Die Tage werden immer kürzer, die Nächte länger – am 25. Oktober begann die Winterzeit und somit auch die sprichwörtlich „dunkle Jahreszeit“. In dieser nehmen erfahrungsgemäß die Einbrüche in Wohnhäuser und Wohnungen, Geschäften und Firmen zu.

Vor allem grenzübergreifende Tätergruppen sorgen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Freiburg in den Herbst- und Wintermonaten für erhöhte Einbruchszahlen. In den ersten drei Kalenderwochen des Oktobers, verzeichnet das Polizeipräsidium Freiburg laut einer Pressemitteilung in den Landkreisen Waldshut, Lörrach, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und dem Stadtkreis Freiburg zwar weniger als zehn Einbrüche in der Woche – eine Steigerung der Zahlen wird jedoch nicht ausgeschlossen.

Polizeiliche Arbeit trägt Früchte

Wohnungseinbruchsdiebstahl: Das Polizeipräsidium Freiburg kümmert sich bereits seit mehreren Jahren um dieses Phänomen und hat zusammen mit der Bevölkerung viel erreicht. Die polizeiliche Kriminalstatistik belegt dies auch in ihren Zahlen für das Kalenderjahr 2019. So wurden im Jahr 2019 präsidiumsweit 931 Wohnungseinbrüche registriert, was einem Rückgang von 398 Einbrüchen entspricht.

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Der Leiter der Schutzpolizeidirektion in Freiburg, Uwe Oldenburg, rechnet dies vor allem zwei Komponenten zu. Zum einen der Sensibilisierung der Bevölkerung. „Dazu gehört, dass Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen den polizeilichen Notruf wählen, die 110. Wir kommen, wir klären das ab und wir helfen Ihnen“, Uwe Oldenburg.

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Zum anderen dem Schutz des Wohneigentums durch die Aufrüstung von technischen Vorrichtungen, welche den Einbrechern das Einbrechen oder Einsteigen so unattraktiv wie möglich gestalten und diese im Idealfall darauf verzichten oder es beim gescheiterten Versuch bleibt.

Der Einbau von Sicherheitsschlössern kann Einbrüchen vorbeugen.
Der Einbau von Sicherheitsschlössern kann Einbrüchen vorbeugen. | Bild: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Internationale Zusammenarbeit

Die Täter zu erwischen, stellt die Ermittler täglich vor große Herausforderungen. Detlef Erny, Leiter der Kriminalinspektion 2, erklärt: „Das PP Freiburg hat im vergangenen Jahr große Anstrengungen unternommen, um die Wohnungseinbruchkriminalität spürbar zu reduzieren. Neben der Stärkung der sichtbaren Polizeipräsenz wurde der Ermittlungsdruck auf die im Dreiländereck aktiven Einbrechergruppen erhöht.“

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Erny weiter: „Die Bündelung der Ermittlungen gegen Einbrecherbanden wurde nicht nur in Deutschland, sondern auch international in Kooperation mit den französischen Polizeibehörden und der Schweiz praktiziert. Ergebnis der Bündelung der Ermittlungen bei der Kriminalpolizei und der internationalen Zusammenarbeit sind starke Rückgänge im Bereich des WED. Dieser Trend kann auch im Jahr 2020 aufrechterhalten werden, da der Ermittlungsdruck konsequent beibehalten wurde.“

Die Ermittlungen seien dann erfolgreich, wenn die Polizei Hinweise aus der Bevölkerung bekommt und die Bürgerinnen und Bürger verdächtige Wahrnehmungen und Personen ohne Zeitverzug der Polizei melden. „Gute Hinweise sind sehr oft die Grundlage für erfolgreiche Ermittlungen“, so Erny weiter.

Nicht scheuen, den Polizeinotruf 110 zu wählen

Im Idealfall können durch präventive Maßnahmen Straftaten bereits im Vorfeld verhindert werden. Bürger können sich beispielsweise kostenlos bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle zum Thema Einbruchschutz informieren und einen Vor-Ort-Termin in den eigenen vier Wänden vereinbaren.

Tipps zum Einbruchschutz von Kriminalhauptkommissar Frank Erny

Video: Polizeipräsidium Freiburg
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Weiter können mechanische Sicherungen von Fenster und Türen, ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, automatische Beleuchtungen oder auch Tier-Imitations-Funktionen wichtige Vorkehrungen zur Verhinderung von Einbrüchen sein, so Frank Erny, Kriminalhauptkommissar des Referats Prävention.

Beratung in den eigenen vier Wänden

Das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Freiburg führt mit Ihrer kriminalpolizeilichen Beratungsstelle jährlich mehr als 2000 sicherungstechnische Beratungen zum Einbruchschutz durch. Diese Beratungen sind für die Bürger kostenlos und werden unmittelbar vor Ort in den Wohnungen und Häusern durchgeführt.

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Im Rahmen der Beratung werden die möglichen Einstiegsstellen des Täters auf Schwachstellen geprüft und zusammen mit den Wohnungsinhabern besprochen. Eine sicherungstechnische Empfehlung wird in Form einer schriftlichen Schwachstellenanalyse verfasst. Zudem erhalten die Wohnungsinhaber Informationen über das richtige Verhalten zur Verhinderung von Einbrüchen und zur möglichen Konfrontation mit einem Einbrecher.

Abschließend erfolgt eine Beratung über die möglichen finanziellen Unterstützungshilfen durch den Staat. Die Beratung dauert im Schnitt eine Stunde und wird von den Bürgern sehr dankbar angenommen.

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