Werner-Kirchhofer-Realschule

In vielerlei Hinsicht sei die Vorbereitung auf den Wiedereinstieg in den Unterricht ein echter Kraftakt gewesen, bilanziert die Rektorin der Werner-Kirchhofer-Realschule, Ricarda Hellmann. Vorgaben seitens des Kultusministeriums seien immer wieder abgeändert worden. Konzepte wurden angepasst, neue technische Angebote implementiert, und natürlich musste auch das notwendige Material zur Erfüllung der Hygienerichtlinien beschafft werden.

Zum Unterrichtsbeginn lief alles wie geplant – wobei sich generelle Einschränkungen nicht vermeiden lassen. So könne unter den aktuellen Vorgaben beim besten Willen nicht mehr als ein Jahrgang pro Tag unterrichtet werden, so Hellmann: „Alles andere würde unsere Kapazitäten sprengen.“ Denn sowohl in den Klassenräumen als auch auf dem Pausenhof müssen Mindestabstände eingehalten werden, die Durchmischung von Klassen ist nicht erlaubt – bei 170 Schülern allein der Jahgangsstufen neun und zehn ein Ding der Unmöglichkeit. Diese könnten aus Platzgründen nicht einmal alle gleichzeitig unterrichtet werden, denn pro Raum haben unter Einhaltung der Abstände maximal zwölf Schüler Platz.

Daher werden vorerst drei Tage pro Woche die Schüler der Abschlussklassen in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik unterrichtet. An zwei Tagen in der Woche sind die Neuntklässler zum Unterricht da. Für die unterrichtsfreien Tage erhalten die Schüler jeweils Aufgabenpakete. Die Lehrer, die Präsenzunterricht geben, sind in der Folge natürlich wesentlich stärker eingespannt als unter normalen Bedingungen. Innerhalb des Kollegiums werde dies etwa so kompensiert, dass diese so weit wie möglich von anderen Fachlehrern bei anderen Aufgaben entlastet werden, die aktuell nicht unterrichten können.

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Was seitens der Schulleiterin für Unverständnis gesorgt hat, war der Umstand, dass sich das Kultusministerium gegen eine Maskenpflicht für Schüler ausgesprochen habe: „Das hat im Kollegium für erheblichen Frust gesorgt, denn natürlich wollen auch ältere Kollegen oder junge Eltern einen adäquaten Schutz.“ Das Maskentragen wurde auf dem Gelände der Bad Säckinger Realschule folglich nur „dringend empfohlen“, so Hellmann. Die Einhaltung werde aber kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert. In den Unterrichtsräumen dürfen die Masken dagegen abgenommen werden.

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Gleichwohl gebe es noch viele offene Fragen, die derzeit niemand beantworten könne, sagt Hellmann. Die wichtigste lautet: „Wie soll unter diesen Bedingungen jemals wieder ein normaler Unterricht für alle Schüler stattfinden?“ Nach wie vor befänden sich die Schulen in einer Art Ausnahmezustand, und es sei zu hoffen, dass dieser sich nicht zu weit in das kommende Schuljahr fortsetze. Denn vor allem die soziale Interaktion der Schüler untereinander bleibe auf der Strecke. Ein großes Problem, so Hellmann: „Fachliches Wissen lässt sich nachholen. Bei sozialen Defiziten sieht die Sache etwas anders aus.“

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Die Schüler selbst werteten den Unterrichtsbeginn unter den neuen Voraussetzungen als „ganz schön seltsam“, wie einige Zehntklässler unserer Zeitung gegenüber erklärten. Dass sie nun, nachdem sie ihre Mitschüler wochenlang nicht gesehen haben und es an die heiße Phase der Prüfungsvorbereitung gehe, weiterhin strikten Abstand halten müsse und noch dazu ein Mundschutz getragen werden sollte, „nervt ziemlich“. Dennoch werden die Schutzregeln akzeptiert.

Hans-Thoma Schule Bad Säckingen

Über einen reibungslosen Start in den Unterrichtsbetrieb berichtet auch die kommissarische Leiterin der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule Bad Säckingen, Katja Mayer erklärte: „Schüler und Lehrer sind durch die letzten Wochen alle sensibilisiert, und die geltenden Regeln wurden mit den Schülern nochmals besprochen. Die Mehrzahl der Schüler kam mit einem Mund-Nasen-Schutz in die Schule.“ Auch die Hygieneeinrichtungen wurden pünktlich fertiggestellt. Wie sich Mundschutz und Abstandsregelungen um Unterrichtsalltag etablieren werden, bleibe aber abzuwarten.

Um größeren „Begegnungsverkehr“ zwischen Schülergruppen zu vermeiden, liefen Unterrichtsbeginn und -ende gestaffelt ab. Die Lehrer seien schon vor dem Eintreffen der Schüler in den Klassenzimmern, so dass sich vor den Türen keine Schülergruppen bilden. Einheitliche Pausen gebe es nicht mehr. Nach Katja Mayers Einschätzung ist aber klar: „Unter Einhaltung der aktuellen Hygiene-Richtlinien ist eine gleichzeitige Beschulung der Schüler nicht möglich.“ Um hier eine gewisse Abhilfe zu schaffen, könnten Lehrer Räume, die derzeit nicht festen Schülergruppen im Präsenzunterricht zugeordnet sind, buchen, um auch die Schüler, die sich gerade nicht auf ihren Abschluss vorbereiten, zu unterstützen.

