Der DRK-Kreisverband Säckingen sucht für seinen geplanten Neubau einen Alternativstandort zum Gettnauer Boden. Entsprechende Informationen unserer Zeitung hat der Kreisvorsitzende Peter Hofmeister jetzt auf Nachfrage bestätigt. Demnach sei der Gettnauer Boden für die Verantwortlichen des Roten Kreuzes zwar nach wie vor eine Option, allerdings nicht direkt erste Wahl. Vielmehr suche das DRK ein Grundstück, das bestenfalls "direkt an der B34" liege, so Hofmeister. Das wiederum wäre ein schwerer Schlag für die Planung eines Behörden- und "Blaulicht"-Zentrums, wie es Bürgermeister Alexander Guhl in der Gettnau gerne umgesetzt hätte. Guhl war gestern wegen Krankheit nicht erreichbar.

Die Suche des DRK hat derweil schon konkrete Formen angenommen, wie Peter Hofmeister darstellt: Interesse habe der Kreisverband unter anderem am inzwischen verwaisten Asag-Areal bekundet. Allerdings: "Diese Pläne haben sich zerschlagen, weil das Unternehmen nicht auf unsere Anfragen reagiert hat." Weitere Gespräche mit anderen Grundstücksbesitzern laufen. Zusätzliche Angebote seien ausdrücklich erwünscht, betont Hofmeister.

Der Gettnauer Boden ist aus DRK-Sicht zwar noch nicht vollends aus dem Rennen, allerdings gebe es eine Reihe von Aspekten, die gegen einen Neubau des DRK-Heims mit Rettungswache, Kreisverbandsverwaltung und Ortsverein-Räumen in diesem Bereich sprächen, erklärt Peter Hofmeister: "Das Hauptargument ist die Verkehrsanbindung. Wir müssen die Bundesstraße schnellstmöglich erreichen können." In dieser Hinsicht wäre die Gettnau perspektivisch gesehen "nicht gerade optimal", denn spätestens wenn in einigen Monaten das Brennet-Areal eröffnet werde, sei mit einer erheblichen Zunahme des Verkehrs in diesem Bereich zu rechnen. Abgesehen davon sei noch immer nicht absehbar, wie lange sich das Verfahren zur Flächennutzungsplanänderung noch hinziehe und wann der Flächennutzungsplan tatsächlich in Kraft trete. Und auch ein Grundstück besitze das Rote Kreuz in der Gettnau noch nicht, sagt Peter Hofmeister.

All dies führe dazu, "dass wir uns weiter nach allem umschauen, was möglich ist", betont Hofmeister. Dabei macht er aber keinen Hehl daraus, dass eben ein Grundstück direkt an der B34 aus Sicht der DRK-Verantwortlichen die ideale Lösung wäre. Hofmeister: "Grundsätzlich sind wir aber flexibel, auch was die Planung anbelangt. Wichtig ist lediglich, dass das Grundstück eine Mindestgröße von 3000 Quadratmetern aufweist, besser wären 5000." Dann könnte die Ein-Standort-Strategie, wie sie schon jetzt besteht, beibehalten werden.

Vor allem will das DRK aber endlich zu einem Ergebnis kommen. Denn die Platzknappheit im jetzigen DRK-Heim bleibe ein großes Problem. Dass nun bereits seit anderthalb Jahren ein Grundstück für den Neubau gesucht werde, wertet Hofmeister als unbefriedigend. Zumal: Aufgrund von Fristen und dergleichen werde noch viel weitere Zeit ins Land ziehen, bis das Projekt abgeschlossen sei. "Wenn wir eine Fläche gefunden haben, dauert es ja mindestens ein Jahr, bis etwas steht, das wir nutzen können." Immer vorausgesetzt, die Zuschüsse, die sich auf stattliche 90 Prozent der Baukosten belaufen, werden rechtzeitig beantragt: "Wenn wir in den Plan für 2018 kommen wollten, müssten wir bis 1. Mai einen Antrag stellen." Das sei aber nur möglich, wenn bis dahin ein Bauplatz gefunden sei.


Bisherige Planung und Perspektiven

  • Der DRK-Kreisverband hatte Ende Dezember 2015 auf SÜDKURIER-Nachfrage Neubaupläne bestätigt. Zunächst war ein Bauplatz in der Nähe des Spitals ins Auge gefasst worden. Dieser wurde aber zugunsten des Gettnauer-Bodens verworfen. Dort will die Stadt im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplans ein Gewerbegebiet ausweisen, in dem ein Teil für öffentliche Einrichtungen vorgesehen ist.
  • Die Stadt präzisiert die Pläne für ein "Blaulicht"-Zentrum Anfang Februar 2016. Laut Bürgermeister Alexander Guhl sollen in der Gettnau demnach Bauhof und Rotes Kreuz angesiedelt werden, mittelfristig wäre demnach auch die Umsiedlung der Stadtwerke und langfristig die der Feuerwehr denkbar. Im Idealfall könnte sogar das Polizeirevier dorthin verlegt werden.
  • Standort B34: Der DRK-Kreisverband sucht nun nach einem neuen Baugrundstück, bestenfalls an der B34. Anbieter können mit dem Roten Kreuz unter 07761/92010 in Verbindung treten.