Knatternde Lastenhelikopter haben es bereits vergangene Woche angezeigt: Der Bau des grenzüberschreitenden Rheinuferwegs Laufenburger Acht ist in seine entscheidende Phase gekommen. Am badischen Ufer haben Firmen aus Deutschland und der Schweiz mit der Errichtung von Wegen, Stegen und Hängebrücken am 1,3 Kilometer langem Steilufer zwischen Kraftwerk und Codman-Anlage begonnen. Weil das zwischen dem Rhein und den Gleisen der Hochrheinbahn gelegene Gelände sehr unwegsam ist, mussten Maschinen und Material teilweise durch die Luft antransportiert werden.

Der stellvertretende Geschäftsführer der Churer Firma Crestageo, David Baseglia (links), erläutert, wie eine der beiden Hängeseilbrücken verankert werden. Sie führt zu der Stelle, wo im Hintergrund links der orangene Bagger steht.
Der stellvertretende Geschäftsführer der Churer Firma Crestageo, David Baseglia (links), erläutert, wie eine der beiden Hängeseilbrücken verankert werden. Sie führt zu der Stelle, wo im Hintergrund links der orangene Bagger steht. | Bild: Vonberg, Markus

Vertreter des badischen und des aargauischen Laufenburg sowie der an Planung und Bau beteiligten Firmen trafen sich am Dienstagnachmittag zu offiziellen Eröffnung dieses Teils der Arbeiten. Noch dieses Jahr sollen sie abgeschlossen und die Laufenburger Acht auf ganzer Länge begehbar sein.

Am Schweizer Ufer hat das Projekt bereits seit Längerem sichtbare Ergebnisse hervorgebracht. An der Rheinbadi wurde ein Stellplatz für Wohnmobile angelegt, an der Badstube, einer beliebten Grünanlage und Badestelle am Rhein, gibt es jetzt Duschen und Toiletten, der schon seit langen bestehende Fußweg entlang des Rheins wurde „tiptop instandgesetzt“, wie Stadtammann Herbert Weiss in Erinnerung rief. Rund 350.000 Franken nahm das Schweizer Laufenburg dafür in die Hand, 30 Prozent des Geldes kommen aus dem Interreg-Programm der Europäischen Union.

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Auf deutscher Seite tat sich bisher augenscheinlich wenig. „Immer wieder bin ich in den vergangenen Monaten gefragt worden, wann es denn nun endlich losgehe“, sagte Bürgermeister Ulrich Krieger. Zwar waren die Arbeiten im November 2017 auf deutscher Seite des Rheinkraftwerks mit einem symbolischen Spatenstich begonnen worden. Doch bis auf ein paar rosafarbene Markierungen war von der Laufenburger Acht nichts zu sehen, denn es waren bisher vor allem die Planer damit beschäftigt. „Jetzt wird auch für die Bevölkerung der Baubeginn greifbar“, so Krieger. Seine Stadt investiert 2,5 Millionen Euro in die Laufenburger Acht, davon kommen 60 Prozent aus dem EU-Programm Interreg, das grenzüberschreitende Projekte in Europa fördern soll.

Nur kleindimensionierte Maschinen wie dieser Bagger können eingesetzt werden. Er wurde per Kran über die Bahnlinie zur Baustelle gehoben.
Nur kleindimensionierte Maschinen wie dieser Bagger können eingesetzt werden. Er wurde per Kran über die Bahnlinie zur Baustelle gehoben. | Bild: Vonberg, Markus

Ingenieur Andree Binninger erläuterte die Dimensionen des jetzt anstehenden Wegstücks. Es schließt eine bisher bestehende Lücke bei dem Uferweg in zwei Ländern, denn zwischen dem vom Betreiber Energiedienst erst seit Juli für Fußgänger als permanenter Rheinübergang geöffneten Wehr des Kraftwerks und der Codman-Anlage am Rand der Altstadt des badischen Laufenburgs besteht bisher keine direkte Verbindung.

Die Baustelle liegt eingezwängt zwischen den Gleisen der Hochrheinbahn und dem Steilufer des Rheins. Die Materialien wurden per Helikopter eingeflogen.
Die Baustelle liegt eingezwängt zwischen den Gleisen der Hochrheinbahn und dem Steilufer des Rheins. Die Materialien wurden per Helikopter eingeflogen. | Bild: Vonberg, Markus

Neben dem Weg, den die Laufenburger Firma Weber Bau neu angelegt, sollen dies vor allem mehrere Stahlbauwerke ändern, die die Graubündner Firma Crestageo errichtet: ein 50 Meter langer Ufersteg am Kraftwerk, eine 37 Meter lange Hängeseilbrücke über eine kleine Schlucht, eine 10 Meter lange Stahlbrücke und eine fast 140 Meter lange Kombination aus Ufersteg, Übergangs- und Hängeseilbrücke, die die Höhendifferenz hinab zur Codman-Anlage überwindet.

Sie stehen für die Laufenburger Acht (von links): David Baseglia von Crestageo, Carina Walenciak vom Hauptamt der Stadt Laufenburg/D, Andrea Baumann von der Tourist-Info Laufenburg/CH, Jochen Ulrich von Energiedienst, Andree Binninger von Tillig Ingenieure, Stadtammann Herbert Weiss, Bürgermeister Ulrich Krieger, Roland Indlekofer vom Bauamt der Stadt Laufenburg/D, Michael Gromball von Kunz Galaplan, Peter und Madeleine Weber von Weber Bau sowie Ivan Brigante, Stadtschreiber II von Laufenburg/CH. Es fehlt Elisabeth D‘Souza vom Tourismus- und Kulturbüro Laufenburg/D.
Sie stehen für die Laufenburger Acht (von links): David Baseglia von Crestageo, Carina Walenciak vom Hauptamt der Stadt Laufenburg/D, Andrea Baumann von der Tourist-Info Laufenburg/CH, Jochen Ulrich von Energiedienst, Andree Binninger von Tillig Ingenieure, Stadtammann Herbert Weiss, Bürgermeister Ulrich Krieger, Roland Indlekofer vom Bauamt der Stadt Laufenburg/D, Michael Gromball von Kunz Galaplan, Peter und Madeleine Weber von Weber Bau sowie Ivan Brigante, Stadtschreiber II von Laufenburg/CH. Es fehlt Elisabeth D‘Souza vom Tourismus- und Kulturbüro Laufenburg/D. | Bild: Vonberg, Markus

Der Bau sei technisch durchaus anspruchsvoll, wie der stellvertretende Crestageo-Geschäftsführer David Baseglia sagte. So müssten die Stützen sämtlich Maßanfertigungen mit einer Länge von 40 Zentimetern bis 4 Metern. Die Anker für die Hängeseilbrücken würden in den Untergrund getrieben, bis sie auf Fels stießen und dann noch 1,5 Meter tief in diesen hineingetrieben. Die bis zu 750 Kilogramm schweren Stahlelemente der Brücken und Stege werden vorgefertigt und in den nächsten Wochen vor Ort montiert. Ende des Jahres müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann sollen auch Passanten jenen Blick genießen können, von der Baseglia sagte: „Selbst für einen Bergler ist die Aussicht sehr schön.“