Herr Eschbach, Sie haben 1970 die Leitung der neuen Grund- und Hauptschule Niederhof übernommen. Haben Sie noch an der alten Schule unterrichtet?

Nein. Aber ich hatte noch verwaltungstechnisch mit ihr zu tun. 1970 zogen ja nur die Hauptschüler in die neue Schule um. Die Grundschüler blieben. Wir haben es so gemacht, dass 1971 die Einschulungsklasse in die neue Schule kam. Bis 1974 hatten holten wir dann nach und nach alle Klassen rüber.

Mit der neuen Grund- und Hauptschule endete auch der bisherige Volksschulunterricht in Niederhof. Inwiefern?

Bis dahin wurden Schüler verschiedener Klassen zusammen in einem Klassenzimmer unterrichtet. Mit der neuen Grund- und Hauptschule galt das Klassenlehrerprinzip. Das heißt, die Klassen wurden jetzt getrennt unterrichtet, und jede Klasse hatte einen Klassenlehrer.

Wie viele Schüler hatte die Schule?

Wir hatten 160 Hauptschüler aus Niederhof, Oberhof und Hänner. Aber nur die Hauptschüler. Oberhof und Hänner hatten damals noch eigene Grundschulen. 1977/78 kamen die dortigen Grundschulen dann als Außenstelle zur Grund- und Hauptschule Niederhof.

Haben Sie besondere Erinnerungen an die Anfangszeit in Niederhof?

Ich bin damals voller Optimismus, Begeisterung und Elan die Sache herangegangen. Auch die Kollegen. Das war schon mit viel Arbeit verbunden, aber es hat allen Freude und Spaß gemacht.

Die Schullandschaft hat sich seitdem komplett verändert. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?

Wenn begonnen wird, zu restaurieren oder reformieren, ist das für mich immer auch ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Die Gesellschaft hat sich generell verändert. Wenn möglichst viele Kinder in weiterführende Schulen gehen sollen, ist klar, dass die Hauptschulklassen kleiner und irgendwann zusammengelegt werden. Ich persönlich bedaure, dass die Hauptschule durch die Gemeinschaftsschule abgelöst wird.

Gab es die gute alte Zeit wirklich?

Das kann ich vorbehaltlos nicht bejahen. Das menschliche Gehirn ist so angelegt, dass es nur die guten Dinge bewahrt. Das hängt auch davon ab, um was es geht. Auf dem Land aber war es früher so, dass die Kinder viel arbeiten mussten. Die Schule war die Kinder daher eine willkommene Unterbrechung.