Im Bad Säckinger Kursaal werden ab sofort für alle kostenlose Corona-Schnelltests angeboten. Ob Bürger der Stadt oder Besucher von auswärts – die Stadt hält mehrere tausend Schnelltest bereit. „Wir werden jetzt testen auf Teufel komm raus“, sagte Bürgermeister Alexander Guhl gegenüber unserer Zeitung. Gemeinsam mit dem Handels- und Gewerbeverband Pro Bad Säckingen will die Stadt ihre Teststrategie am Tübinger Modell ausrichten. Gesundheitsminister Jens Spahn habe zwar den wöchentlichen Coronatest für alle versprochen, so Guhl: „Aber darauf werden wir jetzt nicht mehr warten.“ Die Stadt gehe nun den eigenen Weg und werde zusammen mit Pro Bad Säckingen dafür auch Geld in die Hand nehmen. Deshalb ist das Testzentrum Kursaal ab morgen auch regelmäßig am Samstagvormittag geöffnet. Die Tests werden vom Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk durchgeführt.

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Jetzt Schnelltests für alle

Der Entschluss der Stadt hat für Menschen in der ganzen Region Bedeutung. „Denn alle, die in die Stadt kommen, können sich bei uns kostenlos testen lassen“, sagte Bürgermeister Guhl. Niemand brauche eine besondere Berechtigung dafür. Mit dem Angebot will man auch die Besucherfrequenz in der Stadt zu erhöhen. Denn die Situation im Handel sei extrem schwierig, betont Lisa Vogt, Vorsitzende von Pro Bad Säckingen. Sie hofft im Zuge der kostenlosen Tests auf mehr Kundschaft in der Stadt und mehr Umsätze beim Handel. Deshalb seien die Testzeiten bewusst auf Samstag ausgedehnt worden. Laut Lisa Vogt sei das „Termin-Shopping“, also das bekannte „Click & Meet“, grundsätzlich in allen Geschäften möglich. Geöffnet für Kundenverkehr haben Baumärkte, Gartenmärkte, Fotografen, Buchhandlungen, Drogerien und natürlich Lebensmittelmärkte.

August und Renate Holzmann aus Bad Säckingen haben bei den städtischen Mitarbeitern im Testzentrum im Kultursaal einen Termin vereinbart.
August und Renate Holzmann aus Bad Säckingen haben bei den städtischen Mitarbeitern im Testzentrum im Kultursaal einen Termin vereinbart. | Bild: Daniel Volz
Sie organisieren und managen das Bad Säckinger Textzentrum im Kursaal (von links): Lisa Vogt, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Pro Bad Säckingen, Christoph Dennenmoser vom Roten Kreuz, Sherepret Schweer vom Technischen Hilfswerk und Bürgermeister Alexander Guhl.
Sie organisieren und managen das Bad Säckinger Testzentrum im Kursaal (von links): Lisa Vogt, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Pro Bad Säckingen, Christoph Dennenmoser vom Roten Kreuz, Sherepret Schwer vom Technischen Hilfswerk und Bürgermeister Alexander Guhl. | Bild: Gerber, Andreas

Soviele Tests stehen in Bad Säckingen bereit

Um allen Bad Säckingern, allen Besuchern sowie allen Schülern mehr Sicherheit zu geben und die Angst vor Ansteckung zu nehmen, „nehmen wir das jetzt selber in die Hand“, sagte Guhl entschlossen. 6000 Schnelltest hat die Stadt vom Land bereits bekommen, 6000 weitere sind auf dem Weg, weitere 3000 Tests hat die Stadt selber gekauft. Für die kommenden Testwochen dürfte man damit gerüstet sein.

