Die Kartons und Behälter türmen sich bis unter das Dach der großen Lagerhalle. Was auf den ersten Blick eher unspektakulär wirkt, ist die eiligst beschaffte Grundversorgung von Schutzmasken, medizinischen Geräten und Desinfektionsmitteln für den Landkreis Waldshut-Tiengen. Von dieser Halle aus, werden die Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime und inzwischen die gesamte Bevölkerung mit den dringend benötigten Materialien versorgt. Landrat Martin Kistler und der Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner besichtigten das Lager am vergangenen Wochenende und bedankten sich bei den verantwortlichen Personen.

Die Beschaffung und die Verteilung der Materialien war eine logistische Meisterleistung der handelnden Personen. Der vom Landratsamt eingesetzte Verwaltungsstab, unter der Leitung von Dezernentin Caren-Denise Sigg, sowie der operative Führungsstab, der vom Laufenburger THW-Ortsbeauftragten Tobias Roming geleitet wird, handelten schnell und zielgerichtet. „Dies war nur möglich, weil wir früh alle Hilfsorganisationen im Landkreis mit ins Boot geholt haben, erläuterte Tobias Roming das Vorgehen, „Feuerwehren, das Rote Kreuz und selbst die DLRG haben vorbildlich miteinander gearbeitet. Ohne den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer hätten wir nicht so schnell agieren können, fuhr er fort.

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Der bescheidene Tobias Roming, stellte dabei seine Rolle geflissentlich unter den Scheffel. Unzählige Telefonate, E-Mails und Gespräche waren seit Ausbruch der Pandemie zu führen. Die Beschaffung war eine echte Herausforderung.

Als größtes Hindernis erwies sich, dass es auf dem deutschen Markt keine Anbieter für Masken, Sauerstoffflaschen und vieles anderes gab. „Schnell wurde uns klar, dass wir uns international umschauen mussten, erzählt Tobias Roming. In China konnten die ersten Lieferanten ausfindig gemacht werden. Das Feilschen um Menge und Preise haben an den Nerven gezerrt. Doch schließlich waren die Verhandlungen von Erfolg gekrönt. Ein eigenes Flugzeug wurde gechartert und ein erster Logistik Stützpunkt wurde im Kaitle eingerichtet.

Stellvertretend für den THW-Ortsverband Waldshut berichtete Christian Hipp von den Abläufen: „Ende März haben wir täglich 20 Paletten geliefert bekommen und in einem rollierenden System verteilt. Im April ist die Anzahl auf über 300 Paletten pro Tag angewachsen. „Trotz der beeindruckenden Mengen haben wir von Anfang an den Mangel verwaltet, erläuterte Martin Kistler, „die Erkenntnis, dass wir in Deutschland keine eigene funktionierende Lieferketten für medizinischen Produkte haben, hat mir sehr zu denken gegeben. Daraus muss die Bundesrepublik lernen.

Inzwischen sind die Vorräte auf einem ausreichenden Stand. Die Verteilung funktioniert reibungslos. „Wer Masken benötigt, kann sich beim Landratsamt zum Selbstkostenpreis mit diesen versorgen, sagte Frau Sigg.

Felix Schreiner lobte nochmals ausdrücklich das Krisenmanagement des Führungsstab. „Ihr habt in diesen schwierigen Zeiten außergewöhnliches geleistet.