Die für eine intakte Umwelt bedeutsame Bienenhaltung gehört zu den Tätigkeiten, die seit Jahrtausenden von vielen Menschen bis ins hohe Alter trotz Stechrisiko gern ausgeübt werden. In den Reihen des 101 Jahre alten Imkervereins Hotzenwald gibt es mehrere Mitglieder, die sich seit der Jugendzeit für die nicht einfachen Aufgaben der Immenhaltung interessierten und die ihre Völker so lange betreuen wollen, wie es nur geht. Zu ihnen gehören die in der letzten Jahresversammlung für besondere Verdienste geehrten Mitglieder Horst Schneider, Fridolin Völkle und Werner Gebhardt. In einem Gespräch mit der Zeitung berichteten sie über die Entwicklung der Imkerei auf dem Wald.

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Als der in Wickartsmühle aufgewachsene Horst Schneider als 13-jähriger zufällig mit einem langjährigen Willaringer Bienenhalter in Kontakt kam, reifte der Entschluss, irgendwann selbst die Verantwortung für eigene Völker zu übernehmen. In dieser Zeit standen noch auf fast jedem zweiten Hof im Hotzenwald Bienenstände mit zwei oder drei Völkern, deren Honigerzeugnisse hoch geschätzt wurden. Dies änderte sich nach und nach mit den Wohlstandsjahren, in denen mehr Einkaufsmärkte auch immer mehr Honigwaren zu günstigen Preisen anboten.

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„Parallel zu dieser Entwicklung stockten aber die verbliebenen Imker die Zahl der von ihnen betreuten Völker auf“, berichtete Fridolin Völkle, der auch als 13-jähriger erstmals Lehrstunden bei einem erfahrenen Imker in Altenschwand nahm. In die Bienenhaltung quasi hineingeboren wurde Werner Gebhardt, der auf dem elterlichen Anwesen in einer Wiesentalgemeinde oft nur wenige Meter neben den Bienenstöcken des Vaters im Sandkasten spielte. Die ersten sechs eigenen Völker überließ ihm der Vater zu Beginn seiner Försterausbildung. Sie waren in einem Wanderstand untergebracht, den er zu all seinen Ausbildungsorten mitnahm. Nach seiner späteren Ernennung zum Förster im Rickenbacher Maisenhardtrevier, stellt er bis heute hier auch seine Bienenstöcke auf, die in dem naturbelassenen Umfeld gut gedeihen konnten.

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Eine Mitgliedschaft im Imkerverein Hotzenwald war für ihn, wie auch für Horst Schneider und Fridolin Völkle, eine Selbstverständlichkeit. Wie wertvoll dieses Engagement für den Verein war, betonte der heutige Vorsitzende Wilhelm Montsko im Ehrungsteil der Jahresversammlung. Gut zwei Drittel des langen Vereinsbestehens stellte sich Horst Schneider für die immer vielseitiger werdenden Vereinsaktionen als Helfer auf jedem Posten zur Verfügung. Bis heute fehlt er auch an keiner Versammlung und er nutzt die zusätzlich angebotenen Imkertreffs zum Erfahrungsaustausch.

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Vom Landesverband gab es nun die Ehrenurkunde für seinen 65 Jahre anhaltenden Imkereinsatz. Fridolin Völke und Werner Gebhardt übernahmen Vorstandsarbeiten, die auch mit dem Besuch von Kreis- und Landesversammlungen der Imker verbunden waren. Die dort vermittelten neuen Erkenntnisse rund um die Bienenhaltung wurden von ihnen an den Ortsverein weitergegeben. „Es hat auch immer wieder berichtenswerte Fortschritte im Wissen um die Bienenhaltung und die Veränderungen in der Umwelt gegeben“, betonten unisono die früheren Vereinsvorsitzenden. Ihr Einfluss auf die Vereinsarbeit fand ebenfalls großes Lob von Wilhelm Montsko.

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Von Fridolin Völkle, der für 40-jährige Vorstandsmitarbeit die Ehrennadel des Landesverbands erhielt, kamen auch viele Impulse für eine Beschäftigung mit grundlegenden naturphilosophischen und ökologisch wichtigen Denkweisen, die mit dem globalen Artenrückgang und mit den zunehmenden Umweltgefahren immer aktueller wurden. In den Nachkriegsjahren verbanden die Dorfbewohner noch mit der Bienenhaltung in erster Linie die Erzeugung eines beliebten Nahrungsmittels. Dass heute bei immer mehr Bürgern der Umweltaspekt in den Vordergrund rückt, freut die Imker. Aber sie betonen, dass ein noch größeres gesellschaftliches Umdenken im Alltags- und Konsumverhalten erforderlich sei. Die Erkenntnis, dass es ohne Insekten kein Leben auf dieser Erde gibt, müsse sich noch stärker für die Förderung einer ökologisch wertvollen Landbewirtschaftung auswirken. Das sei wichtig für die Insekten, die vor allem im Obstanbau zu 70 bis 80 Prozent die Bestäubungsarbeit leisten. Für wertvolle Nahrungsmittel, so die weitere Argumentation der drei Imker, müsse von der Gesellschaft auch ein Preis gezahlt werden, der den Landwirten eine rücksichtsvolle Bewirtschaftung ihrer Flächen ermöglicht. Die von Kommunen, Vereinen und Umweltschützern unterstützte Anlegung blühender Landschaften in Ortsgebieten wird von ihnen begrüßt, aber als noch nicht ausreichend zur Sicherung der Artenvielfalt eingestuft. Auch in der Waldbewirtschaftung, so meinte der früher in den Naturpädagogik engagierte Lehrer Fridolin Völkle, gebe es positive Entwicklungen, die aber noch mit der verstärkten Anpflanzung von blühenden Baumarten wie der Wildkirsche weiter vorangebracht werden könnten.

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