Der Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL trifft auch die Bahnpendler am Hochrhein hart. Schon am frühen Mittwochmorgen fielen auf der Hochrheinstrecke zwischen Basel und Waldshut zahlreiche Zugverbindungen aus. Komplett gestrichen wurden zunächst die schnellen IR- und IRE-Verbindungen. Mittlerweile sind alle Züge gestrichen.

Waldshut: Drei Stunden warten, bis ein Zug fährt

Am späten Vormittag ist von Verweisung am Bahnhof Waldshut keine Spur: Trotz den Hinweisen auf der elektronischen Fahrplan-Anzeige tümmeln sich einige Menschen auf den Perrons. Der Streik scheint noch nicht allen bekannt zu sein. Im Reisezentrum der Deutschen Bahn hat sich eine Schlange mit rund zehn verirrten Reisenden gebildet. Um kurz nach 12 fährt dann tatsächlich ein Regionalzug in Richtung Basel. Die, die noch nicht zum Busbahnhof gegangen sind, steigen an.

Bild: David Rutschmann

Die nächste Regionalbahn fährt um 15.15 Uhr. Zwei Berufspendler warten am Perron, die gegenüber dem SÜDKURIER ihre Namen nicht nennen wollen. Sie haben ihren Feierabend nach dem Streikfahrplan gerichtet, denn der erste Zug soll erst um 18 Uhr fahren. Der eine pendelt seit 22, der andere seit 30 Jahren von Bad Säckingen nach Waldshut. Entsprechend kennen sie die Streiks, es sei Jahr für Jahr das gleiche. Verständnis für die Anliegen der Lokführer können sie wenig aufbringen.

Mehr noch aber ärgert sie die „schlechte Planung“. Der Streik sei angekündigt gewesen, trotzdem fahre kein Schienenersatzverkehr. Heute morgen hätten sie statt 15 Minuten mit dem IRE 50 Minuten mit dem Bus gebraucht. „Da war so viel los, dass die Leute im Bus im Mittelgang stehen mussten“, sagt der eine.

Wiesental: Züge fahren planmäßig

Keine Rolle spielt der derzeitige Streik auf der Wiesentalstrecke zwischen Zell und Basel, sowie zwischen dem Hauptbahnhof in Lörrach und Weil am Rhein. Der Grund: Die Linien S5 und S6 der trinationalen S-Bahn Basel werden von der SBB betrieben.

Bild: Olheide, Monika

Das Warnsymbol steht für die Testpflicht, die bei der Einreise aus der Schweiz gegebenenfalls zu beachten ist.

Stand 10.50 Uhr: Derzeit fährt kein Zug mehr

Alle Zugverbindungen am Hochrhein sind laut der App der Deutschen Bahn gestrichen, wie unser Screen-Video für den Bahnhof in Waldshut zeigt:

Video: David Rutschmann

Bisher kein Schienenersatzverkehr

Wer sonst mit dem Zug zur Arbeit fährt, steigt auf den Bus um. Laut Südbadenbus-Produktionsleiter Klaus Albiez hätten die Busfahrer am Mittwochmorgen bereits von einer stärkeren Belegung der Busse berichtet. „Wir fahren allerdings keine Zusatzfahrten, unser normales Fahrplanprogramm wird weitergeführt“, sagt Albiez. Für Schienenersatzverkehr müsste die Deutsche Bahn bei der SBG Zusatzbusse bestellen, das sei bisher nicht geschehen.

Bad Säckingen: Fahrgäste hoffen auf Alternative

Der Bahnhof Bad Säckingen um 11 Uhr. Der RE ist ausgefallen.
Der Bahnhof Bad Säckingen um 11 Uhr. Der RE ist ausgefallen. | Bild: Reinhard Herbrig

Waldshut: Nur Züge in die Schweiz fahren

Nahezu verwaist zeigt sich der Bahnhof Waldshut am Morgen des 11. August. Wegen des Bahnstreiks fallen zahlreiche Verbindungen aus.

Bild: Schlichter, Juliane

Nicht betroffen ist der Zug in die benachbarte Schweiz.

