Rund 35 Gäste sind am Sonntagnachmittag auf den Abhau gekommen zur Einweihung eines Gedenksteins in Erinnerung an die Aufgabe des Pumpspeicher-Projektes Atdorf am 11. Oktober 2017 durch den Stromkonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW). Michael Peter von der Bürgerinitiative Atdorf/Verein für den Erhalt des Abhaus und des Haselbachtals hatte einige der ehemaligen Mitstreiter zu diesem Anlass eingeladen.

Michael Peter von der BI Atdorf und seine Gäste stießen mit Quellwasser auf den neuen Gedenkstein an.
Michael Peter von der BI Atdorf und seine Gäste stießen mit Quellwasser auf den neuen Gedenkstein an. | Bild: Karin Steinebrunner

In einem Fotobuch hatte Peter den acht Jahre andauernden Kampf gegen die Pumpspeicherpläne, der mit Hunderten von Terminen einhergegangen war, festgehalten. Darin ist der Weg dokumentiert von der Gründung der BI kurz nach der Vorstellung des Projektes im Herbst 2009 über große Demos im Winter 2011, Aufrufe und Flyer bis zur ablehnenden Abstimmung im Herrischrieder Gemeinderat am 9. Juni 2016 zur Vergabe von Gemeindegrundstücken an das Schluchseewerk und zum Erörterungsverfahren in Wehr im Januar 2017, zu dessen Auftakt unter anderem 30 Traktoren durch Schnee und Eis vom Wald heruntergefahren waren.

Roland Kroell sang sein „Atdorflied“.
Roland Kroell sang sein „Atdorflied“. | Bild: Karin Steinebrunner

Die BI hatte gewarnt, dass durch den Bau von den 1111 Quellen auf dem Abhau 703 beeinflusst oder zerstört würden und dass der Stollen zwischen Ober- und Unterbecken aufgrund von Verwerfungen in der Betriebsphase rund 9000 Kubikmeter Wasser pro Tag schlucken würde. Die Gemeinden Herrischried und Rickenbach benötigten pro Tag etwa ein Zehntel dieser Menge. Als im Oktober 2017 das Aus für das Projekt verkündet wurde, gab es eine Feier auf dem Münsterplatz in Bad Säckingen und am 15. Oktober ein Fest auf dem Abhau. Am 10. Juni 2018 feierte die BI offiziell das Ende des Projekts mit einem großen Fest in der Rotmooshalle in Herrischried.

Bernd Wallaschek trug Markus Manfred Jungs Gedicht „Abhaue?“ vor, mit dem der Dichter den Kampf gegen das Projekt unterstützt hatte.
Bernd Wallaschek trug Markus Manfred Jungs Gedicht „Abhaue?“ vor, mit dem der Dichter den Kampf gegen das Projekt unterstützt hatte. | Bild: Karin Steinebrunner

Der Gedenkstein Stein soll den Dank an alle festhalten, die sich für den Erhalt von Abhau und Haselbachtal eingesetzt haben. Aufgestellt wurde er auf einem Grundstück von Alfred Bachmann, von dem Peter erklärte, es sei das Kerngrundstück des Widerstandes gegen das Projekt gewesen. Steinmetz Jürgen Peduzzi, einer der Gemeinderäte, die sich von Anfang an gegen das Projekt ausgesprochen hatten, besorgte den Unterstein aus Tiefenstein und den Stein, einen Findling vom Hotzenwald, und meißelte die Inschrift ein.

Nach der Begrüßung spielte die Gruppe Federhut vom Protest bekannte Titel, Roland Kroell sang sein „Atdorflied“ und Bernd Wallaschek trug Markus Manfred Jungs Gedicht „Abhaue?“ vor, mit dem der Dichter den Kampf gegen das Projekt unterstützt hatte.