Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist. Doch jeder zehnte Patient findet laut Auskunft der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) keinen Spender.

Thomas Baumgartners Stammzellen landen Treffer in der Knochenmarkspenderdatei

Einer, der erfolgreich Stammzellen gespendet hat und damit einem Menschen das Leben retten konnte, ist Thomas Baumgartner. Der junge Bundespolizist aus Küssaburg ließ sich vor fünf Jahren typisieren. Nur wenig später gab es einen Treffer in der Knochenmarkspenderdatei: Seine Stammzellen passten auf die eines an Leukämie erkrankten Mannes. "Ein Patient hat mich sozusagen gefunden. Ich habe ihm Stammzellen gespendet und jetzt ist er wieder gesund", freut sich Thomas Baumgartner.

Um Erfolgsgeschichten wie die von Baumgartners Stammzellenempfänger zu wiederholen, kam der Polizeioberkommissar, der als stellvertretender Dienstgruppenleiter bei der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein arbeitet, auf die Idee, das Gastspiel des Bundespolizeiorchesters München in Unterlauchringen mit einer Typisierungsaktion zu verknüpfen.

Der Reinerlös des Benefizkonzerts, das am Samstag, 15. September, um 20 Uhr in der Gemeindehalle Unterlauchringen beginnt und das der SÜDKURIER als Medienpartner unterstützt, geht an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Die Registrierung als Stammzellenspender geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt.
Die Registrierung als Stammzellenspender geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt. | Bild: DKMS

Jede Typisierung kostet die DKMS 50 Euro. Damit möglichst viele Menschen sich als Stammzellenspender registrieren lassen können, ist die Gemeindehalle Unterlauchringen, die die Gemeinde für die Typisierung und das Benefizkonzert kostenlos zur Verfügung stellt, am 15. September bereits ab 10 Uhr geöffnet.

Die Typisierung läuft wie ein Speicheltest im Krimi ab

Den ganzen Tag über – auch noch nach Konzertende – ist ein Team der DKMS vor Ort, um von potenziellen Spendern mit einem Wattestäbchen Abstriche in der Mundhöhle vorzunehmen. Die Prozedur ist unkompliziert und schmerzfrei. "Ein Speicheltest wie im Krimi", beschreibt Helmut Mutter, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein, das Szenario.

Anschließend wird das Wattestäbchen eingetütet und die Daten des Spenders werden anonymisiert gespeichert. Wenn es einen Treffer in der Datenbank gibt, wird dieser von der DKMS kontaktiert. Auch dann werde niemand gezwungen, seine Stammzellen tatsächlich zu spenden. "Bis zum Tag der Spende kann man ablehnen", betont Baumgartner und fügt hinzu: "Aber je mehr bei der Typisierung mitmachen, desto größer ist die Chance, dass Spender gefunden werden."

Warum sich Volksbank-Chef Joachim Mei bereits typisieren ließ

Joachim Mei, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hochrhein, die die Veranstaltung als Sponsor unterstützt, hat sich vor vielen Jahren typisieren lassen. "Man weiß nie, ob es einen nicht selber trifft", sagt Mei, für den die Typisierung eine Art Bürgerpflicht ist. "So wie Blutspenden", fügt der Volksbank-Chef hinzu.

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Das Bundespolizeiorchester München, das dann am Abend auf der Bühne ein rund zweistündiges Konzert gibt, besteht aus 46 Berufsmusikern. Neben Anlässen wie beispielsweise dem Tag der offenen Tür im Bundeskanzleramt in Berlin spielt das Orchester, das zu den renommiertesten Blasorchestern Deutschlands zählt, immer wieder auch im Rahmen der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit bei Benefizkonzerten für soziale und gemeinnützige Zwecke. Fußballfreunde haben das Orchester sicherlich auch schon einmal im Stadion oder im Fernsehen erlebt, wenn es bei Länderspielen die Nationalhymne intoniert.

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Im Repertoire hat das Bundespolizeiorchester München, das auch als der gute Ton der Bundespolizei bezeichnet wird, "gehobene sinfonische Blasmusik", wie Helmut Mutter ankündigt. Dirigiert werden die Musikerinnen und Musiker von dem Niederländer Jos Zegers.

 

Alle Informationen zur Veranstaltung in Unterlauchringen

  • Das Konzert: Das Bundespolizeiorchester München gibt am Samstag, 15. September, unter der Leitung von Jos Zegers ein Benefizkonzert in der Gemeindehalle Unterlauchringen (Jahnstraße 3). Beginn ist um 20 Uhr, Saalöffnung um 19 Uhr. Im Foyer bewirtet das Blasorchester Unterlauchringen die Besucher vor und nach dem Konzert sowie in der Pause.
  • Die Eintrittkarten: Die Konzertkarten kosten im Vorverkauf zwölf Euro und an der Abendkasse 14 Euro. Sie sind im Vorverkauf erhältlich in den Geschäftsstellen der Volksbank Hochrhein in Lauchringen, Tiengen und Kadelburg.
  • Die Typisierung: In der Zeit von 10 bis 20 Uhr sowie nach dem Konzert besteht die Möglichkeit, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Dafür ist lediglich ein Speichelabstrich in der Mundhöhle mit einem Wattestäbchen erforderlich.
  • Das Orchester: Das Bundespolizeiorchester München wurde 1952 als "Musikkorps des BGS" gegründet und ist damit fast so alt wie die Bundespolizei selbst, die 1951 als Polizei des Bundes ins Leben gerufen wurde. Aktuell besteht das Orchester aus 46 Berufsmusikern.
  • Die Veranstalter: Die Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein veranstaltet das Benefizkonzert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Unterstützt werden sie dabei von der Volksbank Hochrhein und dem Blasorchester Unterlauchringen sowie als Medienpartner vom SÜDKURIER Medienhaus und von Radio Seefunk. Schirmherr der Benefizveranstaltung ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner aus Lauchringen.