Zwei Ereignisse bestimmen in den 80er Jahren die Lebensqualität der 1288 Einwohner von Wallbach. Am 3. Dezember 1982 wird die neue Ortsumgehungsstraße offiziell freigegeben. Sieben Jahre später, am 30. Juni 1989, gab es wieder einen Grund zu feiern. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit war der Rückbau der Ortsdurchfahrt fertiggestellt und mit einem großen Fest eingeweiht. Heinz Thomann wohnt an der Stelle in Wallbach, wo sich vor dem Bau der Umgehungsstraße der Bahnübergang in Richtung Brennet befand.

Die im Jahre 1989 neu gestaltet heutige Ortsdurchfahrt.
Die im Jahre 1989 neu gestaltet heutige Ortsdurchfahrt. | Bild: Ortsverwaltung Wallbach

Das Verkehrsaufkommen war so groß, dass ein Überqueren der Straße nur bei geschlossenen Bahnschranken möglich war und der Verkehr in Wallbach mit allen Abgasen stillstand, sieht Thomann die damaligen Verkehrsverhältnisse noch deutlich vor Augen. Zu Beginn der 80er Jahre, passierten 16.000 Fahrzeuge täglich auf der Bundesstraße 34 den Ort.

Bis zum Bau der Umgehungsstraße befand sich am Ortsausgang von Wallbach Richtung Brennet ein Bahnübergang. Bei geschlossenen Schranken konnten Fußgänger die Straße überqueren.
Bis zum Bau der Umgehungsstraße befand sich am Ortsausgang von Wallbach Richtung Brennet ein Bahnübergang. Bei geschlossenen Schranken konnten Fußgänger die Straße überqueren. | Bild: Heinz Thomann

Thomann berichtet, dass Ende der 50er Jahre innerhalb von wenigen Monaten bei Unfällen drei Personen gestorben sind. Eine äußerst gefährliche und unübersichtliche Stelle stellte der Bereich des Gasthauses „Traube“ dar. Insgesamt erlitten infolge eines Verkehrsunfalles zehn Personen tödliche Verletzungen. Das Fass zum Überlaufen brachte, als Ende der 70er Jahre zwei Kinder tödlich verunglückten.

Ein bewegender Moment

Für Heinz Thomann war es ein emotional bewegender Moment, als die Wallbacher in einem Schweigemarsch mit Plakaten vor das Bad Säckinger Rathaus zogen, um ihrem Anliegen nach einer Umfahrung Nachdruck zu verleihen. Dort wurden sie vom damaligen Wirtschaftsminister Rudolf Eberle empfangen, dem das Plakat des Jungen Rene Flohr auffiel, dass sinngemäß lautete: „Ob ich die Umgehungsstraße noch erlebe?“ Der Minister sagte ihm einen baldigen Bau der Ortsumgehungsstraße zu. Er versprach Rene Flohr, dass er bei der Einweihungsfeier mit ihm das Band zerschneide, was dann auch Wirklichkeit wurde.

Beim Bau der Ortsumfahrung im Bereich des ehemaligen Bahnübergangs in der Steinenstraße mussten drei Kiesgruben aufgefüllt werden. Hier die Trasse anfangs der 80er Jahre im Bau.
Beim Bau der Ortsumfahrung im Bereich des ehemaligen Bahnübergangs in der Steinenstraße mussten drei Kiesgruben aufgefüllt werden. Hier die Trasse anfangs der 80er Jahre im Bau. | Bild: Heinz Thomann

Einen Plan, die Orte am Hochrhein vom Verkehr zu entlassen, gab es laut Thomann schon in den 50er Jahren. Die erste Variante führte in Wallbach der Bahnstrecke entlang. Die zweite Trasse entspricht dem heutigen Straßenverlauf.

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Für Ortsvorsteher Fred Thelen beginnt für die Anlieger an der Hauptstraße mit der Ortsumfahrung, dem Rückbau der Hauptstraße im Jahre 1989 sowie der Verbannung des Schwerlastverkehrs aus dem Ort eine neue Lebensqualität. Hatten sie ihre Wohnräume bis dahin weg von der Straße, sind jetzt zahlreiche Häuser mit angebauten Balkonen zu sehen. Die Wallbacher nutzen die Verkehrsberuhigung als Chance ihren Lebensraum zu erweitern.

Fred Thelen, Ortsvorsteher von Wallbach, war in den achtziger Jahren als freier Journalist in der Lokalbericherstattung tätig und hat das Geschehen rund um die Verkehrsberuhigung in Wallbach in Wort und Bild festgehalten. Die Dokumente hat er der Ortsverwaltung Wallbach zur Verfügung gestellt.
Fred Thelen, Ortsvorsteher von Wallbach, war in den achtziger Jahren als freier Journalist in der Lokalbericherstattung tätig und hat das Geschehen rund um die Verkehrsberuhigung in Wallbach in Wort und Bild festgehalten. Die Dokumente hat er der Ortsverwaltung Wallbach zur Verfügung gestellt. | Bild: Hans-Walter Mark

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