Wenn Pfarrer Martin Rathgeber am 1. Februar als neuer Pfarrer der Kirchengemeinde Murg-Rickenbach-Herrischried sein Amt antritt, ist das sozusagen ein Wiedersehen unter guten Bekannten. Denn bereits nach der Pensionierung von Pfarrer Wilhelm Brüggemann 2018 hatte Rathgeber als Pfarrer der Kirchengemeinde Wehr und Öflingen die Vakanzvertretung in der benachbarten Kirchengemeinde übernommen.

Der Übergang ist nahtlos. Noch am Sonntag, 17. Januar, verabschiedete Dekanin Christiane Vogel in der Friedenskirche in Wehr Pfarrer Martin Rathgeber in Richtung Murg. Fast zwölf Jahr lang hatte Rathgeber in Wehr und Öflingen gewirkt, bevor im September letzten Jahres in einem Gottesdienst die dortige Kirchengemeinde persönlich darüber informierte, zum 1. Februar 2021 in die Kirchengemeinde Murg-Rickenbach-Herrischried zu wechseln.

Die Gründe für seinen Wechsel nannte Rathgeber damals „vielfältig“. Zum einen verwies Rathgeber darauf, dass nach einer Zeitspanne von zwölf Jahren routinemäßig eine Pfarrerwechsel erfolgen sollte. Er sei nun bereits elf Jahre in Wehr. Aber auch praktische Gründe spielten eine Rolle. Rathgeber war bis zur Schließung des Krankenhauses Bad Säckingen 2017 in der Klinikseelsorge tätig und wechselte dann in die Klinikseelsorge des Klinikums Hochrhein in Waldshut. Das sind etliche Kilometer mehr an Anfahrtsweg. Dazu kam am Ende der „wenig befriedigende“ dauernde Wechsel zwischen den drei Arbeitsstellen Wehr, Klinikum und Vakanz in Murg.

So nahm Pfarrer Martin Rathgeber den Vorschlag des Evangelischen Oberkirchenrats in Karlsruhe an, die Kirchengemeinde Murg-Rickenbach-Herrischried zu übernehmen, als Pfarrerin Sonja Scheib im August 2020, und damit früher als geplant, Murg wieder verließ. Scheib war im März 2019 für zwei Jahre als Pfarrerin auf Probe in ihr Amt eingeführt worden. „Ich habe in Murg erfahren, dass die Zusammenarbeit gut klappt“, meinte Rathgeber im September zu seinem Wechsel in die Kirchengemeinde Murg-Rickenbach-Herrischried, die eine von 17 evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Hochrhein ist und rund 2000 Mitglieder hat.

Der Einführungsgottesdienst ist für Sonntag, 7. Februar, um 10 Uhr in der Christuskirche in Murg geplant und wird aufgrund Corona nicht in der üblichen Form stattfinden. Wie schon beim Abschiedsgottesdienst in Wehr sind Voranmeldung und Schutzkonzept zwingend (Atemschutz, Abstand, Hygiene und kein Gesang). Gottesdienst wird außerdem maximal 30 Minuten dauern.

Nach Plänen und Ideen für die Zukunft in der neuen Kirchengemeinde befragt, meint Pfarrer Martin Rathgeber, es gäbe diese zwar, aber coronabedingt werde sich davon erst einmal kaum etwas, respektive gar nichts umsetzen lassen. In Murg ist schon alles auf die Ankunft des neuen Pfarrers und seiner Frau vorbereitet. Die Kirchengemeinde hatte die Vakanz nach dem Auszug der Familie Brüggemann genutzt, um das in den 60ern erbaute Pfarrhaus zu sanieren. Rund 140.000 Euro nahm die Kirchengemeinde dafür in die Hand. Die Finanzierung erfolgte über Eigenmittel, landeskirchliche Baubeihilfe und Darlehen.