Der Wahlkreis 288 Waldshut wird auch künftig mit zwei Abgeordneten im Deutschen Bundestag vertreten sein. CDU-Mann Felix Schreiner (35) verteidigte das Direktmandat, SPD-Frau Rita Schwarzelühr-Sutter (58) schaffte es erneut über die Landesliste ins Parlament. Damit sind die Gemeinsamkeiten der beiden auch schon benannt. Denn den Weg zum ersehnten Ziel Berlin haben die Wähler ganz unterschiedlich geebnet.

Felix Schreiner

Bei genauerer Betrachtung des Wählerwillens offenbaren sich die Unterschiede zwischen den beiden Lauchringern. Felix Schreiner büßt zwar auf ganzer Linie Stimmen ein, holt aber – wie schon bei seiner ersten Wahl zum Bundestag im Jahr 2017 – deutlich mehr Erst- als Zweitstimmen.

Landrat Martin Kistler verkündet zu später Stunde das endgültige Wahlergebnis für Felix Schreiner. Mit 45.192 Erststimmen erreichte der CDU-Kandidat 33,61 Prozent. Die SPD-Kandidatin Rita Schwarzelühr-Sutter erhielt 35.474 Erststimmen (26,35 Prozent). Auf dem Bild (von links) Felix Schreiner, Ehefrau Ann-Katrin, CDU-Kreisgeschäftsführerin Elife Kizilhan, Gabriele Schmidt, Adrian Probst, beide stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende, CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, vorn rechts Landrat Martin Kistler.
Landrat Martin Kistler verkündet zu später Stunde das endgültige Wahlergebnis für Felix Schreiner. Mit 45.192 Erststimmen erreichte der CDU-Kandidat 33,61 Prozent. Die SPD-Kandidatin Rita Schwarzelühr-Sutter erhielt 35.474 Erststimmen (26,35 Prozent). Auf dem Bild (von links) Felix Schreiner, Ehefrau Ann-Katrin, CDU-Kreisgeschäftsführerin Elife Kizilhan, Gabriele Schmidt, Adrian Probst, beide stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende, CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, vorn rechts Landrat Martin Kistler. | Bild: Herbert Schnäbele

Das heißt: Felix Schreiner ja, CDU eher nicht. Etliche Wahlberechtigte setzten ihr Kreuz taktisch. Die Erststimme für den amtierenden Abgeordneten, die Zweitstimme für die Partei eines potenziellen Koalitionspartners, sollte es zu einer CDU-geführten Regierung kommen.

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Denn sowohl Grüne wie auch FDP vereinen deutlich mehr Zweit- als Erststimmen auf sich. Die Verluste Schreiners sind bei seinen persönlichen Voten mit Minus 8,3 Prozentpunkten zwangsläufig besser als bei den Parteistimmen mit einem Minus von 12,9 Prozentpunkten. Trotz dieser hohen Verlusten gewinnt der 35-Jährige den Wahlkreis, dem neben allen Gemeinden aus dem Landkreis Waldshut auch 18 Gemeinden aus dem Landkreis Breisgau Hochschwarzwald angehören.

Sein bestes Gemeindeergebnis im Landkreis Waldshut holte Felix Schreiner in Ibach. Und zwar mit 46,1 Prozent der Erststimmen (2017: 57,4 Prozent) und 40,6 Prozent der Zweitstimmen (54,7). Ganz anders stellt sich die Lage in Bad Säckingen und damit der zweitgrößten Stadt im Landkreis da. Dort schneidet Schreiner am schlechtesten ab.

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Sowohl 29,3 Prozent (2017: 36,1 Prozent) beim persönlichen Ergebnis, wie auch beim Parteiergebnis mit 23,7 Prozent (35,7). Vor vier Jahren sicherte sich der CDU-Abgeordnete in vier Gemeinden die absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der Stimmen, bei den Erst- und in zwei Gemeinden bei den Zweitstimmen. Dieses Mal blieb der Sprung über die 50-Prozentmarke aus.

Rita Schwarzelühr-Sutter

Ähnlich wie bei ihrem Mitbewerber von den Christdemokraten steht auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium bei den Wählern etwas höher im Kurs als ihrer Partei, die SPD. Allerdings ist das Plus bei den Parteistimmen weitaus kräftiger als bei den Personenstimmen.

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Im gesamten Wahlkreis holt Schwarzelühr-Sutter 25,6 Prozent der Erststimmen (2017: 24,1 Prozent) und 22,8 Prozent der Zweitstimmen (16,4). Das spricht, wie bei Felix Schreiner auch, zum einen für ihre Beliebtheit bei den Wählern zwischen Wehr und Lottstetten, als auch für ein taktisches Wahlverhalten der selben. Auffallend ist auch, dass Kandidatin und Partei eher in größeren Gemeinden besser abschneiden.

Rund 30 Genossinnen und Genossen trafen sich am Abend des Wahltages im Waldshuter Schützenhaus zur Wahlparty der Waldshuter SPD. Rita Schwarzelühr-Sutter (vorne links) jubelt über das Ergebnis.
Rund 30 Genossinnen und Genossen trafen sich am Abend des Wahltages im Waldshuter Schützenhaus zur Wahlparty der Waldshuter SPD. Rita Schwarzelühr-Sutter (vorne links) jubelt über das Ergebnis. | Bild: Claus Bingold

Ihr bestes Einzelergebnis holt Rita Schwarzelühr-Sutter in ihrer Heimatgemeinde Lauchringen und zwar mit 29,3 Prozent. Doch dieses Wählervotum dürfte die erfahrene Bundespolitikerin mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis nehmen. Denn es liegt fünf Prozentpunkte unter dem Ergebnis aus dem Jahr 2017. Auf den weiteren Positivplätzen im Landkreis Waldshut folgen für die SPD-Abgeordnete Bonndorf mit 28,9 Prozent der Erststimmen sowie Bad Säckingen und Waldshut-Tiengen mit je 28,4 Prozent. Am anderen Ende rangiert Herrischried im Hotzenwald. Dort holt Rita Schwarzelühr-Sutter lediglich 17,8 Prozent persönliche Stimmen.

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Was die Parteistimmen anbelangt, so schneidet die wiedergewählte Abgeordnete in ihrer Heimatgemeinde am besten ab. 25,7 Prozent stehen dort für sie zu Buche und damit exakt soviel Prozent wie die Sozialdemokraten bundesweit gesammelt haben. Auf den Plätzen folgen Grafenhausen (25,4 Prozent), Häusern (24,7), Bad Säckingen (24,6) und Bonndorf (24,5). In Wehr ist Rita Schwarzelühr-Sutter das Kunststück gelungen, bei den Zweitstimmen mit 24,1 Prozent vor der CDU (22,2) über die Ziellinie zu gehen.