Unabhängig von Koalitionsgesprächen und Regierungsverhandlungen steht nach diesem Wahlsonntag fest: Lauchringen wird weiterhin doppelt im Bundestag vertreten sein. Denn die bisherigen Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis Waldshut bleiben die selben: Felix Schreiner (CDU) behält sein Direktmandat und auch Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) zieht mit Listenplatz 3 bequem wieder in den Bundestag ein. Beide Kandidaten haben ihren Wohnsitz in Lauchringen.

Doch wie haben die „Nachbarn“ von Schreiner und Schwarzelühr-Sutter abgestimmt, die Einwohner Lauchringens? Ihre Entscheidung fiel größtenteils auf Felix Schreiner, der mit 1686 Stimmen sogar noch zwanzig Wähler mehr erreichte als bei der Bundestagswahl 2017. Sein gutes Ergebnis in der Heimatgemeinde steht im Kontrast zum Verlust von vielen Wählerstimmen im restlichen Wahlkreis.

Felix Schreiner (CDU) gab mit seiner Frau Ann-Katrin Schreiner im Wahlbezirk 7 in Lauchringen seine Stimme ab. Bilder: Prause
Felix Schreiner (CDU) gab mit seiner Frau Ann-Katrin Schreiner im Wahlbezirk 7 in Lauchringen seine Stimme ab. Bilder: Prause

Die 40,9 Prozent der Wählerstimmen zeugen von einer Zufriedenheit mit Schreiner als Bundestagsabgeordneten – denn gleichzeitig verlor die CDU in Lauchringen mehr als zehn Prozent der Zweitstimmen im Vergleich zu 2017. Sie liegt bei 28,2 Prozent – wohlgemerkt in einer Gemeinde, in der bei den Kommunalwahlen 2019 noch fast 40 Prozent die CDU wählten und der Bürgermeister seit jeher ein schwarzes Parteibuch hat.

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Bei den Zweitstimmen verbesserte die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zu 2017 um fünf Prozentpunkte auf 25,7 Prozent und kommt damit näher denn je an die CDU heran. Dafür verlor Rita Schwarzelühr-Sutter fünf Prozentpunkte und erreicht nur noch 29,3 Prozent der Lauchringer Wähler, verglichen mit den 34,3 Prozent von 2017.

Rita Schwarzenlühr-Sutter (SPD) gab mit ihrem Mann Herbert Sutter im Wahlbezirk 1 in Lauchringen ihre Stimme ab.
Rita Schwarzenlühr-Sutter (SPD) gab mit ihrem Mann Herbert Sutter im Wahlbezirk 1 in Lauchringen ihre Stimme ab.

Die restlichen 30 Prozent der Erstwählerstimmen in Lauchringen verteilen sich hauptsächlich auf die Kandidaten der Grünen (9,4 Prozent), der AfD (7,7 Prozent) und der FDP (5,3 Prozent). Andere Parteien erreichen auch bei den Zweitstimmen keine drei Prozent – die Linke würde von Lauchringen aus den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen.

Bemerkenswert: Während der Zweitstimmenanteil der AfD mit 7,3 Prozent ähnlich hoch ist wie der Erststimmenanteil, schneiden Grüne (14,8 Prozent) und FDP (13,9 Prozent) bei den Zweitstimmen bedeutend besser ab. Das Zweitstimmverhalten im Vergleich zum Erststimmverhalten spricht letztlich auch für die Bekanntheit der beiden Politprofis aus Lauchringen.

Hier können Sie den Wahlabend im Wahlkreis Waldshut noch einmal nachlesen.