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So wird künftig an Bad Säckinger Schulen getestet

Neben den Tests für den Kursaal steht noch eine vierstellige Stückzahl an Selbsttests für Schulen und Kindergärten auf der Bestellliste. Zwar hätten sich bislang Lehrer im Kursaal testen lassen, berichtet Guhl, aber leider keine Schüler. Deshalb will die Stadt für die örtlichen Schulen und Kindergärten nun Selbsttests in ausreichender Zahl bestellen. Kindern und Jugendliche sollen dann in ihren Einrichtungen unter Aufsicht selber einen Abstrich nehmen. Laut Guhl seien den Gemeinden solche Selbsttests zwar versprochen worden, „aber wir warten nicht mehr, wir kaufen die jetzt selber“. Denn neben dem Impfen sei die Testung eine der wichtigsten Maßnahme gegen das Virus. „Auf das Impftempo haben wir keinen Einfluss, aber testen können wir selber, und das tun wir jetzt“, so Guhl.

Michael Kozlowski und Tristan Janke vom THW bei der Dokumentation der Testergebnisse.
Michael Kozlowski und Tristan Janke vom THW bei der Dokumentation der Testergebnisse. | Bild: Daniel Volz

Sie führen die Tests im Kursaal durch

Das Technische Hilfswerk und das Deutsche Roten Kreuz haben die Coronatests für die Stadt in die Hand genommen. Ohne die beiden hilfsbereiten Organisationen sei das nicht zu stemmen, lobten Bürgermeister Guhl und Lisa Vogt die Zusammenarbeit. Die Verantwortlichen Sherepret Schwer (THW) und Christoph Dennenmoser (DRK) haben ein erstes Resümee der bisherigen Testpraxis gezogen. Getestet wird im Kursaal seit dem 24. Februar. An jedem Test-Tag sind sieben Leute von THW und DRK sowie zwei Mitarbeiter der Stadt im Einsatz. Allerdings ließen sich bisher nur 346 Menschen auf eine Coronainfektion hin überprüfen. Das könnten deutlich mehr sein, meinten die beiden, wobei die Testberechtigung ursprünglich auf Personen aus dem Schulbetrieb beschränkt waren. Jetzt hofft man nach der Öffnung für alle auf eine deutliche Zunahme der Testbereitschaft in der Bevölkerung. So wurden auch die Kapazitäten ausgeweitet. In vier Testkabinen im Kursaal können pro Stunde jeweils zwischen zehn und 15 Tests durchgeführt werden, beschreibt Sherepret Schwer das Tempo. Damit könnten an einem Abend von 17 bis 20 Uhr 180 Personen getestet werden. Die Tests sind kostenlos, betonen Schwer und Dennenmoser noch einmal. Einzige Bedingungen: Wer getestet werden will muss sich anmelden, symptomfrei sein und eine FFP2-Maske tragen.

Blick in die beiden Wartebereiche – rechts im Bild vor dem Test, links zum Warten auf das Testergebnis. In der Mitte die vier Testkabinen.
Blick in die beiden Wartebereiche – rechts im Bild vor dem Test, links zum Warten auf das Testergebnis. In der Mitte die vier Testkabinen. | Bild: Daniel Volz

Was passiert bei einem positiven Ergebnis?

Der Getestete erhält sein Ergebnis entweder im Kursaal nach etwa 20 Minuten oder in selber Frist online aufs Handy. Wer ein positives Ergebnis erhält, müsse sich sofort in Quarantäne begeben, beschreibt Rechtsamtsleiterin Muriel Schwerdtner das weitere Prozedere. Gleichzeitig werde parallel das Gesundheitsamt Waldshut informiert. Die Behörde melde sich dann bei dem Infizierten. Nächster Schritt sei ein PCR-Test in der Abstrichstelle am Gesundheitscampus (ehemaliges Spital). Wenn der PCR-Test das erste Ergebnis bestätigt, folgt die amtliche Quarantäneverfügung vom Bad Säckinger Rechtsamt.

Bild: Daniel Volz

Wofür werden Schnelltest benötigt?

Neben dem eigenen Interesse über den Infektionsstatus werden Schnelltests unter anderem bei körpernahen Dienstleistungen ohne Maske benötigt. Beispiele: Kosmetik, Bartpflege. Teilweise verlangen Seniorenheime beim Besuch die Vorlage eines tagesaktuellen Schnelltestergebnisses. Zudem kann ein negativer Schnelltest eine Quarantäne verkürzen.