Laufenburg hat im Landkreis Waldshut nach Waldshut-Tiengen die meisten Covid-19-Fälle zu verzeichnen. Laut Landratsamt waren am Mittwoch unter knapp 9000 Einwohnern 27 Personen positiv auf das Virus getestet. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind das etwa doppelt so viele wie in Waldshut-Tiengen (38 Fälle auf 24.200 Einwohner) und Wehr (20 Fälle auf 13.100 Einwohner) sowie fast dreimal so viele wie in Bad Säckingen (18 Fälle auf 17.100 Einwohner). Von den größeren Kreisgemeinden hat nur Lauchringen eine ähnlich hohe Rate an Infizierten wie Laufenburg – nämlich aktuell 21 auf 7700 Einwohner.

Nach Auskunft des Landratsamtes Waldshut entfallen von den 20 Todesfällen im Landkreis 2 auf Laufenburg. Von den 27 positiv auf das Virus Getesteten waren laut Mitteilung der Behörde am Mittwoch noch 8 akut erkrankt, 19 haben die Krankheit überstanden und sind wieder gesund. Das sind ebenso viele Genesene wie in Waldshut-Tiengen, keine andere Gemeinde im Landkreis kann mehr vorweisen. Susanna Heim, Sprecherin des Landratsamts: „Laufenburg war früh von Covid-19-Erkrankungen betroffen und folglich mehren sich jetzt auch im Laufe die Zahl der Genesenen.“

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Was sind die Gründe für die hohe Zahl Infizierter in Laufenburg? Die Grenzlage zur Schweiz jedenfalls, die bezogen auf die Bevölkerungszahl eines der Länder mit den weltweit höchsten Fallzahlen ist, scheint dem Landratsamt keine hinreichende Erklärung. „Es wäre Spekulation, einen Bezug herzustellen“, sagte Heim auf Anfrage unserer Zeitung. Sie verweist auf andere Grenzgemeinden wie Hohentengen oder Jestetten. Diese haben im Gegenteil bisher sogar keine oder nur wenige Infizierte.

Alte stellen eine der Hauptrisikogruppen dar, für die eine Ansteckung oft genug tödlich endet. Besonders heikel ist die Situation in Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen, wo viele Senioren zusammenleben. Ach das Landratsamt Waldshut hatte am 3. April 20 darüber informieren müssen, dass sich in einem Alten-und Pflegeheim in Herrischried vier Bewohner mit Covid-19 infiziert hätten und einer davon gestorben sei.

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Auch in Laufenburg hätten sich mehrere Personen in geriatrischen und medizinischen Einrichtungen angesteckt, so Heim. „Es waren mehrere Personen in Betreuungseinrichtungen, einer Praxis und auch in einer Familie betroffen.“ Es habe aber keinen einzelnen großen Infektionsherd gegeben, auf den viele Infizierte zurückzuführen seien. Neben diesen kleineren Infektionsherden habe es viele Einzelfällen gegeben, die in keinem Zusammenhang stünden.

Ohne konkrete Antwort ließ das Landratsamt die Frage, ab wann in Laufenburg vergleichsweise hohe Fallzahlen zu verzeichnen waren. „Das hat sich eher kontinuierlich entwickelt“, erklärte Heim dazu. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes hätten bisher jeden einzelnen positiv getesteten Fall nachrecherchiert. Es seien keine Auffälligkeiten im Vergleich zu anderen Gemeinden erkennbar gewesen.

Die Behörde hatte am 3. April mit 21 Infizierten für Laufenburg fast ebenso viele positiv auf Covid 19 Getestete gemeldet, wie mit 24 für Waldshut-Tiengen. Seitdem hat sich diese Zahl weniger stark erhöht als in der Kreisstadt.

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