Seit knapp drei Wochen sind die Schulen im Land aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Unterricht findet trotzdem statt. Nur eben jetzt von zu Hause aus. Wie das funktioniert, erklärt Marla Beil, die im kommenden Schuljahr an den Kaufmännischen Schulen in Waldshut ihr Abitur machen möchte.

Messanger und Video-Konferenzen

Die 21-jährige Marla Beil hat wie alle anderen Schüler ihr Klassenzimmer gegen das Kinderzimmer getauscht. Dort arbeitet sie mal an ihrem Schreibtisch oder am Küchentisch und bei schönem Wetter auch mal auf der Terrasse, lernt Mathe, Betriebswirtschaft, Französisch, Englisch, Deutsch und Biologie. Nur eben nicht mit ihren knapp 20 Mitschülern gemeinsam, sondern allein. Über einen schulinternen Messenger schicken die Lehrer Aufgaben, Texte und Arbeitsblätter. Mehrmals wöchentlich gibt es Videokonferenzen mit den unterschiedlichen Fachlehrer und den Klassenkameraden. „Das ist fast wie normaler Unterricht, nur dass die Konferenzen meist nur 45 Minuten dauern. Weil diese aufgezeichnet werden, kann man sie sich so oft ansehen, wie man will. Das ist praktisch, wenn man etwas mal nicht verstanden hat“, sagt die Stühlingerin.

Das könnte Sie auch interessieren

Klassenlehrer unterstützt Schüler sehr

Allerdings bieten nicht alle Lehrer bisher Unterricht über Video-Konferenzen an. „Aber unser Klassenlehrer Norbert Lüttin setzt alles dran, dass jeder Lehrer so jetzt seinen Unterricht gestaltet. Und ich finde es wirklich toll, wie sich gerade auch unser Klassenlehrer in dieser Zeit um uns kümmert. Er erklärt uns alles, bis wir es auch verstanden haben.“ Und falls es in einem anderen Fach mal zu Schwierigkeiten kommt, helfen sich die Schüler auch untereinander über das Telefon oder per E-Mail.

„Lernen von zu Hause klappt gut“

Rund vier Stunden lernt Marla Beil täglich. „Eigentlich klappt der Unterricht gut von zu Hause. Natürlich war es für uns alle eine Umstellung, aber wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt. Ich habe sogar das Gefühl, dass ich fast mehr lerne als in der Schule. Das liegt auch daran, dass die Lehrer uns gefühlt mehr Aufgaben als sonst schicken. Man ist aber auch weniger abgelenkt als in der Klasse und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Hat man eine Sache verstanden, kann man sich auf die nächste Sache konzentrieren.“ Marla Beil fühlt sich mit Blick auf ihr Abitur im kommenden Schuljahr gut vorbereitet, auch wenn derzeit keine Klassenarbeiten geschrieben werden. „In den Video-Konferenzen wird das Unterrichtsmaterial abgefragt und so können die Lehrer ja überprüfen, ob wir uns mit dem Stoff auseinandergesetzt haben. Wie die Benotung für das Schuljahr läuft, weiß die 21-Jährige nicht genau. „Es gibt wohl Überlegungen, nur die mündlichen Noten einfließen zu lassen. Aber das hängt ja jetzt auch davon ab, wie lange wir wegen der Corona-Krise nicht in die Schule dürfen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Doch beim Online-Lernen gibt es laut Marla Beil auch Probleme. „Ich habe eine Mitschülerin, bei der das WLAN nicht funktioniert. Für sie ist es schwieriger, zu lernen und den Unterricht zu verfolgen.“

Auch in den Osterferien will Marla Beil weiter für die Schule lernen. „Da wir eh nicht wirklich raus gehen dürfen und uns mit Freunden treffen können, kann man so wenigstens die Zeit sinnvoll nutzen“, sagt die Schülerin Marla Beil.