Wann kann mein Kind endlich wieder zur Schule? Wann bekommen Eltern, die ihre Kinder zuhause unterrichten, endlich eine Perspektive? Diese und viele weitere Fragen stehen derzeit für viele Eltern in der Region im Raum. Im Laufe dieser Woche will das Kultusministerium Baden-Württemberg den weiteren Plan veröffentlichen. Der Leiter des für die Kreise Lörrach und Waldshut zuständigen Schulamts Lörrach, Hans-Joachim-Friedemann, stellt schon jetzt einige Szenarien vor und beschreibt die Herausforderungen.

Wie klappt der Unterricht der Abschluss-Schüler?

Die Abschluss-Schüler drücken seit 4. Mai wieder die Schulbank – unter strengen Hygienemaßnahmen. „Wir haben noch keine Rückmeldungen, dass dies nicht klappt“, sagt Hans-Joachim Friedemann, Leiter des Staatlichen Schulamts Lörrach.

Dr. Hans-Joachim Friedemann, Leiter des Schulamtes Lörrach Bild: Privat
Dr. Hans-Joachim Friedemann, Leiter des Schulamtes Lörrach Bild: Privat

Die Schulen hätten in den vergangenen Wochen viel für die Vorbereitungen gearbeitet, um Abstands- und Hygienemaßnahmen erfüllen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Lediglich zum Mund-Nasen-Schutz habe es einige Diskussionen gegegeben. „Die Schulleiter haben nicht das Recht, den Mund-Nasen-Schutz zu erwirken, dies kann nur der Schulträger“, erläutert Friedemann. Das Kultusministerium sah den Schutz jedoch nicht als notwendig an und somit sei er auch keine Pflicht.

Werden die Lehrer allein gelassen?

In diesen Tagen hört man immer wieder von Beschwerden von Lehrern, die sich allein gelassen fühlen und sich mehr Informationen wünschen. Dem entgegnet Friedemann: „Das Kultusministerium informiert regelmäßig.“ Aber er sagt auch: „Schwierig nachzuvollziehen ist, wie es weiter geht. Hier gibt es unterschiedliche Abwägungen.“ Der Schulamtsleiter sagt: „Es ist noch nichts geklärt, es gibt Überlegungen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Einige dieser geplanten Szenarien stellt er vor. So sei es etwa möglich, dass bereits in der kommenden Woche weitere Schüler die Schule besuchen im Wechsel mit denen, die ab dieser Woche bereits unterrichtet werden. Auch Unterricht nur in Kernfächern und somit nur stundenweise sei möglich. „Es gäbe auch gute Gründe, mit den Erstklässlern weiter zu machen“, so Friedemann. Denn diese hätten sich nur kurz an den Schulalltag gewöhnen können.

Gibt es überhaupt genügend Räume?

Für eine nächste Stufe gebe es noch genug Räume. Doch: „Wir können nicht schon mit dem nächsten Zug alle Räume füllen“. Schließlich müsste auch ein Puffer für eine zusätzliche Erweiterung gegeben sein. Außerdem sei es wichtig, den Schulbetrieb gut zu organisieren, damit nicht zu viele Schüler in der Schule seien.

Laut Kultusministerin Susanne Eisenmann sei es auf jeden Fall geplant, dass alle Schüler noch in diesem Schuljahr die Schule besuchen können. „Doch dass alle Schüler gleichzeitig unterrichtet werden, ist ausgeschlossen“, so Friedemann. Einen Regelschulbetrieb werde es also nicht geben. So sei es nur möglich, die Schüler in Gruppierungen aufzuteilen – womöglich auch nach Lernbedarf. Der Schulamtsleiter betont außerdem: „Wir müssen ausreichend Personal und Räume haben, um die Hygienemaßnahmen erfüllen zu können.“