Für den 23-Millionen-Betrieb Abfallwirtschaft des Landkreises werden die Bürger im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Grundgebühr für die Abfalltonne geht zum dritten Mal in Folge nach oben, diesmal gleich um 9,5 Prozent. In der Haushaltsdebatte im Kreistag am vergangenen Mittwoch bedauerten Kreisräte die Belastung der Bürger zwar, letztlich stimmten aber alle der Erhöhung zu.

Was kostet der Müll ab 1. Januar?

Der Abfall für die Bürger im Kreis Waldshut auf breiter Front teurer. Die Grundgebühr für die graue 40-Liter-Tonne etwa steigt von 99,91 auf 109,38 Euro. Der 240-Liter-Behälter kostet eine Hausgemeinschaft künftig 328,16 statt 299,74 Euro, beim 1100-Liter-Container steigt die Gebühr um rund 141 Euro auf 1626,18. Auch die Leerung der Behälter wird teurer.

Übersicht der bisherigen Gebühren und den Gebühren, die ab kommendem Jahr erhoben werden (Quelle: Sitzungsvorlage Kreistag):

Übersicht über die Müllgebühren im Landkreis Waldshut im Jahr 2020 und die Erhöhung im kommenden Jahr. Quelle: Vorlage der ...
Übersicht über die Müllgebühren im Landkreis Waldshut im Jahr 2020 und die Erhöhung im kommenden Jahr. Quelle: Vorlage der Kreistagssitzung am 9. Dezember 2020. | Bild: Olheide, Monika

Betrifft die Gebührenerhöhung auch Selbstanlieferer?

Ja. Wer seine Reste selbst auf die Deponie fährt, muss ab 2021 mehr bezahlen, vom Erdaushub bis zum Asbest, für belastetes Holz und Straßenaufbruch. Nur der Müllsack kostet unverändert 4,50 Euro. In der Summe soll der kreiseigene Abfallbetrieb im nächsten Jahr knapp 23 Millionen Euro einnehmen, 15,4 Millionen mehr als dieses Jahr allein beim Hausmüll. Die Anlieferer auf den Deponien sollen 2,5 Millionen beitragen. Die Direktanliefergebühren pro Tonne Erdaushub steigen auf 23,60 Euro (bisher 22,30), Holzabfälle kosten beispielsweise je Tonne 160,90 Euro (bisher 152 Euro).

Was ist von der Gebührenerhöhung ausgenommen?

Die Preise für die blauen Restmüllsäcke des Landkreises bleiben dem Beschluss des Kreistags zufolge konstant bei 4,50 Euro. Ebenso bleibt die Möglichkeit der kostenlosen Abholung oder Anlieferung von bis zu vier Kubikmetern Sperrmüll im Jahr mit der Sperrmüllkarte weiterhin bestehen.

Warum werden die Gebühren erhöht?

Mehrere Gründe gibt es laut Landrat Martin Kistler für den Kostendruck: Erstens würden die Abfuhrunternehmen ihre Preise deutlich erhöhen, für den Restmüll etwa um zehn Prozent auf 4,4 Millionen Euro. Investitionen von 2,2 Millionen in die Anlagen werden fällig in Münchingen (580.000 Euro), Lottstetten (400.000 Euro), für neue Recyclinghöfe in Wehr und Ühlingen (je 240.000 Euro). Umgekehrt sind die Erlöse für die gesammelten Wertstoffe, vom Papier bis zum Alteisen, im Keller. Die Personalkosten des kreiseigenen Betriebes mit 36 Stellen (zwei zusätzlich) steigen im nächsten Jahr um 151 000 auf 2,6 Millionen Euro.

Wie wirkt sich die Biotonne aus?

Eingespielt im heimischen Müllkalender hat sich die 2019 eingeführte Biotonne in 41 Prozent der Haushalte. 65.000 braune Tonnen sind im Einsatz. Die Verwertung des organischen Abfalls schlägt mit 1,27 Millionen Euro zu Buche. Dafür reduziert sich die Menge des Restmülls, den der Landkreis in drei Schweizer Verbrennungsanlagen thermisch verwerten lässt und damit sinken auch die Kosten für den Landkreis.

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