Covid-19 – immer noch ist es in aller Munde. Manche nehmen es locker, andere haben Angst und trauen sich gar nichts mehr. Was nun, wenn ein Erste-Hilfe-Einsatz nötig ist? Gar nichts tun, oder alle Furcht überwinden und helfen, ohne an sich selbst zu denken und eine mögliche Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 riskieren?

1. Eigenschutz

Wichtig sei zunächst der Eigenschutz, dieser stehe, auch unabhängig von Corona, immer im Vordergrund, erklärt Thomas Dörflinger, Ausbildungsleiter beim DRK in Bad Säckingen. Für ihn ist klar: „Wer wirklich Angst hat, kann nicht helfen, aber den Notruf absetzen.“

Thomas Dörflinger zeigt, wie die Wiederbelebung mit Herzdruckmassage funktioniert.
Thomas Dörflinger zeigt, wie die Wiederbelebung mit Herzdruckmassage funktioniert. | Bild: Gabriele Rasenberger

2. Mund-Nasenschutz

Ansonsten gebe es vieles, was nicht nur zu Corona-Zeiten gilt: Wer zum Beispiel eine offene Wunde hat, auch wenn diese klein ist, sollte diese mit einem Pflaster abdecken. Nicht nur für sich, sondern auch für den anderen sei es sinnvoll, wenn man selbst einen Mund-Nasen-Schutz trägt. Diesen sollte man eigentlich immer dabei haben, sich auch in den Verbandskasten legen, unabhängig von der Situation.

3. Handschuhe

Das gleiche gelte für Einmalhandschuhe, die keim­arm sind. Zwar gebe es diese im Verbandskasten, doch es könne sein, dass diese zu groß oder zu klein sind. Daher sollte man sie sich in der passenden Größe besorgen. DRK-Kreisgeschäftsführerin Petra Naylor erklärt, dass Einmalhandschuhe inzwischen weit verbreitet sind, also leicht zu bekommen seien. Für sie ist es wichtig, dass die Gefahr, sich ins Gesicht zu fassen, geringer ist, wenn man Handschuhe trägt: „Das mache ich mit Handschuhen viel, viel weniger.“

4. Desinfektionsmittel

Doch bevor die Handschuhe für die erste Hilfe angelegt werden, sollte man sich dennoch die Hände desinfizieren. So bleiben die Handschuhe beim Anlegen auch keim­arm. Es sei kein Fehler, ein Hygienegel oder Hygienetücher dabei zu haben und auch immer im Auto zu haben. Das Gel gebe es inzwischen auch fast überall zu kaufen. So sei man selbst schon einmal gut geschützt und der Verletzte könne vom Helfer auch nicht so viele Keime abbekommen.

Kreisgeschäftsführerin Petra Naylor und Ausbildungsleiter Thomas Dörflinger vom DRK erläutern, wie sich die Erste Hilfe in Corona-Zeiten verändert.
Kreisgeschäftsführerin Petra Naylor und Ausbildungsleiter Thomas Dörflinger vom DRK erläutern, wie sich die Erste Hilfe in Corona-Zeiten verändert. | Bild: Gabriele Rasenberger

5. Kontaminierte Handschuhe richtig ausziehen

Und wenn man die Handschuhe anschließend wieder richtig auszieht, bekommet man auch fast keine Keime ab: Dazu zunächst einen Handschuh ausziehen und diesen auf links drehen. Den Handschuh in die Finger der anderen Hand nehmen und mit zwei Fingern den Handschuh anfassen, den man noch anhat. Diesen dann linksherum ausziehen und über den anderen Handschuh stülpen.

6. Mund-zu-Mund-Beatmung nicht bei Fremden

Wie sieht es aus, wenn jemand so schwer verletzt ist, dass eine Wiederbelebung stattfinden muss? Kommt die Mund-zu-Mund-Beatmung in Frage? Bei Verwandten, die man kennt, die im eigenen Haushalt wohnen, sei das kein Problem. Da kenne man in der Regel den Gesundheitszustand der Person. Aber ein Fremder? Zunächst gelte es, Abstand zu halten. Also von etwas weiter schauen, ob man Atemgeräusche wahrnimmt. Sollte wirklich eine Wiederbelebung nötig sein, dann nur Herzdruckmassagen machen mit Handschuhen und Mund-Nasen-Schutz – aber keine Mund-zu-Mund-Beatmung, raten die Experten. Und dann so lange die Herzdruckmassage ausführen, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Es sei auch erlaubt, ein Tuch auf Mund und Nase des Verletzten zu legen. Sollte die Person bei Bewusstsein sein, helfe es, sich von hinten zu nähern, wenn etwa die Gefahr besteht, dass jemand hustet.

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