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Realschule Wehr

Der Schulstart in der Realschule Wehr hat laut Schulleiterin Petra Thiesen gut geklappt. Insgesamt werden hier rund 40 Schüler in drei Klassen pro Tag unterrichtet. Thiesen selbst unterrichtete am Montag vier Stunden Englisch, erst zwei Stunden in der einen Gruppe der zehnten Klasse, dann weitere zwei Stunden genau den gleichen Unterricht in der zweiten Gruppe. Unterrichtet werden hier aktuell nur Prüfungsfächer. Sie verstehe sehr gut, dass von der Politik nicht ganz genaue Vorgaben an die Schulen kämen, und das sei auch ganz gut so, sagt Thiesen: „Weil eben jede Schule anders ist.“

Vor dem Unterricht wurden den Schülern in einer Einführung alle Regeln detailiert erklärt. Mit den Hygienevorgaben habe es an diesem ersten Schultag nach der Corona-Pause keine Probleme gegeben. Sogar auf dem Pausenhof hielten die Schüler die 1,5 Meter Abstand ein. Und Thiesen hat auch eine gute Erklärung für die Disziplin: „Die Schüler sind die Regeln und Abstände schon gewohnt, sie haben die letzten Wochen zuhause und beim Einkaufen nichts anderes gemacht.“

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Derzeit könne gewährleistet werden, dass jeder Schüler seinen eigenen Arbeitsplatz hat und auch nur er diesen benutzt. Doch die Raumkapazitäten sind begrenzt, genauso wie das Personal, vor allem auch, weil einige Lehrer zur Risikogruppe gehören. Mit den aktuellen Vorgehen wären zwei zusätzliche Klassen kein Problem. Wenn jedoch noch mehr Klassen kämen, müsste der Unterricht anders getaktet werden. Das heißt, dass jeder Schüler nur einige Stunden pro Woche in die Schule kommen könne. Ein Unterricht mit allen Schülern gleichzeitig, sei unter den gegenwärtigen Vorgaben nicht denkbar, sagt Thiesen. Denn dafür wären das dreifache Personal und mehr Räume notwendig.

Für sie als Lehrerin sei der Unterricht aktuell ganz gut, vor allem, weil die Klassen kleiner sind. Gruppen- und Partnerarbeit gehe zwar aktuell nicht. Aber: „Da wir auf die Prüfungen zugehen, ist es auch sinnvoll, dass jeder für sich selbst arbeiten muss.“

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Hans-Thoma-Schule Laufenburg

An der Laufenburger Hans-Thoma-Schule, einer Verbundschule mit Grund-, Werkreal- und Realschulzweig, klappte die Wiederaufnahme des Unterrichts für 120 Schüler aus acht der insgesamt 18 Klassen wie geplant. Nur fünf Schüler zogen es vor, weiter Zuhause unterrichtet zu werden. „Die meisten haben sich größtenteils sogar gefreut, dass der Unterricht an der Schule endlich wieder beginnt“, so Schulleiterin Janine Regel-Zachmann.

Wie empfohlen kamen die Schüler größtenteils zu Fuß, mit dem Rad oder dem „Elterntaxi“. „Die Busse waren praktisch leer.“ Obwohl dies nicht vorgeschrieben war, hatten die meisten Jugendlichen Mundschutz angelegt. Sie betraten das Schulgebäude über vier unterschiedliche Eingänge. Dadurch, durch Unterricht in Kleingruppen, versetzte Pausenzeiten und andere Regeln sollte jederzeit der vorgeschriebene Mindestabstand garantiert werden. Das Konzept ging laut Regel-Zachmann auf. „Wir haben nur einzelne Ermahnungen aussprechen müssen.“

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Schon als sich abzeichnet hatte, dass der Corona-Virus bald Deutschland erreichen könnte, hatte die Schulleiterin während er Fasnachtsferien ihre Hausmeister angewiesen, genügend Desinfektionsmittel zu besorgen. Vom zuständigen Schulamt Lörrach fühlt sich die Schulleiterin für den Schulstart „ganz hervorragend“ unterstützt.

Neben der reibungslosen Wiederaufnahme des Unterrichts freut sich sie Schulleiterin vor allem über die wieder gestiegene gesellschaftliche Anerkennung des Lehrerberufs. Mit den beiden Werkreal- und sechs Realschulklassen der Jahrgangsstufen 9 und 10, die seit Montag wieder unterrichtet werden, ist die Schule fast an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Wenn der Unterricht unter den gleichen Sicherheitsvorkehrungen auch für die 4. Klassen wieder aufgenommen werden würde, stünde dafür noch der Altbau zur Verfügung.

Gemeinschaftsschule Hotzenwald

Von einem geglückten Start in den Unterricht vor Ort berichtet auch die Gemeinschaftsschule Hotzenwald. „Alles lief gut, die Schülerinnen und Schüler sind sich wie geplant während der Schulzeit so gut wie nicht begegnet. Sie blieben in ihrer Lerngruppe“, erklärt Schulleiterin Marianne Husemann. Aus den Prüfungsklassen waren 48 Schüler im Haus plus die Kinder aus der Notbetreuung, drei Schüler nahmen auf eigenen Wunsch nicht am Unterricht teil. Nur wenige kamen mit dem Bus. Husemann selbst unterrichtete am ersten Tag sechs Stunden.

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„Die Schülerinnen und Schüler haben sich so geäußert, dass sie sehr froh sind, wieder in die Schule kommen zu können“, skizziert sie die Stimmungslage in der Klasse. Auch in der Gemeinschaftsschule fühlt man sich vom Schulamt und vom Schulträger bei allen Fragen unterstützt. Eine Ausweitung des Unterricht auf weitere Klassen bezeichnet die Schulleiterin als im Moment schwierig, weil das Schulhaus sehr klein sei. „Nach den schriftlichen Prüfungen kann man aber mit Sicherheit auch andere Klassen unterrichten.“

Scheffel-Gymnasium Bad Säckingen

Der Schulleiter Bernd Rieckmann war für eine Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung an seiner Schule nicht erreichbar.