus Horheim musizierte gemeinsam am Sonntagabend vor dem Fenster und machte beim Flashmob Musiker*innen für Deutschland mit. Bereits Tage vorher übten die drei gemeinsam: Papa Alex (von links) mit einer eigenen Stimme auf der Blockflöte, Selina auf der Querflöte und Sibell auf dem Tambourin, während Mutter Silke filmte und fotografierte. | Bild: Silke Noll (ywü)

Alle Altersgruppen machen mit

Vom Blockflötenanfänger wie Milan Hilpert über Blockflöten-Profi Sophie Storz (beide Horheim) bis hin zu den Musikveteranen aus den Musikvereinen gab es mutige Solisten. Die Jungmusiker des Musikvereins Horheim hatten bereits seit Tagen auf diesen „Auftritt“ hingefiebert und geübt. Bevor der Liedwunsch „Ode an die Freude“, die Europahymne nach dem Gedicht von Friedrich Schiller und in der Vertonung von Ludwig van Beethoven im Beethovenjahr anlässlich des 250. Geburtstages bekannt wurde, hatte die Jungmusik aus Horheim vereinbart, vom Duo The White Stripes das beliebte „Seven Nation Army“ zu spielen.

Mit Familie: Familienmusik gab es auch bei Familie Armbruster von der Stadtmusik Stühlingen und dem Musikverein Eberfingen. Mehrstimmig erschallte die Europahymne Ode an die Freude im Beethovenjahr von Hanna (von links, Waldhorn), Silke (Altsaxophon), Laura (Querflöte) und Matthias (Trompete) durch Stühlingen.
Mit Familie: Familienmusik gab es auch bei Familie Armbruster von der Stadtmusik Stühlingen und dem Musikverein Eberfingen. Mehrstimmig erschallte die Europahymne Ode an die Freude im Beethovenjahr von Hanna (von links, Waldhorn), Silke (Altsaxophon), Laura (Querflöte) und Matthias (Trompete) durch Stühlingen. | Bild: Privat

Denn das Gitarrenriff ist sogar von den Blockflötenanfängern mit etwas Übung machbar. Dass für dieses Lied eine E-Gitarre dabei sein muss, war Christoph Tannhäuser aus Horheim klar, spätestens als er bemerkte, dass er mit seiner Mollenhauer-Flöte gar nicht zu hören ist: „Aber mein bester Kumpel hat zeitgleich in Nordrhein-Westfalen die Europahymne gerockt, das wäre auch cool gewesen.“ Goldtrompeter Johannes Mutter vom Musikverein Wutöschingen flüchtete aus seinem winzigen Studentenwohnheimzimmer in München nach Hause und gab mit seiner Musik gerne „Ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts“.

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