Nahezu verwaist zeigt sich der Bahnhof Waldshut am Morgen des 11. August. Wegen des Bahnstreiks fallen zahlreiche Verbindungen aus. Nicht betroffen ist der Zug in die benachbarte Schweiz. (Aufnahme vom 11.08.2021) Bild: Juliane Schlichter
Nahezu verwaist zeigt sich der Bahnhof Waldshut am Morgen des 11. August. Wegen des Bahnstreiks fallen zahlreiche Verbindungen aus. Nicht betroffen ist der Zug in die benachbarte Schweiz. (Aufnahme vom 11.08.2021) Bild: Juliane Schlichter | Bild: Schlichter, Juliane

Laufenburg/Murg: Berufspendler steigen um

Am Ostbahnhof von Laufenburg fielen wegen des Streiks der GDL-Gewerkschaft der Deutschen Bahn auch die Regionalbahnzüge (RB) um 7.21 und um 7.57 Uhr Richtung Basel komplett aus. Von hier aus fuhr um 8.14 Uhr nur ein Bus – allerdings fehlte seitens der Bahn der Hinweis darauf.

Aber für den Bahnhof in Laufenburg-Ost war der Ausfall zu verschmerzen, da um 7.21 Uhr nur ein Fahrgast, Melanie Isserstedt, die zur Arbeit in die Tagesklinik in Bad Säckingen unterwegs war, den Ausfall verschmerzen musste. Sie ging notgedrungen zum Busbahnhof und fuhr dann mit dem Bahnbus um 8.14 Uhr.

Melanie Isserstedt, die zur Arbeit in die Tagesklinik in Bad Säckingen unterwegs war, mussten als einziger Fahrgast den ausgefallenen RB-Zug um 7.21 Uhr versäumen. Sie wich auf den Bus aus, der um 8.14 Uhr fuhr, und kam natürlich zu spät zur Arbeit.
Melanie Isserstedt, die zur Arbeit in die Tagesklinik in Bad Säckingen unterwegs war, mussten als einziger Fahrgast den ausgefallenen RB-Zug um 7.21 Uhr versäumen. Sie wich auf den Bus aus, der um 8.14 Uhr fuhr, und kam natürlich zu spät zur Arbeit. | Bild: Reinhard Herbrig

Auch bei der RB um 7.57 Uhr kam nur eine Person, um Richtung Bad Säckingen zu fahren. Als sie die Durchsage hörte, verließ sie sofort den Bahnsteig und stieg stattdessen in ihr Auto um, das sie auf dem gegenüberliegenden Parkplatz abgestellt hatte.

Als wie von der Information der DB angekündigt, um 7.57 Uhr die Regionalbahn (RB) wegen des Streiks der GDL ausfiel, wartete niemand am Bahnsteig des Laufenburger Ostbahnhofs. Der einzige Fahrgast der kurz zum Bahnhof gekommen war, benutzte notgedrungen sein eigenes Auto.
Als wie von der Information der DB angekündigt, um 7.57 Uhr die Regionalbahn (RB) wegen des Streiks der GDL ausfiel, wartete niemand am Bahnsteig des Laufenburger Ostbahnhofs. Der einzige Fahrgast der kurz zum Bahnhof gekommen war, benutzte notgedrungen sein eigenes Auto. | Bild: Reinhard Herbrig

Ähnlich sah es bei den parallel fahrenden Zügen Richtung Lauchringen aus. Auch hier musste sich jeweils eine Person um eine Ersatzverbindung bemühen.

Der Bahnhof Murg um 9.45 Uhr. Drei Fahrgäste waren auf Bus oder Taxi umgestiegen.
Der Bahnhof Murg um 9.45 Uhr. Drei Fahrgäste waren auf Bus oder Taxi umgestiegen. | Bild: Reinhard Herbrig

Vereinzelt fuhren Regionalbahnen

Vereinzelt fuhren nur noch Regionalbahnen, so verließ um 7.48 Uhr eine Regionalbahn den Badischen Bahnhof Basel in Richtung Waldshut-Tiengen. Nach dem von der Bahn eingerichteten Notfallfahrplan wird dies im weiteren Verlauf des Vormittags wohl die Ausnahme bleiben. Hier sind alle weiteren Verbindungen gestrichen.

Nichts geht mehr: Der Bahnstreik trifft nicht nur die Fernverbindungen, sondern auch die Regionalbahnen auf der Hochrheinstrecke.
Nichts geht mehr: Der Bahnstreik trifft nicht nur die Fernverbindungen, sondern auch die Regionalbahnen auf der Hochrheinstrecke. | Bild: Obermeyer, Justus

Reisende werden per Ansage an den Bahnstationen informiert. Als Ersatzverbindungen gibt die Bahn in ihre Fahrplanauskunft Verbindungen über die Schweizer Bundesbahn an. Zur Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn.

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