Im Landkreis Waldshut wurden am Samstag die ersten Personen gegen Corona geimpft. Zwei mobile Impfteams aus Freiburg verabreichten insgesamt 180 Bewohnern und Pflegern dreier Altenpflegeeinrichtungen in Bad Säckingen und Herrischried das vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Serum. Erste geimpfte Person im Landkreis ist die 84-jährige Ingeborg Rolle aus dem Seniorenheim Sonnhalde in Bad Säckingen.

Impfung für Bewohner und Pflegekräfte

Die Impfaktion sei in völlig entspannter Atmosphäre ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte Olaf Boettcher im Gespräch mit unserer Zeitung. Der in Rickenbach und Laufenburg praktizierende 63-jährige Allgemeinmediziner fungiert im Landkreis Waldshut als Pandemiebeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung. Etwa drei Viertel der Geimpften seien Bewohner der Heime Sonnenhalte in Bad Säckingen, Mühle in Herrischried-Atdorf und Alpenblick in Herrischried-Niedergebisbach gewesen, der Rest dort beschäftigte Pflegekräfte.

Der Pandemiebeauftrage Olaf Boettcher (rechts) zusammen mit einem der beiden mobilen Impfteams, die im Landkreis Menschen in Altenpflegeheimen gegen Corona impfen.
Der Pandemiebeauftrage Olaf Boettcher (rechts) zusammen mit einem der beiden mobilen Impfteams, die im Landkreis Menschen in Altenpflegeheimen gegen Corona impfen. | Bild: Olaf Boettcher/privat

„Wir haben diese drei Einrichtungen ausgewählt, weil sie nicht weit voneinander entfernt liegen“, erklärt Boettcher. Bereits am Montag und Dienstag hatte er alle Bewohner und Beschäftigten der Pflegeeinrichtungen über die Impfung informiert und das schriftliche Einverständnis für die medizinische Maßnahme eingeholt.

Impfteam besteht aus vier Personen

Jedes der beiden mobilen Impfteams bestand aus vier Personen: Ein Pharmazeutisch-technischer Assistent zog das Serum aus der Ampulle in der Spritze auf, ein Arzt verabreichte die Dosis, ein Intensivpfleger nahm die Impfung in die Statistik auf, ein weiterer Helfer händigte dem Geimpften den eigens für die Corona-Impfung ausgefertigten Impfausweis aus.

„Beide Teams haben das super gemacht“, lobte Boettcher. Die erste Impfung sei um 9.30 Uhr im Seniorenheim Sonnhalde vorgenommen worden, die letzte um 15 Uhr in der Residenz Alpenblick.

So wird im Landkreis Waldshut geimpft

In den nächsten Tagen sollen Bewohner und Beschäftigte in weiteren der über 40 Altenpflegeeinrichtungen im Landkreis geimpft werden. Noch bis Ende des Monats würden die Freiburger Impfteams im Landkreis eingesetzt, danach würden Fachkräfte aus dem Landkreis die Impfungen vornehmen. Zuvor müssen aber in allen Betreuungseinrichtungen die Informationsgespräche geführt und das Einverständnis für die Immunisierung eingeholt werden. Dies kann Boettcher alleine nicht leisten. „Wir müssen dafür unbedingt die Hausärzte ins Boot holen“, sagt der Pandemiebeauftragte.

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Die größte jetzt zu bewältigende Aufgabe sieht Boettcher in den vielen anstehenden Informationsgesprächen: „Das ist eine ganz anstrengende Tätigkeit.“ Nicht nur müsse dabei genau auf Fragen und Bedenken eines jeden Einzelnen eingegangen werden. Unter den Betreuten seien auch viele nicht mehr geschäftsfähig, weshalb das Gespräch dann mit dem Vormund geführt und von diesem schriftlich das Einverständnis für die Schutzimpfung eingeholt werden müsse.

Einzelne seien sehr verunsichert wegen der Sicherheit der Impfung. Boettcher führt dies auch auf die in den sozialen Medien kursierende Desinformation durch „Querdenker“ und Impfgegner zurück. „Mich hat doch tatsächlich einer gefragt, ob er da einen Chip gespritzt kriegt“, erzählt fassungslos der Allgemeinmediziner.

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