Das macht Freude: Landesumweltministerin Thekla Walker brachte bei ihrem Besuch in Albbruck einen Zuschussbescheid ihres Ministeriums zum Umbau und Ertüchtigung der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes „Vorderes Albtal“ von rund sieben Millionen Euro mit.

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Ein langer Weg liegt hinter den Planungen, der 2018 von der Karl-Gruppe als den neuen Eigentümern der ehemaligen Papierfabrikkläranlage an den Abwasserzweckverband übergegangenen Anlage. Sie wird mit dem Rückbau auf den aktuellen Stand der Technik gebracht und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Am Ende gelte es, ein Vorzeigeprojekt einzuweihen, betonte Bürgermeister Stefan Kaiser als Verbandsvorsitzender.

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Dank der Unterstützung durch die übergeordneten Behörden sei es nach schwierigen und langwierigen Diskussionen gelungen, neue Konzepte zu erarbeiten und der aktuellen Situation anzupassen. Die Entscheidung der Gemeinde Görwihl sich komplett der Anlage anzuschließen und die Schließung der bisherigen Kleinkläranlage Birkingen und Unteralpfen mit dem bereits angeschlossenen Waldshuter Ortsteil Oberalpfen waren ebenso Eckpunkte in der vorbereitenden Planung wie die Konversion des Papierfabrik Areals, wo rund 340 Wohneinheiten mit bis zu 1000 Einwohnern angedacht sind. Mit der Entscheidung des Landkreises, das neue Zentralklinikum in Albbruck anzusiedeln und darüber hinaus einen Gesundheitspark zu entwickeln, musste neu geplant werden.

Kosten für Umbau insgesamt 16,3 Millionen Euro

Ministerin Thekla Walker lobte das Vorhaben, die Kläranlage durch eine vierte Stufe zu ergänzen. Mit dieser werde die Vielzahl der Spurenstoffe eliminiert und so nicht mehr in den Rhein gelangen. Gleichzeitig könne die im anaeroben Schlamm heranwachsende Energie als Wärmelieferant ebenso genutzt werden wie zur Stromerzeugung. Bei einer veranschlagten Summe von 16,3 Millionen Kosten sei der Fördermittelanteil des Landes unverzichtbar, so die Ministerin.

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Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (CDU) sprach von „weitblickenden Entscheidungen, deren energetische Vernetzung ökologisch wie ökonomisch Vorteile für die Bevölkerung bieten“. Ihr Landtagskollege Niklas Nüssle (Die Grünen) betont in einer Pressemitteilung: „Der Einbau der vierten Reinigungsstufe ist ein wichtiger Schritt für die weitere Verbesserung der Wasserqualität im Rhein. Damit können etwa Medikamentenrückstände zukünftig deutlich stärker herausgefiltert werden. Dies ist vor dem Hintergrund der künftigen Nutzung des Nachbarareals für den Bau des Kreisklinikums ein wichtiger Punkt. Deshalb freut es mich sehr, dass das Land den Umbau mit rund sieben Millionen Euro fördert.“

Einsparung von Kohlendioxid

Die größte CO2-Einsparung sehen die Planer von Weber Ingenieure in Pforzheim im Verzicht auf weitere Betonbauwerke. Synergien sollen genutzt werden und das Faulgas aus dem anaeroben Schlamm als Strom für Kläranlage und Wärmelieferant für die Anlage und darüber hinaus genutzt werden. Ein vorhandenes Becken werde zu einem Hochleistungsklärbecken umfunktioniert. Durch den Einsatz von Aktivkohle könne bei der Spurenstoffeliminierung auf teure Filter verzichtet werden.