Frau van Kreuningen, wofür steht der VdK allgemein?

Der Sozialverband VdK steht in erster Linie für die Hilfe im Sozialrecht. Das bedeutet, wir helfen bei Schwierigkeiten mit der gesetzlichen Rentenversicherung, gesetzlichen Krankenversicherung, gesetzlichen Pflegeversicherung, gesetzlichen Unfallversicherung der Berufsgenossenschaften, gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, im Schwerbehindertenrecht sowie bei der Kriegs- und Wehrdienstopferversorgung. Dabei steht die juristische Beratung, stellen von Anträgen und die Abwicklung der Korrespondenz im Vordergrund.

Welche Leistungen werden erbracht?

Wir vertreten die Mitglieder gegenüber den Sozialversicherungsträgern, unter anderem auch die Behörden im Sozialrecht, und übernehmen die Prozessvertretung vor den Sozialgerichten durch alle Instanzen. Voraussetzung ist jedoch, dass dies im gesetzlichen Recht geschieht. Das heißt, wir können keine Wunder bewirken, sondern nur im gesetzlichen Rahmen die Ansprüche unserer Mitglieder vertreten.

Wie groß ist der VdK-Kreisverband Waldshut?

Der Kreisverband Waldshut umfasst das gesamte Kreisgebiet und hat aktuell noch 23 Ortsverbände, welche vom Kreisverbandsvorstand betreut werden. Insgesamt sind 3841 Mitglieder im Kreis Waldshut. Im kommenden Jahr 2022 kann der Kreisverband Waldshut sein 75-jähriges Bestehen feiern.

Was wurde bislang im Kreisverband Waldshut erreicht und umgesetzt?

In den Anfangsjahren war der heutige Sozialverband VdK ein Verband der Kriegsversehrten und Hinterbliebenen und eine zum Teil eingeschworene Gemeinschaft. In den 90er Jahren wurde dann aus diesem Verband der Sozialverband VdK. Somit konnten alle Mitglieder die Möglichkeiten einer Rechtsberatung im Rahmen der Sozialgesetze nutzen und sehr schnell hatte sich gezeigt, dass dieser Sozialverband einen regen Zulauf bekam. In den ersten Jahren unter dem neuen Titel „Sozialverband“ wurde der Kreis Waldshut noch durch eine Rechtsreferentin mit festem Sitz in Lörrach betreut. Sie hatte bestimmte Sprechstunden in diversen Rathäusern im Kreis Waldshut und fuhr sogar an manchen Tagen von Lörrach über Waldshut oder Tiengen nach Grießen.

Dieser Zustand war auf die Dauer nicht zu halten und wir vom Kreisverband Waldshut setzten alles daran, in Waldshut oder sogar Tiengen eine eigene Servicestelle mit eigenem Rechtsreferenten zu bekommen. Die Suche wie auch die Finanzierung nach einer geeigneten Örtlichkeit gestaltete sich sehr schwierig. Schlussendlich wurden wir in Tiengen fündig, auch die Finanzierung konnte gesichert werden. Im Oktober 2015 war es dann endlich soweit, die Servicestelle in Tiengen konnte eingeweiht werden und unsere eigene Rechtsreferentin konnte ihre umfangreiche Arbeit aufnehmen.

Was ist Ihr Aufgabenbereich als Kreisvorsitzende?

Mein Aufgabenbereich als Kreisverbandsvorsitzende erstreckt sich in der Hauptsache auf Belange der Ortsverbände. Diese sind für die Mitglieder da, veranstalten Ausflüge, Weihnachtsfeiern, Stammtische, den Monatshock und vieles mehr. Unter dem Motto „Im Mittelpunkt der Mensch“ sollen auch Alleinstehende die Möglichkeit haben, jemanden zu treffen oder sich mit mehreren ganz zwanglos auszutauschen. Dazu gehört jedoch auch, dass es Menschen gibt, die einfach mal zuhören oder eventuell einen Ratschlag geben können. Genau in diesem Rahmen bewegt sich mein Aufgabengebiet. Die Ortsverbandsvorsitzenden leiten Mitglieder an mich, damit ich ihnen weiterhelfen kann. Durch entsprechende Schulungen beim Sozialverband VdK konnte ich diese Möglichkeiten erlernen und kann für viele Fragen Auskunft geben.

Der VdK-Kreisverband Waldshut pflegt traditionell die Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Sihlfeld-Friedhof in Zürich. Damit soll die ...
Der VdK-Kreisverband Waldshut pflegt traditionell die Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Sihlfeld-Friedhof in Zürich. Damit soll die Erinnerung und das Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege wach gehalten werden. Auf dem Bild vom November 2020 sind neben der Kreisvorsitzenden Lucia van Kreuningen (links) auch Manfred Gutermuth, Präsident des Deutschen Hilfsvereins Zürich und Tessin, sowie Michael Flügger, Deutscher Botschafter in der Schweiz, zu sehen. | Bild: VdK

Zudem bin ich auch Bindeglied zwischen den Ortsverbänden und dem Bezirksverband in Freiburg. Dieses Amt ist sehr interessant und ich kann dadurch mit sehr vielen Menschen zusammenkommen. Natürlich gibt es hin und wieder auch emotionale Gespräche, die mir zu Herzen gehen und wenn wir nicht helfen können, dann leiden auch wir mit unseren Mitgliedern mit. Das Ganze bewegt sich natürlich im Rahmen des Ehrenamtes, denn einen Lohn hierfür gibt es für uns Kreisverbandsvorsitzende wie auch die Ortsverbandsvorsitzenden nicht. Nur hin und wieder ein Blumenstrauß am Ende der jährlichen Hauptversammlung und das Dankeschön ist doch auch schon etwas wert.