Am Lückenschluss der A 98 zwischen Hauenstein und Lauchringen wird seit einem halben Jahrhundert herumgeplant – ohne Einigung und ohne Ergebnis. Im Jahr 2018 hat die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) die Gesamtplanung des Abschnitts übernommen. Zum Auftakt des Beteiligungsprozesses haben die Planer in einem Bürgerforum nun über die weiteren Schritte informiert. Dabei soll die Bürgerbeteiligung eine zentrale Rolle spielen.

Im Foyer der Stadthalle Waldshut hatte die Deges eine Land- und Straßenkarte des Abschnitts zwischen Hauenstein und Lauchringen ausgelegt.
Im Foyer der Stadthalle Waldshut hatte die Deges eine Land- und Straßenkarte des Abschnitts zwischen Hauenstein und Lauchringen ausgelegt. | Bild: Peter Rosa

Ziel ist es, möglichst früh möglichst viele Aspekte in die Planung miteinzubeziehen. Rund 200 Bürger, Vertreter von Anspruchsgruppen, Landrat Martin Kistler und der Waldshut-Tiengener OB Philipp Frank nahmen daran teil. „Wir haben uns dazu entschlossen, ganz von vorne anzufangen und ergebnissoffen über eine Vorzugsvariante zu diskutieren, diese gemeinsam zu erarbeiten und erst in nächsten Schritt in eine Entwurfsplanung zu gehen“, sagte Projektleiter Johannes Kuhn. Innerhalb der gesetzten Leitplanken gebe es Spielräume, die man gemeinsam ausloten wolle.

Die Projektphasen der Bürgerbeteiligung zum Lückenschluss der A 98 zwischen Hauenstein und Lauchringen

Wer oder was ist die Deges?

Die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) ist ein staatliches Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde 1991 zur Umsetzung der „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ gegründet, also zum Ausbau von Bundesstraßen und Autobahnen in den neuen Bundesländern.

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Heute planen und realisieren rund 400 Mitarbeiter bundesweit Straßen, Schienenwege und Wasserstraßen. 1500 Kilometer sind es bisher. Die Deges übernimmt als Projektmanagementgesellschaft die Funktion des Bauherren. Die für die A 98 zuständige Zweigstelle befindet sich in Stuttgart.

Die Deges hat die Planungen der A 98 2018 übernommen. Seither wurden die vorhandenen Unterlagen gesichtet und bewertet, eine Strategie zum weiteren Vorgehen erarbeitet und teils langwierige EU-weite Vergabeverfahren für Planungsleistungen und Gutachten eingeleitet. Seit Februar 2019 läuft die Umweltplanung mit Kartierung von Säugern, Vögeln, Amphibien, Reptilien, Fischen und Insekten.

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Seit September finden im Rahmen eines Verkehrsgutachtens Verkehrszählungen statt. Gleichzeitig erfolgen die Grundlagenermittlung und der Aufbau eines dreidimensionalen Modells. Prozesskonzeption und Abstimmung mit Anspruchsgruppen laufen seit März. Die Bürgerbeteiligungsverfahren werden in Kooperation mit dem Unternehmen zebralog durchgeführt. Die Deges arbeitet in dieser Form an drei weiteren Projekten. Sie befinden sich in späteren Stadien und werden alle als Erfolge eingestuft.