Auf dem ehemaligen PFA-Areal in Albbruck wird in Kürze eine neue Container-Siedlung entstehen. Viele werden sich noch an die Jahre erinnern, als auf dem Parkplatz an der Hauensteiner Straße, schräg gegenüber der Eisenbahnbrücke, ein Containerdorf für Migranten aufgestellt war.

Jetzt hat die FieldCore Service Solutions GmbH aus Baden/Schweiz vom Gemeinderat grünes Licht für die Errichtung eines Container-Dorfes für etwa 350 Personen erhalten. Der Bau der Siedlung hängt mit einer Revision im Kernkraftwerk Leibstadt zusammen, die von Anfang Mai bis Ende Juli stattfinden soll. Jeweils ein Monat sind für den Aufbau und Abbau der Container veranschlagt.

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Die Planung wurde inzwischen auch mit dem Landratsamt abgestimmt, mit dem Aufbau der Siedlung soll Anfang April begonnen werden. Das Dorf soll Platz bieten für rund 350 Monteure und Arbeiter, die bei der Revision zum Einsatz kommen.

Platz für mindestens 230 Container

Das Gelände auf dem ehemaligen Areal der Papierfabrik bietet Platz für mindestens 230 Container. Roger Danacki von FieldCore erklärte auf unsere Frage, warum auf der deutschen Rheinseite ein Arbeiter-Dorf für eine Schweizer Baumaßnahme entsteht: „Wir haben auf der Schweizer Seite lange nach geeigneten Möglichkeiten gesucht, sind aber nicht fündig geworden.“

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Bürgermeister Stefan Kaiser betonte: „Das Albbrucker Gelände gehört der Karl-Gruppe, die auch die Platzmiete kassiert.“ Die Gemeinde selbst biete die Anschlüsse für Wasser und Abwasser, habe selbst aber keinen finanziellen Nutzen. „Wichtig für mich ist“, so Stefan Kaiser, „dass die Bevölkerung weiß, dass die Siedlung bis spätestens Ende August wieder geräumt ist.“

Per Shuttlebus nach Leibstadt

Mit dem Areal in Albbruck ist als Nachteil die weite Anfahrt über den Grenzübergang Laufenburg nach Leibstadt verbunden. Das sei ursprünglich ganz anders geplant gewesen: „Wir hatten uns vorgestellt, dass die Monteure den Fußweg über den Rhein nutzen und dann mit dem Shuttlebus abgeholt werden“, so Hans-Rudi Stalder von FieldCore. Leider aber sei der Schwaderlocher Steg aufgrund von Sanierungsarbeiten zur fraglichen Zeit nicht passierbar. Die Monteure werden im Wechsel von acht Stunden, also drei Mal täglich, per Shuttlebus nach Leibstadt gefahren.

Hochbetrieb im Juni und Juli

Das Gelände mit den 230 Containern wird eingezäunt und an das Wasser- und Abwassernetz der Gemeinde angeschlossen. Die Stromversorgung wird über ein Dieselaggregat sichergestellt. Bis Mitte/Ende August soll dann alles wieder abgeräumt sein. Spitzenzeiten sind die Monate Juni und Juli, wo die Arbeiten auf Hochtouren laufen und die Monteure über den Grenzübergang Laufenburg zum Kernkraftwerk gebracht werden.

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„Wozu ein lautes Dieselaggregat, warum wird das Container-Dorf nicht an das örtliche Stromnetz angeschlossen?“, wollte Franz Brüstle (FWV) wissen. Die Kapazität würde nicht ausreichen, lautete die Antwort von Roger Danacki. Aber man müsse sich keine Sorgen machen, die Lärmemissionen durch das Aggregat habe man im Griff, so Danacki weiter.

Brüstle reklamierte auch die mangelnden Informationen seitens der Gemeinde: „Es sind bereits alle möglichen Gerüchte im Umlauf gewesen.“ Dazu meinte Bürgermeister Stefan Kaiser: „Ein kurzer Anruf bei der Gemeinde hätte genügt.“ Letztlich stimmte der Technische Ausschuss ohne Gegenstimme dem Bauantrag für das Container-Dorf zu.