Gute Nachricht für die Bewohnerinnen und Bewohner der Alters- und Pflegezentren in Laufenburg/CH und Frick: Ab Donnerstag dürfen sie in speziell eingerichteten Zonen im Freien ihre Angehörigen wieder sehen. Bislang gilt in den beiden Zentren, wie in allen Schweizer Alters­heimen, ein absolutes Besuchsverbot. Einzige Ausnahme ist, wenn jemand im Sterben liegt.

Viele Alte leiden darunter, dass sie keinen Besuch mehr erhalten

„Wir haben festgestellt, dass viele Bewohner darunter leiden, dass sie ihre Verwandten nicht mehr sehen dürfen“, sagt Andre Rotzetter, Geschäftsführer des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF). Trotz „großem Engagement des Pflegepersonals“, Abwechslung in den Alltag zu bringen, spüre man, dass vielen Bewohnern der soziale Kontakt fehle. „Es gibt so auch Momente der Einsamkeit und der Traurigkeit“, so Heinz Stucki, Leiter des Alterszentrums Klostermatte in Laufenburg/CH.

Da in den Alterszentren noch länger coronabedingte Einschränkungen gelten werden – Stucki rechnet nicht damit, dass vor September wieder Normalbetrieb in den Zentren herrscht –, richtet der VAOF in Frick und Laufenburg/CH nun Besucherzonen im Freien ein. In Laufenburg werden es elf Besucherboxen sein, in deren Mitte je ein Tisch steht. Eine Plexiglasscheibe wird dafür sorgen, dass es zu keiner Übertragung des Coronavirus kommen kann. In Frick, wo man mehr Platz hat und den ganzen Parkplatz nutzen kann, wird neben den Besucherboxen auch eine Begegnungszone eingerichtet, wo zwei Zäune dafür sorgen, dass ein Mindestabstand von 2,5 Metern eingehalten wird.

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Die Bewohnerinnen und Bewohner können sich selber mit ihren Verwandten verabreden. Für Bewohner, die auf Begleitung angewiesen sind, richtet der VAOF nachmittags begleitete Besuche ein. Rotzetter hat nur eine Sorge: Dass der Andrang nach den kontaktlosen Wochen in den ersten Tagen – vor allem am kommenden Wochenende – größer ist als die Zahl der Begegnungszonen. „Wir appellieren daher an alle Angehörigen, die Bewohner auch unter der Woche oder am Morgen zu besuchen.“

Die Abstandsregeln sollen weiter eingehalten werden

Der Einwand, dass mit der Besucherzone mehr als fünf Personen gleichzeitig vor Ort sein werden und damit das angeordnete Versammlungsverbot unterlaufen wird, lässt Rotzetter nicht gelten. Die Abstandsregeln würden auf dem Areal weiterhin gelten und auch eingehalten. In den geschützten Einzel-Boxen sei der Abstand nicht nötig. „Wir haben zudem beim Kanton abgeklärt, ob solche Besucherzonen erlaubt sind.“ Der Kanton habe grünes Licht gegeben. „Zur Sicherheit werden wir aber noch die Regionalpolizei informieren.“

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Die beiden Alters- und Pflegezentren in Laufenburg/CH und Frick blieben bislang vom Coronavirus verschont. „Wir haben alles gemacht, was in unserer Macht stand, und wir haben die Maßnahmen vor allem frühzeitig ergriffen“, sagt Rotzetter. Er weiß aber auch: „Es gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu, dass unsere beiden Zentren bislang verschont wurden.“ Denn unter den Angestellten gab es sowohl Verdachts- wie bestätigte Coronafälle. Die Weisung für die Angestellten ist klar: Wer nur die geringsten grippeähnlichen Symptome hat, bleibt zu Hause und lässt sich auf das Coronavirus testen.

Das Problem respektive die Unwägbarkeit dabei: Die Tests sind nicht hundertprozentig sicher und Ansteckungsgefahr besteht bereits dann, wenn noch keine Symptome da sind. Deshalb gilt in beiden Alterszentren: „Jeder arbeitet jederzeit mit Schutzmaske“, sagt Rotzetter. In die Zentren hat zudem nur noch Zutritt, wer dort arbeitet.

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