Frau Autenrieth, wie geht die Registrierung von möglichen Stammzellspendern vonstatten?

Am 20. Juli können sich alle Interessierten, die gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt sind, mithilfe eines Wangenschleimhautabstrichs in die DKMS aufnehmen lassen. Helfer unterstützen die Spender bei der Registrierung und nehmen die Kontaktdaten auf. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung erfolgt die Registrierung mit Wattestäbchen per Wangenschleimhautabstrich. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von fünf bis zehn Minuten.

Andrea Autenrieth von der DKMS.
Andrea Autenrieth von der DKMS. | Bild: DKMS

Tut das weh?

Nein!

Von wem wird die Aktion betreut?

Die DKMS ist vor Ort und wird in Niederwihl von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Diese bekommen vorab eine ausführliche Einweisung und können sich bei Fragen jederzeit an unsere Mitarbeiter wenden. Die Betreuung durch einen Arzt ist nicht notwendig, da der Spender den Wangenabstrich selbstständig durchführt.

Was genau wird untersucht? Welche Informationen kann Speichel enthalten?

Bei einer Typisierung werden zwölf Gewebemerkmale bestimmt. Diese sind für die Blutbildung ausschlaggebend und müssen bei Spender und Patient zu 100 Prozent übereinstimmen.

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Was muss man mitbringen?

Ein Ausweis oder andere Dokumente sind für die Registrierung nicht notwendig.

Was geschieht mit den Daten? Wo werden sie gespeichert und sind sie sicher gegen Missbrauch? Haben auch andere Einrichtungen Zugriff darauf oder verbleibt alles in der Datenbank der DKMS?

Die Befunde werden anschließend anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen. Die Kontaktdaten werden ausschließlich bei der DKMS gespeichert. Falls ein Spender im Suchlauf des ZKRD in Frage kommt, werden wir informiert und nehmen mit dem Spender Kontakt auf, um den Prozess einzuleiten.

Wer kommt als Spender in Frage?

Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Rheuma, fast alle Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D. Für Detailfragen steht am Aktionstag eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der DKMS vor Ort zur Verfügung.

Können sich auch Menschen mit anderer Nationalität, außer deutsch registrieren lassen? Falls ja, wie sind die Voraussetzungen?

Es dürfen sich alle Interessierten, die in Deutschland wohnhaft und versichert sind, in die DKMS aufnehmen lassen.

Sehen Sie hier ein offizielles Erklärvideo der DKMS:

Video: DKMS

Die Registrierungsaktion findet am 20. Juli statt. Was kann jemand tun, der dann verhindert ist, aber helfen will?

Wenn Sie am Freitag keine Gelegenheit haben, zur Registrierung vorbei zukommen, dann können Sie sich ganz einfach über unsere Homepage www.dkms.de ein Registrierungsset nach Hause bestellen. So erhalten Sie innerhalb weniger Tage Ihre Unterlagen und können diese ausgefüllt per Post wieder an uns zurücksenden.

Termin: Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), der Musikverein Oberwihl und der Fußballverein Eintracht Wihl führen am kommenden Freitag, 20. Juli, von 16 bis 20 Uhr die Registrierungsaktion „Julia sucht Helden“ im Pfarrsaal in Niederwihl durch.

Sie haben einen Spender gefunden

  • Felix aus Waldshut, 17 Jahre alt, fand in diesem Frühjahr einen passenden Stammzellenspender. Das Verbandsjugendorchester Hochrhein hatte eine Typisierungsaktion für den jungen Mann gestartet. Sie fand am 21. April dieses Jahres in der Hochrheinhalle in Waldshut statt. 370 Menschen folgten dem Aufruf, um eine Speichelprobe abzugeben. Felix besucht das Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und spielt im Verbandsjugendorchester Fagott und ist begeisterter Kanufahrer. Doch all dies lag in der jüngsten Zeit etwas auf Eis.
  • Marisa Fiscina aus Gottmadingen erhielt im Jahr 2008 eine Knochenmarktransplantation. Die heute 33-Jährige feiert daher nach eigenen Angaben jährlich zwei Geburtstage – inzwischen ist es ihr zehnter. 2005 war sie zum ersten Mal an Leukämie erkrankt. Nach einer zunächst erfolgreichen Chemotherapie kehrte die tückische Krankheit wieder zurück. Eine Typisierungsaktion in Gottmadingen und der italienischen Heimatgemeinde Caselle brachte schließlich den erhofften Spender.
  • Julia Capellino, Studentin in Konstanz, erfuhr von ihrer Krankheit, als sie aufgrund eines Ausschlags eine Probe abgab und das Ergebnis zurück bekam. Der Direktor ihres ehemaligen Gymnasiums in Engen organisierte unter anderem die Typisierungsaktion in der Schule, an der sich 1200 Menschen beteiligten. Bei der Aktion wurde eine Person gefunden, die als Stammzellenspender zu 100 Prozent passte.
  • Isabel Allert aus Konstanz erfuhr mit 18 von ihrer plötzlichen Krankheit. Bei einer Typisierungsaktion im Januar 2017 nahmen 2300 Bürger teil. Kurz darauf stand fest, dass ein potenzieller Stammzellenspender gefunden war, der allerdings aus einer anderen Registrierung auftauchte. Laut DKMS dürfen Spender und Empfänger nach zwei Jahren entscheiden, ob sie einander kennenlernen wollen.