Das Leben in der Schweiz soll sich nach dem Lockdown wieder etwas normalisieren. Bevor die so genannte Öffnungsphase am 27. April beginnt, informierte das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt heute in einer Video-Medienkonferenz über die Covid-19-Lage im Kanton. Mittlerweile sind über 80 Prozent der 931 Erkrankten Basler wieder genesen. Nur noch vier Prozent befinden sich derzeit in Spitalpflege.

Oberste Priorität habe in der kommenden Zeit weiterhin die Vorsicht: Die Verhaltens- und Hygienemaßnahmen seien konsequent zu beachten, um in der Öffnungsphase ein Wiedererstarken der Epidemie zu verhindern.

Alle 45 Todesfälle in der Altersgruppe ab 61 Jahren

Kantonsarzt Thomas Steffen erläuterte, wie sich die Covid-19-Erkrankung im Kanton Basel-Stadt bisher ausgewirkt hat: Die meisten der insgesamt 931 bestätigten Infektionen (Stand der Zahlen: 23. April 2020) gab es demnach in der Altersgruppe zwischen 51 und 60 Jahren, gefolgt von den 31- bis 40-Jährigen.

Obwohl die Altersgruppe ab 61 klar weniger Infektionen aufwies, war sie überdurchschnittlich stark von den Todesfällen betroffen: Alle 45 Todesfälle traten ab diesem Alterssegment auf, die meisten Todesfälle zwischen 81 und 90 Jahren. 5.4 Prozent der erkrankten Frauen und 4.2 Prozent der erkrankten Männer erlagen dem Virus.

Wo sich die Menschen infizierten

Bei 39 Prozent der Infizierten ist die Ansteckungsquelle unbekannt. Von den benennbaren Quellen steckten sich Baslerinnen und Basler am häufigsten im familiären Umfeld oder in Institutionen an. Auch das urbane Umfeld kam zum Tragen. Dazu Thomas Steffen: „Unsere Zahlen zeigen klar, dass es mehr Infektionen in der Stadt gab als in Riehen oder Bettingen. Je ländlicher das Umfeld, desto weniger Infektionen.“

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Der Höchststand der Hospitalisationen trat am 1. April 2020 mit 119 Covid-19-Patientinnen und Patienten auf. Davon befanden sich zu diesem Zeitpunkt 17 auf der Intensivpflegestation. Die gute Nachricht: Viele Patienten konnten die Intensivpflegestation wieder verlassen. Aktuell ist die Zahl der Menschen, welche Intensivpflege benötigen, auf sieben gesunken.

Spitäler nicht überlastet

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger sagte: „Ich bin dankbar dafür, dass wir bisher nicht so dramatische Bilder sehen mussten wie in anderen Ländern. Unser Gesundheitswesen hat den ersten Bewährungstest bestanden. Unsere Spitäler waren nicht überlastet.“

Wenn ab Montag wieder alle stationären und ambulanten Eingriffe erlaubt sind, gilt es dennoch, Intensivpflegebetten für Covid-19-Erkrankte bereitzuhalten, falls eine zweite Welle eintrifft. Das so genannte Spital-Verbundkonzept, an dem sich die großen öffentlichen und privaten Spitäler beteiligt und sich gegenseitig unterstützt haben, musste nicht bis zur möglichen Maximalgrenze ausgereizt werden und könne nun reduziert werden.

Basel-Stadt bereitet Contact Tracing vor

Im Kanton Basel-Stadt werden alle Infizierten von den Medizinischen Diensten betreut und regelmäßig kontaktiert. Risikopatienten täglich. Das Gesundheitsdepartement ist eigenen Angaben zufolge bereit für einen Ausbau der Isolations- und Quarantänebegleitung sowie des Contact Tracings, der Umgebungsuntersuchung um Infizierte ausfindig zu machen. Es baut zu diesem Zweck derzeit eine neue IT-Plattform auf, die in den kommenden zwei Wochen einsatzbereit und der Öffentlichkeit dann detailliert vorgestellt werden soll.

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