Wer eine Aufführung der Jestetter Lüüchte besucht, wird nicht enttäuscht werden. So war es auch bei der Premiere des Stücks „Schenk mir keine Blumen“ aus der Feder von Norman Barasch und Carroll Moore in der Jestetter Gemeindehalle.

„Das Stück hat mir sehr gut gefallen, und die Schauspieler haben mich überzeugt“, sagte Heinz-Dieter Metzger nach der Vorstellung. Und so wie ihm, ist es wohl den meisten der Zuschauer ergangen, denn nach der Vorstellung sah man eigentlich nur zufriedene Gesichter im Publikum.

Das könnte Sie auch interessieren

Und dies aus gutem Grund, denn die sechs Schauspieler wuchsen buchstäblich über sich hinaus. Mehr als 70 Seiten Text waren zu lernen, und die Darsteller meisterten die Dialoge mit Bravour.

Judy (Lissi Asael), links, erfährt von der Ärztin Rita (Sabine Zuch), dass ihr Mann nicht sterben wird.
Judy (Lissi Asael), links, erfährt von der Ärztin Rita (Sabine Zuch), dass ihr Mann nicht sterben wird. | Bild: Ralf Göhrig

Dazu zeigten sie eine Schauspielkunst, die beeindruckte. Die Darbietung der Jestetter Lüüchte hat nichts mehr gemein mit dem schenkelklopfenden Brachialhumor der Anfangsjahre – die Entwicklung ging kontinuierlich nach oben.

Mehr als zwei Stunden unterhielten die Schauspieler das Publikum und überzeugten auf ihre Weise: Ralf Frulio als George Kimball, der als Hypochonder seine eingebildeten körperlichen und seelischen Leiden zelebrierte; Lissi Asael als Judy Kimball, die in Mimik und Gestik an Bette Midler erinnerte; Thomas Asael als Bert, der den alten Freund der Kimballs vom College in unnachahmlich versnobter Manier verkörperte.

Und sie lieben sich doch noch: Judy (Lissy Asael) und George (Ralf Frulio).
Und sie lieben sich doch noch: Judy (Lissy Asael) und George (Ralf Frulio).
Das könnte Sie auch interessieren

Authentisch spielte Sabine Zuch die Ärztin des eingebildeten Kranken. Jürgen Frulio, der Nachbar Arnold Nash, der mit seinem Freund litt und dabei die Hausbar leerte, wusste ebenso zu gefallen, wie Dieter Hofmann, der als Mr. Akins, dem Bestatter, sich mit Totenkopf am Revers über seine zukünftigen „Kunden“ freute.

Ein neuer Mann für die zukünftige Witwe: Arnold (Jürgen Frulio) und George (Ralf Frulio), stehend, haben Bert (Thomas Asael) zum Nachfolger für Judy auserkoren.
Ein neuer Mann für die zukünftige Witwe: Arnold (Jürgen Frulio) und George (Ralf Frulio), stehend, haben Bert (Thomas Asael) zum Nachfolger für Judy auserkoren. | Bild: Ralf Göhrig

„Wir hatten enorm viel Spaß beim Spielen“, sagte Hofmann nach der Premiere. Die Regisseurin, Corina Rues-Benz, hat es geschafft, ein unterhaltsames, abwechslungsreiches und witziges Stück auf die Bühne zu bringen. Wer in diesem Winter die Gelegenheit hat, das Jestetter Ensemble auf der Bühne zu sehen, wird sicherlich seine Freude daran haben.